2005 war Ausnahmejahr an Schweizer Börse
publiziert: Sonntag, 1. Jan 2006 / 11:03 Uhr

Zürich - Wer im letzten Jahr an der Schweizer Börse investiert hat, darf sich über eine reiche Ernte freuen. Im neuen Jahr dürfte sie nicht mehr ganz so üppig ausfallen.

Mit einem Kursanstieg von über 30 Prozent rangiert die Schweizer Börse im Jahr 2005 in der Spitzengruppe der wichtigen Börsenplätze.
Mit einem Kursanstieg von über 30 Prozent rangiert die Schweizer Börse im Jahr 2005 in der Spitzengruppe der wichtigen Börsenplätze.
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Denn 2005 war ein Ausnahmejahr, das sich nicht ohne weiteres wiederholen lässt.

Mit einem Kursanstieg von über 30 Prozent rangiert die Schweizer Börse im Jahr 2005 in der Spitzengruppe der wichtigen Börsenplätze. Noch stärker legte sie zuletzt in den Jahren 1993 (+40 Prozent) und 1997 (+60 Prozent) zu.

Dabei war der Beginn verhalten: Noch im Januar hatten in einer Umfrage bloss 27 Prozent der Fondsmanager die Aktienmärkte als unterbewertet erachtet.

Zu Jahresbeginn seien die tiefen Zinsen, die Gewinn-Dynamik der Unternehmen und die Konjunktur unterschätzt worden, erklärt Analyst Claude Zehnder von der Zürcher Kantonalbank (ZKB).

Nicht nur die Aktien boomten: Praktisch alle gehandelten Vermögenswerte verbuchten Ausnahmegewinne - von den Rohstoffen wie Öl über die Edelmetalle bis zu den Obligationen und Aktien, sagt Christian Elsener von der Privatbank LB Swiss. Die Rohstoffpreise kletterten auf Höhen, die zum Teil seit einem Vierteljahrhundert nicht mehr erreicht worden waren.

Gewinne auf breiter Front

War 2004 an der Schweizer Börse noch das Jahr der Nebenwerte gewesen, entwickelten sich 2005 Neben- wie Standardwerte etwa gleich stark. Sowohl der breite Swiss Performance Index (SPI) wie das Barometer der Grosskonzerne SMI legten um rund 35 Prozent zu.

Die vordersten Plätze der Gewinnerliste besetzten jedoch erneut Nebenwerte. Der Baustoffhändler Getaz Romang, der Stahlkocher Swiss Steel, der Technologiewert ADV Digital oder die Anlagen- und Maschinenbauer Schlatter, Tornos sowie die Medizinaltechnikfirma Ypsomed gewannen zwischen 100 und 150 Prozent.

Auf Platz fünf folgt mit einem Plus von 100 Prozent als erster Blue Chip der Elektrotechnik-Konzern ABB.

Mit Kursgewinnen zwischen 40 und 60 Prozent platzierten sich die Privatbank Julius Bär, der Luxusgüter-Konzern Richemont, der Pharmakonzern Roche, der Zahnimplantate-Hersteller Nobel Biocare und die Versicherer Zurich und Swiss Life im vorderen Mittelfeld.

Die Swisscom als Verlierer

Die rote Laterne trägt bei den Standardwerten die Swisscom mit einem Minus von 8 Prozent (ohne Dividende). Der Stellenvermittler Adecco, die Chemiewerte Ciba und Clariant und der TV-Verschlüssler Kudelski pendelten um den Nullpunkt. Bei den Nebenwerten landeten einige Beteiligungsgesellschaften, wie auch der Spezialchip-Hersteller Micronas und Mövenpick im Minus.

Abstürze sind ausgeblieben

Von richtigen Abstürzen und bedrohlichen Schieflagen blieben Anleger wie Gesellschaften aber verschont. «Die Firmen haben ihre Hausaufgaben gemacht, der Markt scheint bereinigt zu sein. Das verheisst Gutes», freut sich ein Händler.

«Bewertungsmässig sind wir nicht mehr sehr günstig, aber es gibt noch Spielraum», sagt Elsener. Statt auf 30 Prozent sollten sich die Anleger auf Gewinne im Rahmen des langfristigen Durchschnitts von 8 bis 10 Prozent einstellen.

Vergleichbar mit 1997/98

Die Privatbank Lombard Odier Darier Hentsch (LODH) vergleicht 2005/06 mit 1997/98. Damals habe eine ähnliche Kombination von festem Dollar, Investoren-Vertrauen, expansiven Firmen mit starken Bilanzen sowie reichlich Liquidität die Börsen nach oben getrieben.

Nach einem Plus von fast 60 Prozent im Jahr 1997 kletterten die Kure 1998 zunächst um weitere 35 Prozent - bis die Russland-Krise und Hedgefund-Probleme den Anstieg stoppten.

(smw/sda)

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