Napolitano fordert Überprüfung von Gesetzen
111 Leichen vor Lampedusa geborgen
publiziert: Freitag, 4. Okt 2013 / 08:07 Uhr / aktualisiert: Freitag, 4. Okt 2013 / 10:38 Uhr
Staatspräsident Giorgio Napolitano fordert eine Überprüfung der Gesetzeslage.
Staatspräsident Giorgio Napolitano fordert eine Überprüfung der Gesetzeslage.

Rom - Nach der folgenschweren Flüchtlingskatastrophe vor der italienischen Insel Lampedusa sind insgesamt 111 Leichen geborgen worden. Dutzende weitere Körper seien aber noch im Wrack des gesunkenen Bootes, sagte Innenminister Angelino Alfano dem TV-Sender Canale 5.

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Das Wrack befindet sich in einer Tiefe von rund 40 Metern. Nur gut 150 der rund 500 Menschen an Bord des Schiffes konnten gerettet werden. Deshalb befürchten die Rettungskräfte, dass bei der Tragödie Hunderte Menschen ums Leben gekommen sind. Die Bergungsteams setzten ihre Arbeit im Mittelmeer die gesamte Nacht über fort, trotz starken Windes.

Am Donnerstag hatte das Flüchtlingsboot vor der Nachbarinsel Isola dei Conigli Feuer gefangen und war gekentert. Viele der afrikanischen Migranten an Bord konnten nicht schwimmen und sich nicht selbst in Sicherheit bringen.

Für Freitag hatte Italien einen Tag der Staatstrauer ausgerufen. Vielerorts sollte es Schweigeminuten geben; auf Lampedusa blieben die Geschäfte geschlossen.

Feuer entfacht

Die Flüchtlinge stammten grösstenteils aus Eritrea und Somalia und waren in Libyen Richtung Lampedusa aufgebrochen. Einige Überlebende berichteten, sie hätten ein Feuer an Deck entfacht, in der Hoffnung, vorbeifahrende Schiffe auf sich aufmerksam zu machen.

Dabei merkten sie nicht, dass sich Benzin auf dem Deck befand. Das Boot geriet in Flammen, in Panik geratene Migranten sprangen ins Wasser. Dabei kippte das ganze Boot um und sank später.

Strengere Gesetze

Angesichts des Flüchtlingsdramas forderte der italienische Staatspräsident Giorgio Napolitano eine Überprüfung der Gesetzeslage. Normen, die eine Aufnahmepolitik verhinderten, sollten geändert werden, sagte er in einem Radio-Interview.

Die Gesetze müssten Italien würdig sein und den Grundprinzipien von Menschlichkeit und Solidarität entsprechen, sagte Napolitano nach Angaben der italienischen Nachrichtenagentur Ansa auf Radio Vatikan.

(bert/sda)

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Bundesrätin Simonetta Sommaruga
Abstossende, falsche Betroffenheit
Da haben Sie recht. Diese gespielte Betroffenheit und Heuchelei ist so was von abstossend. Wir lassen über 1 Milliarde Menschen auf der Welt hungern. Nicht wegen zu wenig Nahrung auf der Welt, sondern wegen Profite und Verteilung. Hier stehen aber die Mediengeilen sofort zur Stelle um zu Heucheln.

Als in den Regionen Kongo und Rwanda so viele Schwarze wie Juden im zweiten Weltkrieg abgeschlachtet wurden, schauten auch alle nur zu. In den Ostregionen des Kongos sterben immer noch Tausende von Menschen jeden Monat an Gewalt.

Wir können vor Lampedusa gar nichts machen. Wir müssen Regime und Pseudo-Demokratien in Afrika stürzen und das Problem an den Wurzeln anpacken. Während 50 Jahren Unabhängigkeit haben Korruption und Dummheit grosse Regionen Afrikas so verwahrlost, dass sich viele Afrikaner die Kolonialisten zurückwünschen.

Das nächste Land das drauf und dran ist zu verwahrlosen, ist Südafrika. Wo Rassismus gegen Schwarze durch Rassismus gegen Weisse ersetzt wird, wird nichts mehr laufen. Das zeigt am besten das Beispiel Zimbabwe. Das ehemalige Rhodesien war mal eine Kornkammer Afrikas. Ich habe so viel Zeit in extremen Regionen Afrikas verbracht, dass ich diesen Kontinent und die Leute liebe. Meine schönsten Träume und die schlimmsten Albträume habe ich in Afrika erlebt.

Fundamentale Extremisten, schwarze Rassisten, dumme Diktatoren und Korruption sind die Geisseln Afrikas und befeuert wird dies durch unsere Gier nach billigen Rohstoffen.
Heuchler!
"Nach so einem Drama dürfe man nicht zur Tagesordnung übergehen, betonte am Freitag im "Ö1-Morgenjournal" Melitta Sunjic vom UNHCR"

Richtig! Allerdings bleibt die Frage bestehen, was denn der arbeitende und Steuern zahlende Bürger tun soll als zur Tagesordnung überzugehen, damit weiterhin die durch linke Parteien und Hilfswerke verursachte Flüchtlingsströme und ihre Kosten finanziert werden können? Nach wie vor sind es linke Parteien und Hilfswerke die den Menschen in Ägypten, Tunesien, Marokko etc. unablässig vormachen, in Europa seien Arbeitsplätze, Sozialleistungen etc. unerschöpflich vorhanden. Das Milliarden schwere Geschäft mit Flüchtlingen scheint bei linken Parteien und Hilfswerken nach wie vor erste Priorität zu besitzen und daher wird man auch hier sehr schnell zur Tagesordnung zurückkehren.
Heuchler das!
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