25 Schweizer helfen bei der Identifikation von Leichen
publiziert: Dienstag, 11. Jan 2005 / 11:05 Uhr

Bern - Bei der Identifikation der Leichen im thailändischen Katastrophengebiet sind zwei Schweizer Teams seit rund zwei Wochen im Einsatz. Nach Angaben des Bundesamtes für Polizei (fedpol.ch) "bearbeiten" die 25 Experten täglich etwas mehr als 30 Leichen.

Zwei Teams identifizieren 30 Leichen pro Tag. Bild: Ein DVI-Team bei der Arbeit. (Archiv)
Zwei Teams identifizieren 30 Leichen pro Tag. Bild: Ein DVI-Team bei der Arbeit. (Archiv)
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Weiterführende Links zur Meldung:

www.dvi.ch
Disaster Victim Identification Team (DVI).
www.dvi.ch/main_de.htm

Insgesamt sind im Katastrophengebiet rund 500 ausländische Experten tätig, welche die thailändischen Behörden bei der Identifikation der Leichen unterstützen. Dies geschehe nach den Standards von Interpol, erklärte Arnold Bolliger vom fedpol.ch in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur sda.

Wie der Leiter des fedpol-Krisenstabs ausführte, wird die Koordination der internationalen Teams in der Ortschaft Krabi von der Schweiz übernommen. Dort arbeiten derzeit 24 Schweizer sowie Koordinator Beat Winiger mit Experten aus Ländern wie Kanada, Israel, und den USA zusammen.

Am Mittwoch soll entschieden werden, ob die Schweizer Mitarbeiter, die seit dem 29. Dezember im Einsatz stehen, sukzessive oder im Team ausgetauscht würden, erklärte Bolliger an der EDA-Medienkonferenz. Bereits Mitte der Woche kehren vier Experten aus beruflichen Gründen in die Schweiz zurück.

Während ihrer schweren Tätigkeit, aber auch bei der Rückkehr aus dem Krisengebiet würden die Fachleute psychologisch betreut. Zwar sei die Arbeit in Thailand ähnlich wie diejenige zu Hause. Die Umstände vor Ort seien aber angesichts der grossen Zahl von Leichen und dem heissen Klima doch schwieriger.

Langwierige Arbeit

Die zwei zwölf-köpfigen Teams aus der Schweiz - ein Drittel Gerichtsmediziner und zwei Drittel kriminaltechnische Fachleute - würden in einem "post-mortem" Formular von Interpol eine Fotografie der Leiche aufnehmen. Danach würden allfällige Effekten wie etwa Kleider dokumentiert.

In einem weiteren Schritt werden die nicht identifizierten Leichen und auffällige Merkmale wie etwa Narben beschrieben. Weitere Punkte seien das Zahnschema oder das allfällige Vorhandensein von Implantaten. Schliesslich wird Material für ein DNA-Profil entnommen, wie Bolliger ausführte.

Diese Daten würden dann von den Teams auf ihren mobilen Computern abgelegt und schliesslich in einer thailändischen "post mortem" Datenbank zusammengeführt. Dabei werden generell alle Opfer untersucht und deren Daten zusammengetragen.

Abgleichen von Daten

In der Schweiz würden die sogenannten "ante mortem" Daten, die von den Angehörigen kommen, ebenfalls in einer Datenbank gesammelt. Zur Zeit gelten noch rund 300 Personen aus der Schweiz als vermisst. Ihre Dossiers würden nun zusammengestellt, um diese dann mit den Daten aus Thailand zu vergleichen.

(fest/sda)

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