16-jähriger Student startet «zweites Internet»
publiziert: Freitag, 10. Okt 2008 / 19:24 Uhr / aktualisiert: Montag, 13. Okt 2008 / 23:37 Uhr

Wien - Ein erst 16-jähriger Wiener Student sorgt derzeit mit einer kreativen Idee für Aufregung in der Internet-Community. In Eigenregie hat Julian Zehetmayr in den vergangenen drei Monaten das sogenannte «Second Web» entwickelt, das eine Art zweites Internet parallel zum regulären Web darstellt.

Das Second Web sorgt nicht bei allen für Freude.
Das Second Web sorgt nicht bei allen für Freude.
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«Natürlich ist das Second Web kein richtiges zweites Internet. Für den Nutzer bleibt der Unterschied aber minimal», erklärt Zehetmayr im Gespräch mit pressetext. Zweck des Ganzen sei die Lösung des Domainproblems im WWW.

«Mittlerweile sind weltweit bereits 140 Mio. Internetadressen registriert. Die Wunschdomain ist da für viele leider nicht mehr zu bekommen, weil sie bereits vergeben ist», fasst Zehetmayr die Grundidee hinter seinem Projekt zusammen. Genau hier setzte das «zweite Internet» an, indem es dem User eine gute Chance biete, dennoch zu seiner Wunschadresse zu kommen, so der Student.

«Auf die Idee zum Second Web bin ich gekommen, als ich selbst auf der Suche nach interessanten Domains war», schildert Zehetmayr. Schon bald habe der Student dabei erkennen müssen, dass die gewünschten Adressen schon alle vergeben seien. «Das Domainproblem im Internet ist heute nicht mehr zu übersehen. Da wäre es doch sinnvoll, wenn es dennoch eine Möglichkeit gäbe, an die gewünschte Webadresse zu kommen», erläutert Zehetmayr den Grundgedanken seiner Idee.

Fünf Dollar für Wunschadresse

Dass der 16-Jährige damit ein äusserst aktuelles Problem der Internetnutzer-Community aufgreift, bestätigt die enorme Nachfrage nach Second-Web-Domains. «Seit unserem Start am 21. September haben User bereits 4000 Webadressen bei uns registriert», merkt Zehetmayr an. Der Interessentenkreis wachse dabei täglich und sei durchwegs international. «Wir wissen, dass das Second Web niemals das erste ersetzen kann, weil es ja auf ihm basiert. Alles was wir wollen, ist virtuelle Domains in einem fiktiven zweiten Internet zu verkaufen», so Zehetmayr.

Nutzer, die sich eine Wunschadresse im Second Web sichern wollen, müssen hierfür einmalig fünf Dollar investieren. Bislang sind allerdings lediglich .com-Adressen registrierbar. «Auf längere Sicht sollen aber auch andere Domains integriert werden», betont Zehetmayr. So arbeitet der Student bereits an der Einbindung von .web- und verschiedenen länderspezifischen Adressen.

«Wer Seiten im Second Web finden will, muss zunächst auf unsere Homepage gehen. Dort hat er die Möglichkeit in einem speziellen Browser nach bestimmten Domains zu suchen», erläutert Zehetmayr. Um dies auch im regulären Internet zu ermöglichen, wolle der Student aber noch ein eigenes Add-On entwickeln, dass diese Suchfunktion in bekannte Programme wie Firefox oder Internet Explorer einbindet.

Juristisch abgesichert

Dass die neue Registrierungsmöglichkeit von einigen Unternehmen, die sich im normalen Web eine Adresse unter ihrem Namen gesichert haben, nicht mit sonderlich viel Freude aufgenommen werden könnte, sieht Zehetmayr nicht als Gefahr für sein Projekt.

«Wir haben uns in dieser Hinsicht rechtlich abgesichert. Juristisch gesehen handelt es sich bei Second-Web-Domains nämlich nicht um echte Internetadressen, sondern um Datenbankeinträge», stellt Zehetmayr klar. «Wenn sich eine Firma dennoch bei uns beschwert, dann wird die betreffende Domain von uns gesperrt und der User, der sie registriert hat, bekommt sein Geld zurück», so Zehetmayr abschliessend.

(ht/pte)

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