20. Geburtstag des World Wide Web
publiziert: Donnerstag, 12. Mrz 2009 / 11:17 Uhr / aktualisiert: Donnerstag, 12. Mrz 2009 / 18:11 Uhr

Vor 20 Jahren schrieb Tim Berners-Lee seine Projektskizze «Informationsmanagement: Ein Vorschlag» für das Forschungszentrum CERN in Genf und legte damit den Grundstein für das World Wide Web wie wir es heute kennen und täglich wie selbstverständlich nutzen.

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Tim Berners-Lee ist heute Professor am Massachusetts Institute of Technology (MIT).
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2 Meldungen im Zusammenhang
Doch wie entstand das World Wide Web und wer war daran beteiligt?

Der studierte Physiker Berners-Lee war am CERN mit der Software-Entwicklung für Technologie für Speicherung und Austausch der riesigen Datenmengen beschäftigt, die bei den physikalischen Grossversuchen ständig anfallen.

Doch nicht nur die Menge der Daten beschäftigte die Forscher, auch ihre Vielfalt. Je nach Forschungsgruppe wurde eine Vielzahl von verschiedenen Computer-Systemen und Datei-Formaten verwendet.

Zudem bereitete den Wissenschaftlern die multinationale Struktur des CERN Probleme: Teile der Anlagen lagen auf französischem, andere Teile auf Schweizer Boden. Dies erschwerte den Austausch von Informationen zwischen den CERN-Mitarbeitern zusätzlich.

1989 machte Berners-Lee den Vorschlag für ein Hypertext-basiertes System, dass den Austausch von beliebigen Dokumenten unter den Wissenschaftlern am CERN unabhängig von ihrem Standort ermöglichen sollte. Grundlage dafür war das Internet, das Ende der 80er Jahre noch aus etwa 150'000 Rechnern bestand, die vorrangig in den Rechenzentren von Forschungseinrichtungen, Universitäten und einigen Grossunternehmen zu finden waren.

Hypertext

Die Idee des Hypertext besteht darin, eine beliebige Textstelle mit einer anderen, die verwandte Inhalte hat, zu verknüpfen. Ähnlich ist das Konzept der Hypermedia, nur dass es die Verknüpfungen nicht nur zwischen Textstellen, sondern zwischen beliegen Dokumenten bestehen können, zum Beispiel Bildern oder Musik-Dateien.

Heute erscheint uns diese Idee alltäglich, denn wir benutzen (Hyper-)Links beim Surfen im Web selbstverständlich. Auch ein Inhaltsverzeichnis in einer Zeitschrift oder einem Buch entspricht dem Konzept des Hypertext, denn die Einträge im Inhaltsverzeichnis verweisen auf die Artikel oder Kapitel im Inneren.

Doch wenn man das Buch selbst liest, folgt man zumeist einer anderen, jahrhundertealten Tradition: Man liest das Buch einfach von vorne nach hinten und springt nicht in der Geschichte hin und her - ausser, wenn das Buch zu spannend ist und man das Ende nicht abwarten kann.

Schon weit vor Tim Berners-Lee hatten amerikanische Wissenschaftler Konzepte veröffentlicht, in denen Wissen mit Computer-Technologie vernetzt und bereitgestellt werden sollte, so schlug der Ingenieur Vannevar Bush schon 1945 eine Maschine namens «Memex» vor, der Soziologe Ted Nelson arbeitet ab 1960 an einem Projekt namens «Xanadu».

Doch beide scheiterten daran, dass die Konzepte zu komplex zu die vorhandenen Computer-Technologie noch nicht weit genug entwickelt war.

(Susanne Kirchhoff/teltarif.ch)

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