1000 Kolumbianer von Rebellen eingekesselt
publiziert: Mittwoch, 9. Feb 2005 / 08:57 Uhr / aktualisiert: Mittwoch, 9. Feb 2005 / 09:36 Uhr

Bogotá - Linke FARC-Rebellen haben seit einer Woche an der Pazifikküste Kolumbiens etwa 1000 Bewohner in vier Gemeinden eingekesselt. Die Vorräte in den Dörfern in der Provinz Chocó seien erschöpft, warnte Freddy Lloreda von der Provinzregierung.

Es geht um die Kontrolle des Koka-Anbaus. Bild: FARC-Rebellen auf Patrouille.
Es geht um die Kontrolle des Koka-Anbaus. Bild: FARC-Rebellen auf Patrouille.
Die Mitglieder der marxistischen Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens (FARC) hätten seit einer Woche keine Lebensmittel oder Medikamente mehr zu den Zivilisten durchgelassen, teilten die lokalen Behörden am Dienstagabend (Ortszeit) mit.

In der Region kämpfen die Rebellen und rechte Paramiltärs um den Einfluss über den lukrativen Anbau von Kokasträuchern, aus deren Blättern Kokain gewonnen wird, sowie über die Ausbeutung von Goldminen.

Die Provinzregierung beklagte, sie habe schon vor zehn Monaten Präsident Alvaro Uribe und die Militärführung um Hilfe beim Schutz der Zivilbevölkerung gegen die illegalen bewaffneten Banden gebeten.

Zwei Bauern erschossen

Im Norden des Landes erschossen FARC-Rebellen unterdessen zwei Bauern, denen sie Unterstützung der Streitkräfte vorgeworfen hätten, wie das Militär mitteilte.

Kolumbien leidet seit mehr als 40 Jahren unter einem bürgerkriegsähnlichen Konflikt, in dem linke Rebellen den von konservativen Parteien beherrschten Staat bekämpfen. Uribe will den Konflikt militärisch lösen.

(fest/sda)

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