100 Jahre Bing Crosby
publiziert: Freitag, 2. Mai 2003 / 08:47 Uhr / aktualisiert: Dienstag, 6. Mai 2003 / 01:06 Uhr

New York - Eigentlich sollte Bing Crosbys 100. Geburtstag erst 2004 gefeiert werden. Doch seit kurzem gilt als sicher, dass der Mann, der die amerikanische Pop-Kultur mit schuf bereits am 3. Mai 1903 das Licht der Welt erblickte.

Bing Crosby bei seiner legendären Bing Crosby Show.
Bing Crosby bei seiner legendären Bing Crosby Show.
Mindestens einmal im Jahr ist es unmöglich, Bing Crosby zu überhören. Was wäre Weihnachten ohne sein "White Christmas"? Dass der bekannteste Song des populärsten US-Stars der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts jetzt auch im Frühling erklingt, kommt selbst für die meisten Amerikaner überraschend.

"Auf seinem Grabstein in der Nähe von Hollywood steht zwar noch der 2.5.1904 als Geburtsdatum, aber heute wissen wir es besser", sagt Eileen Bell-Garrison, Chefbibliothekarin der Gonzaga University im US-Bundesstaat Washington, an der Crosby ein paar Semester Jura studiert hatte.

Zur Crosby Collection auf dem Uni-Campus gehört neben seinem Oscar für den Film "Going My Way" inzwischen auch eine Kopie des Kirchenregisters, das die Geburt von Harry Lillis Crosby - den Spitznamen Bing verpassten ihm Schulfreunde - in Tacoma (Washington) am 3. Mai 1903 verzeichnet.

Netter Junge mit Segelohren

Entdeckt hatte die Urkunde der Jazz-Kritiker und Crosby-Biograf Gary Giddins. Kathryn Crosby, die 69-jährige Witwe des Superstars, freut sich nun, dass ein ganzes Jahr lang gefeiert werden kann. Und zu feiern gibt es einiges.

Crosby war von der Ära der Prohibition über die düsteren Jahre der Weltwirtschaftskrise bis weit in den Kalten Krieg hinein der beliebteste Entertainer Amerikas.

Mit seinem Image des netten Burschen aus der Nachbarschaft mit unerschütterlich guter Laune und Segelohren zog er die Sympathien der Amerikaner auf sich. Als Musiker und Mime inspirierte er Generationen von Künstlern - allen voran Frank Sinatra, der ihn als Idol verehrte.

Halbe Milliarde Platten - Tendenz steigend

Bis heute hat niemand den Hitparaden-Rekord gebrochen, den der produktive Crosby mit seinem weichen und wandlungsfähigen Bariton als Sänger in vielen Genres - von Jazz und Swing über Country & Western bis zu sentimentalen Schlagern und religiösen Hymnen - aufstellte.

Von Crosbys Plattenaufnahmen kamen 38 auf die ersten Plätze der Charts. 24 schafften die Beatles, gefolgt von Elvis Presley mit 18 Number-One-Hits. Bis 1960 verkauften sich Crosby-Platten rund 200 Millionen Mal. 1980 - drei Jahre nach seinem Tod durch einen Herzinfarkt beim Golfspielen in Spanien - hatte sich die Zahl verdoppelt. Heute liegt sie jenseits der halben Milliarde - natürlich auch dank des alljährlichen Weihnachtsgeschäftes, bei dem sein Album "Merry Christmas" immer wieder zu den Rennern gehört.

Am besten als Säufer

Der amerikanische Tellerwäscher-Millionär-Traum ist integraler Bestandteil der Crosby-Legende. Geboren als viertes von sieben Kindern eines Buchhalters, rackerte er schon als Schüler in Hilfsarbeiter-Jobs.

An der Uni interessierte ihn am meisten die Studentenband. Mit deren Klavierspieler Al Rinker tingelte er nach abgebrochenem Studium für Almosen durch Hollywood-Nachtklubs bis "Jazzkönig" Paul Whiteman ihn entdeckte.

Nach Live-Auftritten im Radio rissen sich die Schallplattenstudios um den Strahlemann, dessen optimistisch- romantische Songs dem Selbstbewusstsein ebenso wie der Sentimentalität der Amerikaner entsprachen. Hits wie "The Old Ox Road", "June in January" und "Please" machten Crosby weltberühmt.

Als seriöser Schauspieler blieb er vor allem in der Rolle eines Alkoholikers in dem Film "Country Girl" (1954) an der Seite von Grace Kelly unvergessen. Mit dem Schnaps hatte er auch im wirklichen Leben Erfahrung. Als er nach einem kleineren Unfall im Vollrausch für zwei Monate im Gefängnis landete, hängte Hollywood ein "e" an seinen Spitznamen - "Binge" bedeutet Saufgelage.

(Thomas Burmeister/dpa)

 
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