25 Jahre nach dem Militärputsch in Argentinien
100 000 Menschen gedenkten der Opfer des Militär-Putsches in Argentinien
publiziert: Sonntag, 25. Mrz 2001 / 16:14 Uhr

Buenos Aires - Mit Gedenkveranstaltungen und Protestaktionen haben die Menschen in Argentinien am Wochenende der Opfer des Militärputsches vor 25 Jahren gedacht. Während der Zeit der Militärdiktatur wurden nach Schätzungen bis zu 30 000 Menschen verschleppt, gefoltert und ermordet.

Unter dem Motto «Begegnung 25 Jahre: Erinnerung, Wahrheit und Gerechtigkeit» beteiligten sich am Samstag bis zu 100 000 Menschen an den Veranstatlungen in der Hauptstadt Buenos Aires. Ein Marsch führte vom Parlament zur Plaza de Mayo neben dem Regierungssitz.

Dort halten Mütter und Grossmütter seit 24 Jahren jeden Donnerstag Mahnwachen für ihre während der Diktatur verschwundenen Kinder und Grosskinder. Zu den Organisatoren der Proteste gehörten denn auch die Mütter und Grossmütter der Plaza de Mayo, die Liga für Menschenrechte, die Vereinigung der ehemaligen Verschleppten und Verschwundenen sowie Gewerkschaften.

In einer Fernsehansprache nannte Präsident Fernando de la Rúa den Staatsstreich «eine unglückliche Tatsache in der Geschichte des modernen Argentinien». Weder der Irrtum noch der Schmerz der Diktaturzeit dürften sich wiederholen, unterstrich de la Rúa weiter.

Kritik an der Regierung

Auf der Plaza de Mayo kritisierte die gleichnamige Menschenrechtsorganisation scharf die Regierung de la Rúa, die mit ihren «kriminellen» Sparplänen einen «wirtschaftlichen Völkermord» betreibe. Die Mütter der Plaza de Mayo warfen der Regierung vor, die Verantwortlichen der Militärjunta weiter straflos davonkommen zu lassen.

Auch vor der berüchtigen «Marinetechnik-Schule», einem Straflager für Dissidenten während der Diktatur von 1976 bis 1983, gedachten zahlreiche Menschen der rund 5000 dort getöteten und gefolterten Menschen. In einem Stadion harrten 30 000 Menschen trotz strömenden Regens bis zum Morgen an einem Benefizkonzert zugunsten der Mütter der Plaza de Mayo aus.

Umstrittene Amnestie

Während der Diktatur von 1976 bis 1983 wurden insgesamt 30 000 Menschen getötet oder verschwanden spurlos. Im März 1976 hatte sich die Armee unter Führung von Jorge Videla an die Macht geputscht. 1985 wurde er zu lebenslanger Haft verurteilt.

Fünf Jahre später profitierte er von einer Amnestieregelung unter der Regierung von Carlos Menem. 1998 wurde der heute 75- Jährige wegen des Verdachts der Kindesentführung verhaftet und steht seitdem unter Hausarrest.

Vor knapp drei Wochen - ein Vierteljahrhundert nach dem Putsch - hob ein Bundesrichter die Amnestie für Armeeverbrechen während der Diktatur auf.

(kil/sda)

.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. mehr lesen 21
Gezi Park Proteste in Istanbul in 2013. (Archivbild)
Gezi Park Proteste in Istanbul in 2013. ...
«Überall ist Taksim, überall ist Widerstand»  Istanbul - Zum dritten Jahrestag des Beginns der Gezi-Proteste haben in Istanbul Hunderte Menschen gegen die islamisch-konservative Staatsführung der Türkei demonstriert. mehr lesen 1
Keine unabhängigen Informationen  Beirut - Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) hat ihre Offensive im Norden Syriens am Dienstag fortgesetzt. Versuche von oppositionellen syrischen Kräften, die am Freitag begonnene Offensive zurückzuschlagen, seien gescheitert. mehr lesen   1
Erster Weltkrieg  Hamburg - Zum 100. Jahrestag der Skagerrak-Schlacht haben ... mehr lesen  
Der deutsche Bundespräsident Joachim Gauck nahm an der Gedenkfeier teil.
Die Schweizer Botschaft in Berlin mit Tunnel-Schriftzug.
Gotthard 2016  Berlin - «Tunnel» - mit sechs Riesenbuchstaben feiert die Schweizer Botschaft in Berlin die Eröffnung des neuen Gotthard-Basistunnels. Während zwei Monaten wird der ... mehr lesen   1
Titel Forum Teaser
  • keinschaf aus Wladiwostok 2826
    belustigend peinlich Das kommt schon fast in die Nähe der Verwechslung von Oekonomie mit ... Mi, 28.12.16 01:21
  • Unwichtiger aus Zürich 11
    Grammatik? Wie kann Stoltenberg denn Heute schon wissen, welche Entscheidungen am ... Sa, 22.10.16 10:59
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Der phallophile Blick eines cerebrophoben Schäfleins! Frau Stämpfli schrieb am Ende ... Mo, 26.09.16 17:32
  • keinschaf aus Wladiwostok 2826
    phallophobe Geschichtsrückblicke "Und die grösste Denkerin des 21. Jahrhunderts? Verdient ihr Geld mit ... Sa, 13.08.16 17:48
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Alle Demonstranten gefilmt. Der Erdogan lässt doch keine Domo gegen sich zu! Die ... Di, 21.06.16 16:42
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Konzernrecht? Konzernpfusch! Was ist denn das? Konzerne werden vorwiegend von Vollidioten geführt. ... Fr, 10.06.16 17:49
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Das wird die Deutschen aber traurig machen. Wenn man keinen Flughafen und keinen Bahnhof ... Mi, 08.06.16 17:49
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3945
    Der... Daesh (IS) kommt immer mehr unter Druck. Davon sind inzwischen auch ... Do, 02.06.16 19:22
Jonathan Mann moderiert auf CNN International immer samstags, um 20.00 Uhr, die US- Politsendung Political Mann.
CNN-News Was würde «Präsident Trump» tatsächlich bedeuten? Noch ist absolut nichts sicher, doch es ...
 
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute So Mo
Zürich 3°C 5°C wolkig, aber kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt freundlich
Basel 4°C 6°C wechselnd bewölktleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich freundlich
St. Gallen 2°C 3°C Schneeregenschauerleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig freundlich
Bern 2°C 4°C wolkig, aber kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich freundlich
Luzern 3°C 5°C wolkig, aber kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wolkig, wenig Schnee freundlich
Genf 2°C 5°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt recht sonnig
Lugano 5°C 11°C wolkig, aber kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich sonnig
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten