30 000 Ärzte protestieren in Berlin
publiziert: Freitag, 24. Mrz 2006 / 20:39 Uhr

Berlin - Mit der bisher grössten Protestaktion haben rund 30 000 deutsche Ärzte in Berlin gegen die Sparmassnahmen im Gesundheitswesen demonstriert.

Der Präsident der deutschen Ärztekammer, Jörg-Dietrich Hoppe.
Der Präsident der deutschen Ärztekammer, Jörg-Dietrich Hoppe.
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Im ganzen Land blieben daher tausende Praxen geschlossen.

Die Demonstration der Ärzte und ihrer Mitarbeiter aus ganz Deutschland markierte den Auftakt zu einer nationalen Protestwoche. Von Montag an soll in ganz Deutschland protestiert werden. Beim ersten nationalen Protesttag Mitte Januar hatten rund 25 000 Mediziner demonstriert.

«Wir wollen nicht länger hoch qualifizierte Leistungen zu Dumping-Preisen erbringen müssen», sagte der Präsident der deutschen Ärztekammer, Jörg-Dietrich Hoppe. Es könne und dürfe nicht sein, dass für die Defizite im Gesundheitssystem immer und immer wieder die Ärzte verantwortlich gemacht würden.

Aufruf zum Einlenken

Die deutsche Gesundheitsministerin Ulla Schmidt forderte die Ärzte zum Einlenken auf. «Wir werden die Probleme nur lösen, wenn man sich an einen Tisch setzt», sagte Schmidt in Dresden. Die Ärzte sollten gemeinsam mit den Krankenkassen an einem gerechteren Honorarsystem arbeiten und nach Einsparungen suchen.

Zusätzliche Mittel könne es nicht geben, das Geld müsse besser verteilt werden. Die Ärzte wehren sich mit dem Protesttag gegen das neue Arzneimittelspargesetz, das zu Einsparungen von 1,3 Mrd. Euro pro Jahr führen soll.

Ablehnung der Bonus-Malus-Regelung

Dabei ist den Medizinern besonders die Bonus-Malus-Regelung ein Dorn im Auge: Danach droht Ärzten Honorarabzug, wenn sie überdurchschnittlich teure Arzneimittel verordnen. Die Ärzte lehnen dies als Eingriff in die Therapiefreiheit ab.

Die Mediziner drohten bei der Veranstaltung in Berlin damit, die Proteste auch noch bis zur Fussballweltmeisterschaft im Sommer auszuweiten. «Bei Bedarf werden wir die Aufmerksamkeit der internationalen Medien nutzen und auf unsere Situation hinweisen», sagte Martin Grauduszus von der Freien Ärzteschaft.

(bert/sda)

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