33'600 Franken Wiedergutmachung
208 Tage unschuldig hinter Gittern
publiziert: Dienstag, 12. Feb 2002 / 16:02 Uhr / aktualisiert: Mittwoch, 13. Feb 2002 / 10:05 Uhr

Lausanne - Nach einem langen Rechtsstreit muss der Kanton Waadt einer Frau 33'600 Franken zahlen, weil sie 1986 unschuldig 208 Tage hinter Gitter sass. Mit den vom Bundesgericht zugesprochenen Zinsen verdoppelt sich die Genugtuungssumme.

Eine Spanierin sass in der Waadt 208 Tage unschuldig im Gefängnis.
Eine Spanierin sass in der Waadt 208 Tage unschuldig im Gefängnis.
Die aus Spanien stammende Frau war im März 1986 in Lausanne unter dem Vorwurf verhaftet worden, sie habe gegen das Betäubungsmittelgesetz verstossen.

Ihr Kollege musste für zweieinhalb Jahre ins Gefängnis musste, sie hingegen sprach das Lausanner Strafgericht im Oktober des gleichen Jahres frei. Die Frau wurde umgehend aus der Untersuchungshaft entlassen.

Nun klagte sie gegen den Kanton Waadt und verlangte als Genugtuung und Kompensation für Verdienstausfälle 200'000 Franken. Die Waadtländer Behörden offerierten dagegen nur 5'000 Franken.

Das Bundesgericht hat die offerierte Summe nun auch als zu tief beurteilt. Allerings hielten die Richter es für unglaubwürdig, dass die Frau wegen der Inhaftierung eine kurz zuvor eröffnete Disco-Bar in Spanien nicht weiterbetreiben konnte, wie sie gesagt hatte.

Gemäss den Richtern beläuft sich der Verdienstausfall unter Berücksichtigung des durchschnittlichen Einkommens von Barmaids an Spaniens Küste in einem halben Jahr auf nicht mehr als 3'600 Franken.

Als Wiedergutmachung für die ungerechtfertigte Inhaftierung setzten die Richter 30'000 Franken fest. Sie orientierten sich dabei an ihrem 'wohlwollenden Grundsatz', wonach bei kurzer Haft pro Tag 200 Franken Entschädigung gezahlt werden sollen.

(sk/sda)

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