Ein kleines Wunder
13-Jähriger lebend aus den Trümmern geborgen
publiziert: Freitag, 28. Okt 2011 / 07:24 Uhr / aktualisiert: Freitag, 28. Okt 2011 / 10:02 Uhr

Istanbul - Rund 108 Stunden nach dem schweren Erdbeben im Osten der Türkei haben Rettungskräfte einen zwölfjährigen Jungen lebend aus Trümmern geborgen. Er sei seit dem Beben vom Sonntag unter dem Schutt eines eingestürzten Hauses eingeschlossen gewesen.

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Ferhat Tokay habe in der Nacht in der Stadt Ercis gerettet werden können, berichtete die türkische Nachrichtenagentur Anadolu am Freitag. Nach Angaben von Ärzten war sein Gesundheitszustand gut. Zunächst war berichtet worden, der Junge sei 13 Jahre alt und heisse mit Vornamen Serhat.

Wenige Stunden zuvor waren zwei verschüttete junge Männer gerettet worden. Die 18 und 19 Jahre alten Opfer des Bebens vom Sonntag seien von Suchmannschaften aus der Türkei und aus Aserbaidschan aus Trümmern befreit worden, berichteten türkische Fernsehsender.

Bisher 570 Tote

Wie die Behörden am Freitag mitteilten, starben bei dem Erdbeben mindestens 570 Menschen. 187 Menschen seien lebend gerettet und 2555 Menschen verletzt worden.

Einsetzender Schneeregen erschwerte in der Provinz Van die Bedingungen für Überlebende des Bebens, von denen einige noch immer auf Zelte warteten. Das Beben mit einer Stärke von 7,2 hatte fast 2300 Häuser zerstört.

Die Provinz Van liegt im Südosten des Landes und grenzt an den Iran. Sie wird mehrheitlich von Kurden bewohnt. Die Türkei wird immer wieder von heftigen Erdbeben heimgesucht.

Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan hatte Baufirmen und Aufsichtsbehörden am Mittwoch schwere Versäumnisse vorgeworfen. Bei der Katastrophe sei der Beton einiger Gebäude wie Sand zerbröselt. Die Nachlässigkeit von Gemeinden, Bauunternehmen und Kontrolleuren sei als ein Verbrechen zu betrachten.

(bert/sda)

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