Rassismus im Ausnahmeheim
20 Verletzte nach Massenschlägerei im Asylantenheim
publiziert: Mittwoch, 2. Feb 2000 / 18:00 Uhr

Schöppingen (D) - Bei einer Massenschlägerei zwischen 70 Asylbewerbern und Flüchtlingen sind im westfälischen Schöppingen 20 Menschen zum Teil schwer verletzt worden. Auslöser der Randale am Dienstagabend in dem Aufnahmelager waren laut Polizei «alltägliche Nichtigkeiten» und Vorurteile.

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Von den verletzten Männern wurden zehn stationär und zehn ambulant in umliegenden Krankenhäusern behandelt. Wie die Staatsanwaltschaft Münster am Mittwoch berichtete, wurden vier Anstifter vorläufig festgenommen.
Die Staatsanwaltschaft beantragte gegen die Männer aus Russland, Weissrussland und Litauen Haftbefehl wegen schweren Landfriedensbruchs und anderer Straftaten. Die Polizei hatte mit einem Grossaufgebot die Schlägerei in der Unterkunft des Deutschen Roten Kreuzes geschlichtet.
Etwa 20 Osteuropäer sollen eine Gruppe von rund 50 Schwarzafrikanern verschiedener Nationen angegriffen haben. Dabei seien die Angreifer mit abgebrochenen Flaschenhälsen, Messern und Knüppeln auf die Afrikaner losgegangen. Einige von ihnen wurden aus acht bis zehn Metern Höhe aus dem Fenster geworfen.
Insgesamt seien 20 Afrikaner verletzt worden, darunter zwei mit gebrochenem Becken oder Rückgrat sehr schwer, aber nicht lebensgefährlich. Andere erlitten Stich- und Schnittwunden, die Angreifer seien offenbar unverletzt geblieben.

(ba/sda)

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