17-Jährige erfindet eigene Entführung
publiziert: Montag, 13. Feb 2006 / 15:05 Uhr

Glarus - Eine 17-jährige Frau hat ihre Entführung durch mehrere Männer im letzten Sommer in Ziegelbrücke gemäss der Glarner Kantonspolizei vorgetäuscht.

Der Polizei kamen schnell Zweifel an der Geschichte der jungen Frau. (Archivbild)
Der Polizei kamen schnell Zweifel an der Geschichte der jungen Frau. (Archivbild)
Sie ist nun wegen falscher Anschuldigung und Irreführung der Rechtspflege angezeigt worden.

Die in der Region wohnhafte Frau hatte sich am 25. August 2005 mit einer spektakulären Entführungsgeschichte bei der Polizei gemeldet.

Die 17-jährige Tamilin gab an, beim Bahnhof Ziegelbrücke GL auf dem Weg zur Arbeit von unbekannten Landsleuten in eine dunkle Limousine gezerrt worden zu sein.

Gemäss eigener Darstellung wurde die Frau in eine Waldhütte verschleppt, wo sie geschlagen wurde und danach bewusstlos zusammenbrach. Wieder bei Bewusstsein gelang es der jungen Frau, die Unaufmerksamkeit der Täter zur Flucht zu nutzen.

Erhebliche Zweifel

Inzwischen ist klar, dass die junge Frau diese Geschichte erfunden hat, wie die Glarner Kantonspolizei mitteilte. Die umfangreichen Ermittlungen hätten erhebliche Zweifel an der vom angeblichen Opfer geschilderten Entführung ergeben.

Unmittelbar nach der vermeintlichen Entführung hatte die Polizei gemäss eigenen Angaben keine Anhaltspunkte, dass die Entführung erfunden sein könnte. Auf Grund der Befragung verschiedener Personen stellte die Polizei aber bald klare Widersprüche fest.

Die junge Frau hält weiterhin an ihrer Geschichte fest, wie Polizeisprecher Hannes Murer auf Anfrage der SDA erklärte. Wegen falscher Anschuldigung und Irreführung der Rechtspflege muss sich nun die 17-Jährige vor der Jugendanwaltschaft verantworten.

(rr/sda)

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