Schweizer Zoll sichergestellt
262 Kilo Elfenbein für den chinesischen Markt
publiziert: Dienstag, 4. Aug 2015 / 12:42 Uhr / aktualisiert: Dienstag, 4. Aug 2015 / 13:32 Uhr
Elfenbein-Fund ist auf dem Schwarzmarkt rund 400'000 Franken wert.
Elfenbein-Fund ist auf dem Schwarzmarkt rund 400'000 Franken wert.

Zürich - Rekordfund am Zürcher Flughafen: Der Zoll hat Anfang Juli 262 Kilogramm Elefanten-Stosszähne sichergestellt. Die Lieferung war für China bestimmt, wo Elfenbein in der wachsenden Mittel- und Oberschicht als Statussymbol gilt.

2 Meldungen im Zusammenhang
Für die ganzen und teilweise zersägten Stosszähne, die momentan in einem Raum der Zollverwaltung lagern, mussten rund 40 bis 50 afrikanische Elefanten ihr Leben lassen. Auf dem Schwarzmarkt haben ihre Zähne einen Wert von rund 400'000 Franken.

Entdeckt wurde die illegale Lieferung beim Röntgen des Gepäcks, das von Dar es Salaam (Tansania) via Zürich nach Peking unterwegs war. Das Elfenbein war in Alufolie und chinesisches Zeitungspapier eingewickelt und in acht Rollkoffern versteckt.

Bei den Kurieren handelte es sich um drei Chinesen im Alter zwischen 21 und 37 Jahren. Sie standen bereits für das Einsteigen in die Maschine nach Peking bereit, als die Polizei sie im letzten Moment im Transit-Bereich festnehmen konnte.

Kuriere wieder auf freiem Fuss

Die Männer wurden einvernommen, gegen ein Bussgeld-Depot von 100'000 Franken aber wieder auf freien Fuss gesetzt. Die Kuriere hätten zwar Angaben zu den Hintermännern gemacht, sagte Mathias Lörtscher am Dienstag vor den Medien. Lörtscher ist Leiter Artenschutz beim Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen.

Diese Angaben seien aber kaum glaubwürdig. Kuriere würden ihre Auftraggeber auch nach stundenlangen Einvernahmen nicht preisgeben. Deshalb bringe es wenig, sie länger in Haft zu halten.

Um etwas über die Organisation hinter dem Elfenbein-Schmuggel zu erfahren, werden die Stosszähne nun auf ihre Herkunft analysiert. Für das weitere Strafverfahren arbeitet die Schweiz dann mit den chinesischen Behörden zusammen.

Die drei Kuriere werden wohl mit einer Busse davonkommen. "Die Strafen sind leider viel zu niedrig und zu wenig abschreckend", sagte Lörtscher. Bei vorsätzlichem Handel mit Stosszähnen oder anderen illegalen Tierprodukten müssen die Kuriere in der Schweiz nur mit Bussen bis 40'000 Franken rechnen.

Fangzähne und Krallen von Löwen

In den Rollkoffern waren neben den Stosszähnen auch Fangzähne und Krallen von Löwen versteckt - insgesamt gut ein Kilogramm. Auch sie hätten in der chinesischen Mittel- und Oberschicht problemlos ihre Abnehmer gefunden, da sie wie Elfenbein als Statussymbole gelten.

Der Fund von 262 Kilogramm ist der grösste, der bisher am Flughafen Zürich sichergestellt wurde. Es ist aber nicht der einzige: Gemäss Angaben des Flughafenzolls wurden in den vergangenen Wochen gleich mehrere kleine Lieferungen Elfenbein aus dem Verkehr gezogen.

Bei diesen früheren Sendungen mit 1 bis 4 Kilogramm Elfenbein war das Material teilweise bereits zu Armreifen und Figuren verarbeitet. Versteckt war es in Crème-Dosen. "Offenbar wird momentan versucht, über Zürich eine neue Route für den Elfenbeinhandel zu erschliessen", sagte Heinz Widmer, Leiter der Zollstelle Flughafen.

Neue Spürhunde sollen Elfenbein finden

Um den Schmugglern das Handwerk zu legen, lässt der Flughafen momentan Spürhunde ausbilden, die speziell auf Tier-Produkte abgerichtet sind. Es sei geplant, zwei Hunde anzuschaffen und jeweils am Gepäck schnüffeln zu lassen, das auf den Risiko-Routen unterwegs sei, sagte Widmer.

Eine Risiko-Route ist auch die Verbindung aus Dar es Salaam, das als Zentrum des Elfenbeinhandels gilt. Der Handel mit illegalen Tierprodukten wie Elfenbein und dem Horn des Nashorns ist nach Drogen und Waffen der drittlukrativste illegale Handelszweig.

Der Handel mit Elfenbein ist gemäss dem Washingtoner Artenschutzabkommen (CITES) seit 1989 grundsätzlich verboten. Gemäss Angaben des WWF erlebt Afrika heute aber die schlimmste Wilderei-Krise seit Jahrzehnten.

In den letzten Jahren seien neue Netzwerke mit teilweise internationalen Hintermännern entstanden, gedeckt von korrupten Staatsbeamten und Militärangehörigen. Die Wilderer würden von Helikoptern aus jagen, bewaffnet mit Kalaschnikows und Sturmgewehren. Die Elefanten würden regelrecht niedergemäht.

(jz/sda)

Lesen Sie hier mehr zum Thema
Hanoi - Der Zoll in Vietnam hat erneut eine grosse Ladung Elfenbein aus Afrika ... mehr lesen
Verbotener Handel - an dieselbe Firma wurde bereits Mitte August eine Ladung geschickt, das Unternehmen bestreitete aber damit etwas zu tun zu haben.
262 Kilogramm Elfenbein wurden sichergestellt. (Symbolbild)
Zürich - Am Zürcher Flughafen ist ein grosser Fall von Elfenbeinschmuggel aufgeflogen. Es wurden 262 Kilogramm Elfenbein sichergestellt, wie die Zollstelle Zürich-Flughafen am Montag mitteilte. Es ... mehr lesen
.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. mehr lesen 21
Die Zahl der Einbrüche ist in der Schweiz seit Jahren rückläufig. So viel zu den guten Nachrichten. Damit das auch so bleibt, ist es wichtig, grundsätzlich auf gutes Material an den Schwachstellen (Türen, Fenster, Tore) zu setzen und zusätzliche Sicherungen zu installieren.
Die Zahl der Einbrüche ist in der Schweiz ...
Publinews Smarter Einbruchschutz  Nahezu alle Diebstahlkategorien weisen eine rückläufige Tendenz auf. 2017 wurden in der Schweiz 4,9 Einbrüche pro 1000 Einwohnerinnen und Einwohner gezählt. Das entspricht 113 Einbruch- und Einschleichdiebstählen pro Tag. 2012 lag diese Zahl bei 202. mehr lesen  
Opfer weiterhin vermisst  Rafz ZH - Die Kantonspolizei Zürich hat am Dienstagvormittag in Rafz ZH zwei Personen verhaftet: Sie stehen unter dem dringenden Verdacht, einen seit dem 22. April vermissten Mann aus Eglisau getötet zu haben. mehr lesen  
Deutlich höhere Zahl  Sydney/London - Mindestens 45,8 Millionen Menschen leben zurzeit weltweit in modernen Formen der Sklaverei. Die Zahl liegt deutlich höher als die 2014 gezählten 35,8 Millionen. mehr lesen
In Indien hat es 18,3 Millionen Sklaven.
Der 22-jährige befindet sich seit Samstag auf der Flucht. (Symbolbild)
Flüchtiger Mörder  Aarau - Der flüchtige Mörder, der aus der Psychiatrischen Klinik Königsfelden in Windisch AG ausgebrochen ... mehr lesen  
Titel Forum Teaser
  • paparazzaphotography aus Muttenz 1
    Foto Sanatorio Liebes news.ch Team, es ist für mich eine Ehre dass sie mein Foto des ... Di, 03.01.17 22:12
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Motor hinten oder vorne war dem Tram in Basel völlig egal! Ob ein Auto über- oder untersteuert, ist nicht von der Lage des Motors ... Mi, 01.06.16 10:54
  • Mashiach aus Basel 57
    Wo bleibt das gute Beispiel? Anstatt sichere, ÜBERSTEUERNDE Heckmotorwagen zu fahren, fahren sie ... Mo, 30.05.16 11:56
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3945
    Zugang "Das sunnitische Saudi-Arabien, das auch im Jemen-Konflikt verstrickt ... So, 29.05.16 22:06
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3945
    Pink Phanter-Bande? Am 25. 7. 2013 hat eine Befreiung von Pink Panther-Mitglied Milan ... So, 29.05.16 15:38
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    ja, weshalb sollte man solches tun? Ist doch krank, Gott zu beschimpfen! Das hat etwas, ... So, 29.05.16 12:12
  • Gargamel aus Galmiz 10
    Warum sollte man überhaupt den Glauben an Gott beschimpfen oder verspotteten? Wie krank ... So, 29.05.16 10:11
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Wir sind ja alle so anders als diese "Flüchtlinge". Warum sind auch nicht alle so edel, wie ... Sa, 28.05.16 20:25
Unglücksfälle Zorn über Tötung von Gorilla in US-Zoo Cincinnati - Die Tötung eines Gorillas im Zoo der ...
 
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Sa So
Zürich 1°C 5°C Schneeregenschauerleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wolkig, aber kaum Regen wolkig, aber kaum Regen
Basel 4°C 7°C wechselnd bewölkt, Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wolkig, aber kaum Regen wolkig, aber kaum Regen
St. Gallen 3°C 4°C Schneeregenschauerleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wolkig, aber kaum Regen wolkig, aber kaum Regen
Bern 0°C 4°C Schneeregenschauerleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt, Regen wolkig, aber kaum Regen
Luzern 1°C 6°C wechselnd bewölkt, Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wolkig, aber kaum Regen wechselnd bewölkt
Genf 3°C 7°C wechselnd bewölkt, Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt, Regen wolkig, aber kaum Regen
Lugano 2°C 4°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig wolkig, aber kaum Regen
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten