Resolution verlangt Ausstieg aus der Atomenergie
25 Jahre Besetzung des AKW-Geländes in Kaiseraugst
publiziert: Samstag, 1. Apr 2000 / 19:01 Uhr

Kaiseraugst AG - In Kaiseraugst AG haben am Samstag rund 200 AKW-Gegner der erfolgreichen Besetzung des AKW-Geländes vor 25 Jahren gedacht. An der Kundgebung forderten sie neben einer Gedenkstätte den Ausstieg aus der Kernenergie.

Wo einst eines von mehreren am Ober- und Hochrhein geplanten Atomkraftwerke hätte gebaut werden sollen, trafen sich am Samstag «Ehemalige» und jüngere Anti-AKW-Bewegte. Auch frühere und amtierende Bundes- und Kantonsparlamentarier aus der Region Basel nahmen an der teilweise verregneten Kundgebung teil.

Resolution an Bundesrat
Einstimmig wurde eine Resolution an den Bundesrat verabschiedet, die wie schon bei der Gedenkfeier vor fünf Jahren die schrittweise Stilllegung aller Schweizer AKWs nach spätestens 30 Jahren Betriebszeit verlangt. Mühleberg und Beznau sollten als älteste Atommeiler gar innert zwei Jahren ausser Betrieb genommen werden.
Weiter wurden unter anderem das Ende der Brennstabtransporte nach Sellafield (GB) und La Hague (F), der Verzicht auf neue Atomanlagen, der Transfer der Bundes-Forschungsgelder vom Nuklearbereich zu den erneuerbaren Energien und eine ökologische Steuerreform gefordert.

Formell bewilligt
Zur Gedenkfeier eingeladen hatte der Verein «Denk-Mal», der sich seit Jahren um eine Gedenkstätte auf dem Gelände bemüht. Erneut wurde am Samstag die Abgabe von Land im Baurecht für ein Denkmal verlangt: elf Quadratmeter für die elf Besetzungswochen von 1975.
Dokumente aus dieser Zeit wurden nun in einem Koffer auf dem Areal vergraben, für das die Besitzerin auf grossen Affichen einen Käufer sucht.
Die Nachfolgefirma der AKW Kaiseraugst-Gesellschaft hatte die Kundgebung auf ihrem Boden erstmals gar formell bewilligt. Die Benützung des Areals für die Gedenkfeier vor fünf Jahren war von der Landeigentümerin noch als widerrechtlich bezeichnet worden.

Elf Wochen besetzt
An der dreistündigen Veranstaltung erinnerten sich in Ehren ergraute Aktivistinnen und Aktivisten von damals der elfwöchigen Besetzung und der politischen Folgen. Mit Kaiseraugst sei der Ausstieg aus der gefährlichen und unwirtschaftlichen Atomenergie eingeläutet worden.
Entwarnung könne man jedoch noch nicht gegeben werden. «Wir wollen, dass man abstellt, bevor es knallt» forderte neben anderen der Basler SP-Nationalrat Rudolf Rechsteiner - mit 42 Jahren einer der jüngsten Redner. Die AKW-Gegner hätten mit all ihren Befürchtungen Recht erhalten.
Ans Mikrofon traten auch Votanten aus der französischen und deutschen Nachbarschaft. Der Kampf gegen die AKWw habe damals die Bevölkerung über die Landesgrenzen hinaus zusammengeschweisst und den Grundstein gelegt für die grenzüberschreitende Zusammenarbeit in der Regio Basel.
Musikalisch wurde das familiäre Treffen mit nostalgischen Zügen vom Liedermacher Aernschd Born umrahmt. Er gab dieselben Lieder zum Besten, mit denen er vor 25 Jahren nationale Bekanntheit erlangt hatte.
Millionen-Checks zum 1. April
Verteilt wurden - passend zum 1. April - Scherz-Checks à eine Million Franken: Damit bedanke sich der Bund bei den Besetzern für die in Kaiseraugst vermiedene Fehlinvestition von zehn Milliarden Franken. Dankbarkeit sei auch angezeigt dafür, dass dort keine Abfälle produziert würden, welche die nächsten 100 000 Jahre

(klei/sda)

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