Gesundheit
17 Prozent der Jugendlichen und Kinder sind zu dick
publiziert: Montag, 2. Sep 2013 / 20:14 Uhr
Ältere Kinder sind häufiger übergewichtig sind als jüngere.
Ältere Kinder sind häufiger übergewichtig sind als jüngere.

Bern - Übergewicht von jungen Leuten bleibt in der Schweiz ein ernst zu nehmendes Problem: Rund 17 Prozent der Kinder und Jugendlichen bringen zu viele Kilos auf die Waage. Knapp 4 Prozent der Schülerinnen und Schüler sind gar stark übergewichtig.

7 Meldungen im Zusammenhang
Das Phänomen lässt sich auf allen Schulstufen und sowohl in ländlichen als auch ins städtischen Gebieten beobachten. Zu diesem Schluss kommt der zweite vergleichende Bericht zum Übergewicht bei Schülerinnen und Schülern in der Schweiz, der am Montag von der Stiftung Gesundheitsförderung Schweiz publiziert wurde. Untersucht wurden Gewichtsdaten von Kindern und Jugendlichen in insgesamt neun Kantonen und den Städten Bern und Zürich.

Generell kann festgehalten werden, dass Übergewicht in den grösseren Städten und städtischen Kantonen zwar etwas stärker verbreitet ist als in ländlichen Regionen, dass aber auch hier erhebliche Anteile der Kinder und Jugendlichen übergewichtig sind. Im Vergleich mit dem ersten BMI-Monitoring im Jahr 2010 zeigen sich nur wenige Änderungen.

Stagnation auf hohem Niveau

Es zeichne sich also noch keine Trendwende ab, schreiben die Studienleiter. «Die Stabilisierung des Anteils der übergewichtigen Kinder auf den verschiedenen Schulstufen kann aber zweifellos als positives Zeichen gewertet werden.»

Es sei zwar unmöglich, festzustellen, welches Verdienst die aktuellen Präventionsprogramme an den Befunden hätten, doch insgesamt scheine sich die «Epidemie des Übergewichts» bei den Kindern gegenwärtig nicht mehr weiter auszubreiten.

Vergleiche man die Werte mit dem Ausland, zeige sich zudem, dass Übergewichtsprobleme von Kindern in anderen europäischen Ländern wie Grossbritannien oder Spanien noch viel ausgeprägter seien als hierzulande.

Je älter, desto dicker

Ein Blick auf die verschiedenen Schulstufen zeigt, dass ältere Kinder häufiger übergewichtig sind als jüngere. In fünf Kantonen und Städten zeigt sich ein deutlicher Anstieg des Anteils der Übergewichtigen zwischen der Basis- und der Mittelstufe und ein etwas geringerer Anstieg zwischen der Mittel- und der Oberstufe.

Gesamthaft betrachtet ist jedes achte Kind auf der Basisstufe übergewichtig (12 Prozent). Auf der Mittelstufe sind es bereits 18 Prozent und auf der Oberstufe 21 Prozent.

Ausländische Kinder häufiger betroffen

Die Studie zeigt weiter, dass jedes vierte ausländische Kind zu dick ist, während Übergewicht bei den jungen Schweizern nur in 15 Prozent der Fälle ein Problem darstellt. Auf gewissen Schulstufen und in gewissen Städten und Kantonen beträgt der Anteil übergewichtiger ausländischer Kinder mehr als das Doppelte des Anteils der übergewichtigen Schweizer Kinder.

Obwohl nur aus vier Kantonen und Städten Angaben zur sozialen Herkunft der Kinder vorliegen, zeigen die verfügbaren Daten deutlich, dass Übergewicht vor allem bei Kindern von Eltern mit einem tieferen Bildungsabschluss verbreitet ist. Diese Kinder sind in der Regel doppelt bis viermal so häufig von Übergewicht betroffen wie Kinder von Eltern mit einer Hochschulbildung.

Dagegen sind die Unterschiede zwischen Knaben und Mädchen vergleichsweise schwach ausgeprägt. Tendenziell finden sich auf der Basisstufe etwas mehr übergewichtige Mädchen, auf der Oberstufe dagegen mehr übergewichtige Knaben.

Neun Kantone und zwei Städte

Der Bericht zeigt eine vergleichende Auswertung der Gewichtsdaten von Kindern und Jugendlichen in der Schweiz, welche von schulärztlichen oder Gesundheitsdiensten gesammelt und Gesundheitsförderung Schweiz für die Analyse zur Verfügung gestellt wurden.

Drei Datenerhebungen wurden im Schuljahr 2010/2011, sieben im Schuljahr 2011/2012 und eine im Schuljahr 2012/13 durchgeführt. Untersucht wurden die Zahlen der Kantone Basel-Landschaft, Basel-Stadt, Bern, Luzern, St. Gallen, Obwalden, Genf, Graubünden und Jura sowie der Städte Bern und Zürich.

 

(fest/sda)

Kommentieren Sie jetzt diese news.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Versicherungen Bern - Die obligatorische Krankenpflegeversicherung (OKP) ... mehr lesen
Neu werden Einzeltherapien für schwer übergewichtige Kinder und Jugendliche übernommen.
Gesundheit liegt den Schweizern am Herzen.
Zürich - Sport, gesunde Ernährung, Therapien: Schweizerinnen und Schweizer legen viel Wert auf ihre Gesundheit. Jede und jeder zweite investiert im Durchschnitt 14 Stunden pro ... mehr lesen
Bern - Die Schweizer Bevölkerung ... mehr lesen
Die Gesundheitsbefragung führt das BFS alle fünf Jahre als Teil der neuen Volkszählung durch.
Das Gen spielt vermutlich eine Rolle bei der Kontrolle des Appetits.
Lausanne - Psychiatriepatienten ... mehr lesen
London/Wien - Forscher der Oxford ... mehr lesen
Millionen britischer Kinder laufen Gefahr, einen Herzinfarkt zu bekommen. (Symbolbild)
Weitere Artikel im Zusammenhang
Die 20- bis 39-Jährigen sind die am «wenigsten aktiven» Erwachsenen Chinas.
Peking - Zunehmender Wohlstand und mangelnde Bewegung lassen die Chinesen immer dicker werden. Fast ein Drittel der Einwohner des Landes sei übergewichtig oder fettleibig, ... mehr lesen
Boston - Fettsucht könnte ein ... mehr lesen
Es gibt laut Wissenschaftlern nur eine Präventionsmassnahme: schlank bleiben.
.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. mehr lesen 21
Nicht nur im medizinischen Bereich finden CBD Produkte Akzeptanz.
Nicht nur im medizinischen Bereich finden CBD Produkte Akzeptanz.
Publinews Nahrungsergänzungsmittel erfreuen sich seit Jahren hoher Beliebtheit bei den Deutschen. Der Trend, Nahrungsmittelergänzungsmittel zu verwenden, stammt aus den USA. In den USA finden sie bereits seit Jahren regelmässigen Einsatz und werden täglich benutzt. mehr lesen  
Publinews    Wenn man von optimaler Begleitung ... mehr lesen  
Einschulung.
Wie man die Zukunft sieht...
Der Sehsinn gilt als wichtigster Sinn des Menschen. Rund 90 Prozent aller Umwelteindrücke hängen von den Augen ab. Trotzdem steigt die Anzahl an ... mehr lesen  
ZHAW - Zürcher Hochschule für angewandte Wissenschaften  Bei der Digitalisierung im Gesundheitswesen belegt die Schweiz im internationalen Vergleich die hinteren Plätze. Um Ränge gutzumachen, müssten Entscheidungsträger den digitalen Wandel ... mehr lesen
Auch das ist Digital Health: Trainingsspiele für ältere Menschen (ZHAW-Forschungsprojekt «WeTakeCare»)
Titel Forum Teaser
 
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Fr Sa
Zürich -2°C 13°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich sonnig
Basel -1°C 14°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich sonnig
St. Gallen 0°C 11°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt sonnig
Bern -2°C 13°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich sonnig
Luzern 0°C 13°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt sonnig
Genf 2°C 15°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig sonnig
Lugano 2°C 14°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig recht sonnig
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten