Erdbeben in Nepal
112 Ausländer gelten als vermisst
publiziert: Montag, 4. Mai 2015 / 19:46 Uhr / aktualisiert: Montag, 4. Mai 2015 / 20:07 Uhr
Ein britischer Helfer mit Suchhund in der Nähe von Kathmandu.
Ein britischer Helfer mit Suchhund in der Nähe von Kathmandu.

Kathmandu - Mehr als eine Woche nach der Erdbebenkatastrophe in Nepal gelten zahlreiche Menschen weiter als vermisst, unter ihnen viele Ausländer. In der Touristenregion Langtang wurden nach einem riesigen Erdrutsch Dutzende Leichen geborgen.

10 Meldungen im Zusammenhang
Bis Montag wurden in der Region 52 Tote geborgen, darunter waren sieben Ausländer. Nur zwei von ihnen konnten zunächst identifiziert werden: ein Franzose und ein Inder. «Es kann gut sein, dass dort mehr als 200 Menschen verschüttet wurden», sagte der Distriktbeamte Gautam Rimal.

Die nepalesische Polizei veröffentlichte am Montag eine Liste auf ihrer Webseite, die 112 Namen im Katastrophengebiet vermisster Ausländerinnen und Ausländer enthält. Auf der Liste werden aus Europa auch 15 Franzosen, acht Spanier, sieben Deutsche und je drei Belgier, Briten und Tschechen sowie je ein Pole, ein Italiener und ein Österreicher aufgeführt.

Die Liste dürfte nicht vollständig sein: Sie enthielt keine Namen von Schweizer Staatsbürgern. Noch am Montag hatte das Eidgenössische Departement für Auswärtige Angelegenheiten auf Anfrage mitgeteilt, dass «zu ganz wenigen Bürgern bisher kein Kontakt hergestellt werden» konnte, ohne nähere Angaben zu machen.

Zahl der Toten steigt täglich

Bei dem Erdbeben der Stärke 7,8 am 25. April kamen mehr als 7200 Menschen ums Leben. Die Zahl dürfte weiter steigen, sagen die Behörden, weil noch nicht alle Regionen erreicht wurden. Zehntausende Menschen wurden verletzt.

Die nepalesische Regierung sieht sich mittlerweile imstande, die Bergung der Vermissten ohne fremde Helfer zu bewältigen. Ausländische Suchspezialisten würden nicht mehr gebraucht, sagte der Sprecher des nepalesischen Innenministeriums, Laxmi Dhakal: «Wir können das nun allein schaffen.»

Nach seinen Angaben waren gut 4000 Helfer aus 34 Ländern im Einsatz. Am Sonntag waren noch vier Menschen lebend gefunden worden, unter ihnen ein wohl über 100 Jahre alter Mann.

Schweizer Rettungshunde zurück

Die Rettungshunde-Equipe von Redog kehrte von ihrem Einsatz in Nepal zurück. Die sechs Helfer und drei Hunde, die in den Trümmern von Kathmandu nach Überlebenden suchten, landete am Montag in Zürich.

Die Bilanz über den Einsatz ist positiv, wie Equipenleiterin Linda Hornisberger nach der Landung sagte. Für die Angehörigen sei es wichtig, dass nach Verschütteten gesucht werde.

Leben retten konnte die Equipe allerdings nur begrenzt: Nachdem zusammen mit einer türkischen Partnerorganisation zu Beginn zwei Überlebende gefunden werden konnten, lokalisierten die Hunde danach nur noch Tote.

Zu wenige Transportmittel

Zehntausende Überlebende und Verletzte warteten in abgelegenen Regionen weiter verzweifelt auf Hilfe. Die Behörden bräuchten dringend mehr Helikopter, sagte Dhakal. Zelte und Nahrungsmittel können vielerorts nur aus der Luft abgeworfen werden, weil keine Landeplätze zur Verfügung stehen.

Die nepalesischen Behörden haben nur 13 Helikopter. Zu allem Überfluss fiel der grösste davon, ein Transporthelikopter vom Typ Mi-17, mit technischem Schaden aus.

Indien helfe dem Nachbarland mit 14 Helikoptern aus, sagte Dhakal, die USA hätten vier Osprey-Flugzeuge geschickt, die vertikal starten und landen können, und China drei Helikopter. «Wir brauchen mindestens doppelt oder dreimal so viele, wie wir bislang haben», sagte der Sprecher.

Aus Sorge um die Stabilität der Landebahn dürften auf dem einzigen internationalen Flughafen des Landes in der Hauptstadt Kathmandu keine grösseren Maschinen mehr landen, sagte Dhakal.

Die Europäische Kommission erhöhte derweil die finanzielle Unterstützung für Nepal auf 22,6 Millionen Euro. Das kündigte EU-Kommissar Christos Stylianides nach einem Besuch im Krisengebiet an. Einschliesslich der Gelder einzelner Mitgliedstaaten habe die EU bereits rund 40 Millionen Euro mobilisiert.

(fest/sda)

Kommentieren Sie jetzt diese news.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Kathmandu - Bei einem schweren ... mehr lesen
Kathmandu - Nepalesen haben zum Ende der 13-tägigen Trauerzeit gemeinsam für die Erdbeben-Opfer gebetet und Blumen an Tempeln niedergelegt. Im Hinduismus ist der 13. Tag nach dem Tod besonders wichtig, dann erreicht dem Glauben zufolge die vom Körper gelöste Seele den Himmel. mehr lesen 
Zürich/Bern - Die Schweiz solidarisiert sich mit den Opfern des Erdbebens von ... mehr lesen
Simonetta Sommaruga nahm selbst Anrufe entgegen.
14 Partnerhilfswerke der Glückskette sind in Nepal im Einsatz.
Zürich/Bern - Die Schweiz solidarisiert ... mehr lesen
Weitere Artikel im Zusammenhang
Bei der Verteilung von Hilfsgütern gibt es weiterhin grosse Probleme.
Kathmandu - Ein wahrscheinlich mehr als 100 Jahre alter Mann ist nach Angaben der nepalesischen Regierung aus den Trümmern seines eingestürzten Hauses gerettet worden. Der Mann ... mehr lesen
Kathmandu - Nach dem verheerenden Erdbeben in Nepal ist die Zahl der Toten auf mehr als 7000 gestiegen. Es seien inzwischen 7040 Todesopfer registriert worden, teilten die Behörden in der Hauptstadt Kathmandu am Sonntag mit. mehr lesen 
Kathmandu - Alle Ausländer in den ... mehr lesen
Kathmandu - Eine Woche nach dem verheerenden Erdbeben in Nepal rechnet die Regierung nicht mehr damit, noch weitere Überlebende in den Trümmern zu finden. «Wir geben unser Bestes, aber ich glaube nicht, dass wir noch Überlebende finden werden», sagte ein Regierungssprecher. mehr lesen 
.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. mehr lesen 21
Auch das AKW Mühleberg, das 2019 stillgelegt werden soll, ist von der Regelung nicht ausgenommen.
Auch das AKW Mühleberg, das 2019 stillgelegt werden soll, ist von der ...
Nachweis bis 2020 gefordert  Brugg AG - Die Atomaufsichtsbehörde ENSI hat die Erdbebengefährdung für die Schweizer AKW-Standorte festgelegt; Die Betreiber müssen erneut nachweisen, dass ihre Anlagen einem sehr starken Erdbeben standhalten. Die Vorgaben sind strenger und umfangreicher als früher. mehr lesen 
Zweimal 6,8  Quito - Ecuador ist am Mittwoch von ... mehr lesen
Präsident Rafael Correa teilte mit, das Beben nun habe sich in der gleichen Region ereignet. (Archivbild)
Beben der Stärke 6,8  Quito - Ein Beben der Stärke 6,8 hat am Mittwochmorgen (Ortszeit) erneut die ecuadorianische Küste erschüttert. Über Verletzte war zunächst ... mehr lesen  
40 Jahre nach starkem Erdbeben  Udine - Der italienische Staatschef Sergio Mattarella hat am Freitag des verheerenden Erdbebens in Friaul Julisch Venetien gedacht, bei dem vor 40 Jahren rund 1000 Menschen starben und Zehntausende obdachlos wurden. mehr lesen  
Titel Forum Teaser
  • paparazzaphotography aus Muttenz 1
    Foto Sanatorio Liebes news.ch Team, es ist für mich eine Ehre dass sie mein Foto des ... Di, 03.01.17 22:12
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Motor hinten oder vorne war dem Tram in Basel völlig egal! Ob ein Auto über- oder untersteuert, ist nicht von der Lage des Motors ... Mi, 01.06.16 10:54
  • Mashiach aus Basel 57
    Wo bleibt das gute Beispiel? Anstatt sichere, ÜBERSTEUERNDE Heckmotorwagen zu fahren, fahren sie ... Mo, 30.05.16 11:56
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3945
    Zugang "Das sunnitische Saudi-Arabien, das auch im Jemen-Konflikt verstrickt ... So, 29.05.16 22:06
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3945
    Pink Phanter-Bande? Am 25. 7. 2013 hat eine Befreiung von Pink Panther-Mitglied Milan ... So, 29.05.16 15:38
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    ja, weshalb sollte man solches tun? Ist doch krank, Gott zu beschimpfen! Das hat etwas, ... So, 29.05.16 12:12
  • Gargamel aus Galmiz 10
    Warum sollte man überhaupt den Glauben an Gott beschimpfen oder verspotteten? Wie krank ... So, 29.05.16 10:11
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Wir sind ja alle so anders als diese "Flüchtlinge". Warum sind auch nicht alle so edel, wie ... Sa, 28.05.16 20:25
Unglücksfälle Zorn über Tötung von Gorilla in US-Zoo Cincinnati - Die Tötung eines Gorillas im Zoo der ...
 
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Mi Do
Zürich 12°C 25°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wolkig, aber kaum Regen wolkig, aber kaum Regen
Basel 13°C 27°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wolkig, aber kaum Regen wechselnd bewölkt
St. Gallen 12°C 23°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt, Regen wolkig, aber kaum Regen
Bern 10°C 25°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wolkig, aber kaum Regen wolkig, aber kaum Regen
Luzern 13°C 25°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt, Regen wolkig, aber kaum Regen
Genf 15°C 25°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wolkig, aber kaum Regen wolkig, aber kaum Regen
Lugano 15°C 25°C wolkig, aber kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig gewitterhaft freundlich
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten