2040: Englische Sprache wird verboten
publiziert: Samstag, 2. Dez 2006 / 12:08 Uhr / aktualisiert: Samstag, 2. Dez 2006 / 21:18 Uhr

Am Donnerstag startete im Theater 11 in Oerlikon das Queen-Musical «We Will Rock You» in die Saison. Die deutschsprachige Produktion mit deutschen und englischen Songs der Gruppe Queen überzeugte über weite Strecken.

Ein Jahr lang wird es im Theater11 heissen: «We Will Rock You».
Ein Jahr lang wird es im Theater11 heissen: «We Will Rock You».
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Und so sieht sie aus, die Welt im Jahr 2040: Der weltumspannende Konzern Global-Soft dominiert den Musikmarkt und unterdrückt jede andere Musik, die nicht von diesem Giganten stammt.

Besonders daran glauben muss der Rock und die englische Sprache, die es beide schon längst nicht mehr gibt und geben darf. Auch Musikinstrumente, besonders die E-Gitarre, sind verboten.

Kampf gegen monopolisierte Musik

Es gibt aber auch ein paar Rebellen, Bohemians genannt, und die erinnern sich vage an die Musik von Elvis Presley, Deep Purple, Queen oder Gölä und wünschen sich nichts mehr, als diese zurück. Doch die Auflehnertruppe muss erst ihren Messias, den Erlöser erkennen und sie findet ihn in Galileo.

Gemeinsam nimmt man den Kampf gegen den Moloch Global-Soft auf, sucht die verlorenen Instrumente und findet sie schliesslich, um in einem alles überwältigendem Finale mit der Bohemian Rhapsody zu zeigen: Rock ist nicht tot und wird es nie sein.

Raschatmiger Handlungsstrang

«We Will Rock You», das Musical der legendären Rockgruppe Queen aus der Feder von Ben Elton ist eine gewaltig inszenierte Show von rund drei Stunden Länge. Unter Verwendung modernster Bühnentechnik unter anderem mit Video-Projektionen zelebriert das Ensemble, deren Mitglieder aus aller Welt stammen, eine perfekte Musikshow.

Formal überzeugt das Musical mit einem schnellatmigen Handlungsstrang, der kaum Langeweile zulässt. Rasch wechselnde Bühnenbilder, perfekter Sound und eine ausgeklügelte Lichtshow lassen die Illusion einer Welt im Jahr 2040 Wirklichkeit werden.

Gegen jede Revolution

Inhaltlich hält sich das Musical an Stereotype. Das Böse dominiert, eine kleine Gruppe Freiheitsliebender nimmt den Kampf mit dem System auf. Das ist aber gar nicht so einfach in einem Staat, der mit allen geheimpolizeilichen Mitteln jede auskeimende Revolution im Keim erstickt.

Ironischerweise trifft die Kritik an der Uniformität auf das Musical selbst zu. Denn dieses bereits in mehreren Ländern aufgeführte Stück wird für den jeweiligen Auftrittsort hergerichtet. So sind für den deutschsprachigen Raum mehrere Titel der Gruppe Queen ins Deutsche übersetzt worden.

Gags aus der Schweizer Szene

Auch die Gags beziehen sich oft auf die Schweizer Musikszene (beispielsweise Gölä, Pfuri, Grops und Kniri, Krokus). Das macht We Will Rock You in einem gewissen Sinn genau so uniform, wie die Thematik im Stück selbst.

Das ist gewiss ein Schönheitsfehler, aber keine Katastrophe. So kommt das Publikum in den Genuss der Musik von Queen, die sich, ihrer Theatralik wegen (u.a. We are the champions, Radio Gaga), vorzüglich auch auf die Musical-Bühne bringen lässt. Für die Authentizität sorgen Queens Bandmitglieder Brian May und Roger Taylor, die bei der Entstehung des Musicals mitgewirkt haben.

Ein Jahr lang wird es im Theater11 heissen: «We Will Rock You». Anschliessend soll der Tross weitereisen - entweder nach Frankreich oder dann nach Österreich.

Notiz: Vorstellungen ab Dezember: Di., Do. und Fr. um 19.30 Uhr, Mi. um 18.30 Uhr, Sa. um 14.30 und 19.30 Uhr und So. um 14.30 Uhr.

(von Renato Bagattini, SFD Zürich/sda)

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