15 Hausdurchsuchungen wegen Kinderpornographie
publiziert: Donnerstag, 4. Sep 2003 / 18:09 Uhr / aktualisiert: Donnerstag, 4. Sep 2003 / 19:41 Uhr

Bern - Bund und Kantone haben am Mittwoch erneut eine Polizeiaktion gegen Kinderpornografie im Internet durchgeführt. In sieben Kantonen führten sie bei 15 Personen Hausdurchsuchungen durch.

Diese 15 Verdächtigen sollen als Mitglieder von E-Groups Kinderpornografie in Verkehr gebracht haben und besitzen. Die Operation fand gleichzeitig in den Kantonen Aargau, Basel-Stadt, Jura, Luzern, Waadt und Zürich sowie in Kanton und Stadt Bern statt, wie das Bundesamt für Polizei (fedpol.ch) mitteilte.

Ob Verhaftungen vorgenommen werden, hängt von der Auswertung des sichergestellten Materials ab, wie Roger Borer, Leiter Koordination bei der Bundeskriminalpolizei, auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda sagte. Die neuen Ermittlungen stünden nicht im Zusammenhang mit der grossangelegten Aktion Genesis, erklärte er weiter.

Das fedpol.ch erhielt nach eigenen Angaben Ende 2002 von der US-Ermittlungsbehörde FBI erstmals Beweismaterial zu in Kinderpornografie verwickelten E-Groups in der Schweiz. Im Mai vereinbarten die betroffenen Kantone und die Stadt Bern die Haussuchungen bei den 15 Verdächtigen.

Das FBI hatte bei einem grossangelegten Ermittlungsverfahren umfangreiches kinderpornografisches Bildmaterial von den fraglichen E-Groups sichergestellt. Die Gruppen dienten dem Austausch von kinderpornografischem Bildmaterial.

Durch die Mitgliedschaft in den E-Groups erhielten die Beteiligten Zugang zum gesamten Angebot von kinderpornografischem Material. Die E-Groups wurden von den Mitgliedern auch mit entsprechendem Bildmaterial gespiesen.

Der Gründer der E-Groups wurde 2002 in den USA verhaftet und wegen Verbreitung von Kinderpornografie zu einer 30-jährigen Freiheitsstrafe verurteilt.

Im Rahmen der landesweiten Operation Genesis gegen Kinderpornografie im Internet waren zwischen Sommer 2002 und Sommer 2003 in der Schweiz 1001 Verdächtige angezeigt worden.

(bert/sda)

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