24 Jahre eingesperrt: Vater gesteht Taten
publiziert: Montag, 28. Apr 2008 / 18:01 Uhr / aktualisiert: Montag, 28. Apr 2008 / 22:02 Uhr

Amstetten - Der österreichische Inzest-Fall ist geklärt. Der 73-Jährige habe zugegeben, seine Tochter seit 24 Jahren gegen ihren Willen im Keller seines Hauses gefangen gehalten, immer wieder geschlagen und vergewaltigt zu haben, teilten die Behörden am Montag mit.

Das Dorf Amstetten steht unter Schock.
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Das Inzest-Verbrechen in der niederösterreichischen Kleinstadt Amstetten stufen die Behörden als einen weltweit einzigartigen Fall ein. «Das sprengt alle Dimensionen», meinte der zuständige Sicherheitsdirektor Franz Prucher.

Der Leiter der Kriminalpolizei Niederösterreich, Franz Polzer, erklärte, der Mann habe vor 24 Jahren beschlossen, seine damals 18-jährige Tochter in den Keller zu sperren und zu missbrauchen.

Das habe er umgesetzt - während er oben mit anderen Menschen wohnte, die davon nichts mitbekamen. Sein Opfer sowie die aus der inzestuösen Beziehung entstandenen Kinder habe er mit Nahrung und dem Notwendigsten versorgt.

Mutter erstattete Vermissten-Anzeige

Die Mutter hatte nach dem Verschwinden ihrer Tochter vor 24 Jahren Anzeige erstattet. Die Behörden hätten daraufhin wochenlang nach der Tochter gesucht - allerdings ohne jedes Ergebnis, sagte Bezirkshauptmann Hans-Heinrich Lenze. Es habe zu diesem Zeitpunkt keinerlei Anhaltspunkte dafür gegeben, dass der Vater seine Tochter in dem Keller-Verlies eingesperrt hatte.

Die missbrauchte Tochter sei während der 24 Jahre ohne Tageslicht sehr stark gealtert, sagte Lenze weiter. Sie habe heute sehr weisses Haar und eine ganz blasse Haut.

Keine Chance zur Flucht

Die heute 42-Jährige hatte den Behörden zufolge keine Chance, aus dem Verlies zu fliehen. Die Tür zu den Räumen habe nur mit einer Fernbedienung und einer Kombination von Schaltern geöffnet werden können. Der Vater habe die Fernbedienung stets mitgenommen.

Die Frau des mutmasslichen Täters sowie andere Familienmitglieder haben Polzer zufolge von den unglaublichen Vorgängen im Kellerverlies nichts mitbekommen. Der 73-jährige habe 24 Jahre lang ein Doppelleben geführt. Mit seiner Ehefrau habe er sieben Kinder gehabt.

Aus der Inzest-Beziehung mit seiner Tochter seien ebenfalls sieben Kinder hervorgegangen: Eines starb, drei nahm er unter Lügen bei sich auf, drei weitere wurden im Kellerverlies gefangen gehalten.

Nach bisherigen Erkenntnissen der Polizei ist eines der Kinder, eine 19-Jährige, die zur Zeit schwer krank im Spital von Amstetten liegt, nicht von ihrem Grossvater vergewaltigt worden. Bei den anderen Kindern werde geklärt, ob es möglicherweise sexuelle Übergriffe gegeben habe.

«Zweites, verborgenes Leben»

Polzer sagte, die Polizei gehe davon aus, dass der 73-Jährige in seinem Tun und Handeln auf die 42 Jahre alte Tochter bezogen war. Er habe mit ihr ein «zweites, verborgenes Leben» geführt.

Die drei Kinder, die der Täter aus dem Keller-Verlies in seine Wohnung geholt und dort gemeinsam mit seiner Frau aufgezogen hat, sind laut Lenze sehr gut erzogen. Sie seien in der Schule sehr gut integriert. Der 73-Jährige und seine Frau hätten sich offensichtlich liebevoll um sie gekümmert.

Die drei Kinder waren zwar in dem Keller-Verlies geboren worden, lebten dann aber in der Wohnung des Mannes und seiner Frau.

(fest/sda)

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Das ist unfassbar. Ich kann mir vorstellen, dass der 73jährige nun keine Freunde mehr hat und den Rest seines Lebens im Gefängnis verbringt. Wobei es für ihn sicher die Hölle auf Erde sein wird.
Für seine 43jährige Tochter wünsche ich mir, dass trotz allem ihre Kinder bei ihr bleiben und sie mit professionelle Hilfe endlich eine gute Mutter sein darf. Ich wünsche ihr auch alles Gute und ein schönes, mit wahrer Liebe erfülltes Leben.
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