Angriff von mutmasslichen Dschihadisten
170 Geiseln in Mali
publiziert: Freitag, 20. Nov 2015 / 10:31 Uhr / aktualisiert: Freitag, 20. Nov 2015 / 13:42 Uhr

Bamako - Aus dem belagerten Hotel in der malischen Hauptstadt Bamako sind am Freitag dutzende Geiseln befreit worden. Der malische TV-Sender ORTM berichtete von 80 befreiten Geiseln.

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Der Sicherheitsminister des Landes sprach von "rund 30 Geiseln", die von Spezialkräften befreit worden seien. Andere hätten allein aus dem Gebäude fliehen können, fügte Salif Traoré hinzu, äusserte sich aber nicht zu Details.

Mehrere Angreifer hatten zuvor das Luxushotel Radisson Blu gestürmt und nach Angaben des Hotelkonzerns Rezidor 170 Geiseln genommen. Aus dem Inneren des Gebäudes waren Schüsse zu hören, es gab mindestens drei Tote. Nach Angaben aus malischen Sicherheitskreisen handelt es sich bei den Geiselnehmern um Dschihadisten.

Nach Angaben eines Mitglieds des Hotel-Sicherheitsteams nutzten die Angreifer einen Wagen mit diplomatischen Kennzeichen, um Zugang zum normalerweise sehr gut gesicherten Radisson zu erhalten. Medienberichten zufolge skandierten die Angreifer "Allahu Akbar" (Gott ist am grössten), was den Verdacht eines islamistischen Terroranschlags weiter erhärtet.

Franzosen und Inder im Hotel

Frankreichs Präsident François Hollande sprach von mehreren "Touristen oder Unternehmensvertretern zahlreicher Nationalitäten", die sich im Hotel aufhielten. Er rief die französischen Staatsbürger in Mali auf, sich bei der französischen Botschaft in Bamako zu melden.

Unter den Gästen war auch eine zwölfköpfige Air-France-Crew. Alle Mitarbeiter seien aber an einem sicheren Ort, teilte die französische Fluggesellschaft mit. Auch sechs Mitarbeiter der Fluggesellschaft Turkish Airlines halten sich im Radisson-Blu Hotel auf, wie ein Vertreter der türkischen Regierung sagt.

Das Aussenministerium in Indien erklärte zudem, unter den Geiseln seien auch mindestens 20 Landsleute. Malis Präsident Ibrahim Boubakar Keita brach eine Regionalkonferenz im Tschad ab und reiste nach Mali zurück.

Angriff auf Hotel im August

Im August waren bei einer Geiselnahme und anschliessenden Gefechten in einem bei Ausländern beliebten Hotel in der malischen Stadt Sévaré 13 Menschen getötet worden, unter ihnen fünf UNO-Mitarbeiter. Zum Angriff bekannten sich malische Dschihadisten.

Eine französische Militärintervention hatte Anfang 2013 in Mali den Vormarsch bewaffneter Rebellen in Richtung Süden gestoppt. Mehrere Gruppen verüben aber weiterhin Anschläge.

Frankreich übergab den Militäreinsatz später an die UNO-Blauhelmtruppe MINUSMA. Im Süden des Landes bildet die Europäische Union malische Soldaten aus.

(bert/sda)

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