20 Mal mehr Euro-Blüten in Falschgeldstatistik als im Vorjahr
publiziert: Freitag, 7. Mai 2004 / 16:47 Uhr / aktualisiert: Freitag, 7. Mai 2004 / 17:21 Uhr

Bern - Knapp 70 000 gefälschte Banknoten und Münzen sind von der Bundeskriminalpolizei im vergangenen Jahr sichergestellt worden. Das Falschgeld entstammt 19 Währungen. Im Vergleich zu 2002 tauchten 20 Mal mehr nachgemachte Euro-Münzen und -Noten auf.

Immer mehr Euro-Blüten tauchen auf.
Immer mehr Euro-Blüten tauchen auf.
Wertmässig macht die Schweizer Währung den grössten Anteil des gefundenen Falschgeldes aus. 18 Millionen Franken oder 21 527 Banknoten und Münzen der einheimischen Währung wurden im letzten Jahr sichergestellt, wie das Bundesamt für Polizei (fedpol.ch) mitteilte.

2002 waren es 19 773 Fälschungen mit einem Wert von knapp 6 Mio. Franken. Die überwiegende Mehrheit der Blüten tauchte bei betrügerischen Geldwechseldelikten (so genannten Rip-Deals) auf. Grund für die starke Zunahme ist, dass Täter in Europa fast nur noch Wechselgeschäfte mit Euro und Franken anbieten können.

Für diese Geschäfte werden laut fedpol hauptsächlich Druckfälschungen von schlechter Qualität verwendet. Doch die Fälscher griffen auch zu Tintenstrahldrucker und Farbkopierer: Notengeld im Wert von knapp 400 000 Franken wurde mit diesen Instrumenten fabriziert.

Die Umstellung von den europäischen Landeswährungen auf den Euro ist in Falschmünzerkreisen offensichtlich vollzogen worden. Im Vergleich zu 2002 weist die Schweizer Falschgeldstatistik 2003 rund 20 Mal mehr Euro-Fälschungen aus. 9607 nachgemachte Münzen und Noten im Wert von rund 3,3 Mio. Euro wurden sichergestellt.

2002 waren es erst 458 Fälschungen im Wert von 35 080 Euro. Parallel dazu tauchten weit weniger nachgemachte Mark, Lire und Französische Francs auf. In den EU-Ländern liege die Zahl der Euro-Fälschungen inzwischen etwa auf dem Niveau der Fälschungen von Landeswährungen, schreibt fedpol weiter.

Es sei davon auszugehen, dass von Euro-Banknoten sehr gute Fälschungen mit nachgemachten Sicherheitsmerkmalen im Umlauf seien. Hergestellt würden die Blüten neuerdings meist in osteuropäischen Ländern.

(bsk/sda)

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