Schwerverletzte bei Auseinandersetzungen in Kairo
200 Verletzte bei Protesten in Kairo
publiziert: Freitag, 12. Okt 2012 / 16:39 Uhr / aktualisiert: Freitag, 12. Okt 2012 / 18:31 Uhr
Mohammed Mursi
Mohammed Mursi

Kairo - Der politische Streit wird in Ägypten jetzt wieder mit Fäusten ausgetragen. Islamisten und Vertreter von Parteien aus dem linken und liberalen Spektrum gingen am Freitag während einer Kundgebung auf dem Tahrir-Platz in Kairo aufeinander los.

3 Meldungen im Zusammenhang
Nach Angaben von Augenzeugen und Spitalärzten wurden 200 Demonstranten schwer verletzt. Anhänger des islamistischen Präsidenten Mohammed Mursi schlugen mit Stöcken und Eisenstangen um sich. Sie zerlegten eine Tribüne der säkularen Opposition. Nach Angaben von Augenzeugen flogen auch Steine von beiden Seiten. Die Polizei griff nicht ein.

Die Islamisten riefen: «Das Volk will die Säuberung der Justiz» und «Wir lieben dich, oh Mursi». Sie trugen Bilder von Hassan al-Banna, dem Gründer der Muslimbruderschaft. Die «Revolutionsjugend» und Mitglieder verschiedener linker Parteien schrien ihnen entgegen: «Nieder mit der Herrschaft der Muslimbrüder» und «Nieder mit dem Verfassungsrat».

Generalstaatsanwalt will nicht gehen

Präsident Mursi, der seine politische Heimat in der Muslimbruderschaft hat, hatte am Donnerstag den Generalstaatsanwalt Abdelmagid Mahmud entlassen. Hintergrund dafür war ein Freispruch für 24 ehemalige Funktionäre.

Diese waren verdächtigt worden, Anfang Februar 2011 einen Angriff berittener Schlägertrupps auf Demonstranten in Kairo organisiert zu haben. Damals, als sich die Proteste noch gegen den damaligen Präsidenten Husni Mubarak richteten, hatten die Islamisten noch Seite an Seite mit Menschenrechtlern, Linken und Liberalen demonstriert.

Die Staatsmedien berichteten am Freitag, der Generalstaatsanwalt habe sich geweigert, sein Amt aufzugeben. Mahmud sagte demnach, Mursi dürfe ihn gar nicht entlassen. Der Generalstaatsanwalt könne nur selbst seinen Rücktritt anbieten, und dies habe er nicht vor.

Islamisten mobilisierten gegen Demonstration

Die linken und liberalen Parteien hatten sich am Mittag zu einer bereits seit Wochen geplanten Kundgebung gegen Mursi und das von Islamisten dominierte Verfassungskomitee versammelt. Die Islamisten hatten ihre Anhänger am Donnerstag kurzfristig dazu aufgerufen, zur selben Zeit auf dem Platz zu protestieren. Das Motto ihrer Kundgebung lautete: «Säuberung der Justiz».

Die Muslimbruderschaft teilte zwar mit, ihre Mitglieder hätten mit der Randale auf dem Tahrir-Platz nichts zu tun. Der Vorsitzende ihrer Partei, Essam al-Arian, schrieb aber im Kurznachrichtendienst Twitter folgende Botschaft an die Parteijugend: «Diejenigen von euch, die zum Tahrir-Platz gegangen sind, sollen sich am (Ägyptischen) Museum treffen, um gemeinsam zum Gerichtsgebäude zu marschieren.»

Die sogenannte Revolutionsjugend kritisierte die Muslimbruderschaft, die den Präsidenten stellt und die grösste Fraktion im Parlament stellt. Ein Sprecher der Jugendbewegung sagte, wer an der Macht sei, habe kein Recht zu demonstrieren.

(alb/sda)

?
Facebook
SMS
SMS
0
Forum
Kommentieren Sie jetzt diese news.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Kairo - Am zweiten Tag in Folge haben sich in der ägyptischen Hauptstadt Kairo Demonstranten und Sicherheitskräfte gewaltsame ... mehr lesen
Hosni Mubarak
Kairo - Auf dem Tahrir-Platz in Kairo haben am Freitag erneut Zehntausende gegen Ägyptens Obersten Militärrat protestiert. ... mehr lesen
Muslimbrüder demonstrieren auf dem Tahrir-Platz in Kairo.
Niederländischer Soldat schliesst sich der IS an.
Niederländischer Soldat schliesst sich der IS ...
Feldwebel der Luftwaffe nun in Syrien  Den Haag - Erstmals hat sich ein im aktiven Dienst stehender niederländischer Soldat der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) in Syrien angeschlossen. Nach Angaben des Verteidigungsministeriums in Den Haag handelt es sich um einen 26 Jahre alten Feldwebel der Luftwaffe. 
Terrorverfahren gegen Thalys-Schützen eröffnet Paris - Gegen den Attentäter im Schnellzug Thalys von Amsterdam nach Paris wird nach Angaben der französischen ...
Träume und Zukunftsaussichten liegen in Trümmern  Köln - Die blutigen Konflikte im Nahen Osten und Nordafrika halten nach UNICEF-Angaben 13 ...  
Mit Hilfe der UNICEF werden die Kinder zur Schule gebracht - trotzdem hat die Hälfte der Mädchen und Jungen keine Chance auf Bildung.
Gewalt und Instabilität darf nicht als normalen Teil ihres Lebens angesehen werden - diese Erfahrung darf sich nicht verfestigen.
UNICEF ruft zu besserem Schutz von Kindern in Kriegen auf Berlin - Das UNO-Kinderhilfswerk UNICEF hat Regierungen und Konfliktparteien in aller Welt zum besseren Schutz von ...
Titel Forum Teaser
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3275
    Auch... interessant! Die EU-Staaten zanken sich gegenwärtig darüber wie sie ... heute 11:11
  • Kassandra aus Frauenfeld 1488
    Wirklich schön geschrieben, Schäfchen! Jeder kann nun ganz einfach sehen, dass Sie wirklich nur blöken und ... heute 11:08
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3275
    Zuzug Hunderttausende Flüchtlinge wieder dieses Jahr für D, plus ... gestern 16:48
  • keinschaf aus Wladiwostok 2724
    und noch was: Einfach, dass die Verhältnisse geklärt sind. Da wollte es wohl ... Di, 01.09.15 22:19
  • keinschaf aus Wladiwostok 2724
    VerARSCHung!! "Die Migranten vor dem Budapester Ostbahnhof schwenkten Fahrscheine, ... Di, 01.09.15 22:10
  • LinusLuchs aus Basel 117
    Absolut schonungslos Harte Kost, die Serdar Somuncu seinem Publikum zumutet. Letzte Woche ... Di, 01.09.15 16:36
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3275
    Die... Massen, die gegenwärtig nach Europa strömen, kann man nicht mehr ... Di, 01.09.15 13:28
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3275
    Wer... vor Krieg, Genozid oder politischer Verfolgung flieht, der muss ... Mo, 31.08.15 15:49
Wettbewerb
Unvergessliche Momente auf der OCHSNER SPORT CLUB Fanbank.
Hautnah dabei  OCHSNER SPORT CLUB bringt dich hautnah an die Stars der Super League.
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
DO FR SA SO MO DI
Zürich 12°C 14°C leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt
Basel 10°C 15°C leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt
St.Gallen 13°C 16°C leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt
Bern 13°C 19°C leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt
Luzern 15°C 19°C bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen
Genf 13°C 21°C leicht bewölkt leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig
Lugano 17°C 21°C leicht bewölkt, Gewitter, wenig Regen leicht bewölkt, Gewitter, wenig Regen leicht bewölkt, Gewitter, wenig Regen leicht bewölkt, Gewitter, wenig Regen leicht bewölkt, Gewitter, wenig Regen
mehr Wetter von über 6000 Orten