14 Jahre Gefängnis für Kinderpornografie
publiziert: Montag, 9. Mai 2005 / 18:54 Uhr / aktualisiert: Montag, 9. Mai 2005 / 19:52 Uhr

Solothurn - Das Obergericht des Kantons Solothurn hat 14 Angeklagte wegen des Herunterladens von harter Kinderpornografie zu bedingten Gefängnisstrafen verurteilt. Es trug damit einem Bundesgerichtsurteil vom Oktober 2004 Rechnung.

Bei allen Angeschuldigten handelt es sich um Ersttäter.
Bei allen Angeschuldigten handelt es sich um Ersttäter.
Im April 2003 hatte das Solothurner Obergericht einen der 14 Angeschuldigten frei gesprochen. Das Gericht war zum Schluss gekommen, dass dem Betroffenen nicht vorgeworfen werden könne, mit dem Herunterladen von illegalem Bildmaterial harte Poronografie hergestellt zu haben.

Damit war die Solothurner Staatsanwaltschaft nicht einverstanden und gelangte ans Bundesgericht.

Mit seinem Urteil vom 5. Oktober 2004 hielt das Bundesgericht fest, dass das Herunterladen und Abspeichern harter Pornografie vom Internet schon vor dem 1. April 2002 strafbar gewesen sei. Laut Bundesgericht gilt das Kopieren von bereits vorhandenem Material als Herstellen.

13 ähnliche Fälle

Im Laufe des Aprils nahm das Obergericht in diesem und 13 ähnlich gelagerten Fällen daher separate Neubeurteilungen vor.

Wie es in einer schriftlichen Mitteilung des Obergerichts heisst, sind in allen 14 Prozessen bedingte Schuldsprüche von zwei Wochen bis sechs Monaten ergangen.

Symbiose von Angebot und Nachfrage

Da es sich bei allen Angeschuldigten um Ersttäter gehandelt habe, die Einsicht gezeigt hätten und sich seit Jahren nichts mehr zuschulden kommen liessen, seien bedingte Strafen ausgesprochen worden.

Das Obergericht betonte, dass die Konsumenten zusammen mit den Produzenten von kinderpornografischem Material eine kriminelle Symbiose von Angebot und Nachfrage bildeten. Es dürfe nicht vergessen werden, dass hinter jeder Abbildung ein real vorgenommener sexueller Gewaltakt an einem Kind stehe.

(kst/sda)

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