33. Taizé-Jugendtreffen in Rotterdam
30'000 Jugendliche treffen zum Taizé-Treffen ein
publiziert: Mittwoch, 29. Dez 2010 / 12:12 Uhr
Gottesdienst beim Taizé-Treffen in Rotterdam.
Gottesdienst beim Taizé-Treffen in Rotterdam.

Rotterdam - Mehr als 30'000 Jugendliche aus ganz Europa sind am Mittwoch in der niederländischen Hafenstadt Rotterdam zum dreitägigen 33. Europäischen Jugendtreffen der ökumenischen Gemeinschaft von Taizé zusammengekommen.

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Die Taizé-Gemeinschaft lädt seit 1979 jedes Jahr zu Silvester zu einem Europäischen Jugendtreffen ein. Erstmals findet die Veranstaltung in den Niederlanden statt.

Rotterdam, Geburtsstadt des grossen Humanisten Erasmus von Rotterdam, wurde 2009 zur «Europäischen Hauptstadt der Jugend» erklärt. Die Jugendtreffen sind Etappen auf dem sogenannten «Pilgerweg des Vertrauens auf der Erde».

Die Teilnehmenden werden bei Familien in Rotterdam und Umgebung untergebracht. Zusätzlich dienen Schulen, Pfarrhäuser oder Sporthallen als Schlafquartiere. Morgens, mittags und abends wird gemeinsam gebetet, dazwischen bleibt Platz für gegenseitiges Kennenlernen und Austauschen: «Thementreffen über gesellschaftliche Fragen und Fragen des inneren Lebens» lautet etwa ein Programmpunkt am Mittwochnachmittag.

Grussbotschaften von Papst Benedikt und Ban Ki Moon

Die Teilnehmer sind eingeladen, sich Gedanken über ihren Einsatz in Kirchen und Gesellschaft zu machen und über «eine Freude, die der Entmutigung standhält».

Papst Benedikt XVI. erwartet von den Teilnehmern «Mut, wenn nötig auch gegen den Strom zu schwimmen und der Illusion des Individualismus nicht nachzugeben». In einer Grussbotschaft an die Teilnehmer des Treffens wünscht er ihnen eine Stärkung im Glauben, die hilft, «mit den leidenden Menschen solidarisch» zu sein.

UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon betonte in seiner Botschaft: «Ich zähle auf Euch, dass ihr die Fackel der weltweiten Solidarität und anderer Werte der Vereinten Nationen weitertragt, dass ihr uns helft, diese Zeit leidvoller Prüfungen durchzustehen, und dass ihr helft, der Welt anzubieten, was sie in diesem entscheidenden Augenblick braucht.»

Ein Schweizer gründete Taizé

Im zu Ende gehenden Jahr hat die Taizé-Gemeinschaft ihr siebzigjähriges Bestehen gefeiert. Ihr Gründer, Frère Roger, wurde 2005 während einer Gebetsfeier von einer geistig verwirrten Frau erstochen.

Der gebürtige Schweizer Roger Schutz-Marsauche gründete 1940 in Taizé in Burgund eine ökumenische Gemeinschaft. Der Protestant wollte ein Zeichen gegen die Zerrissenheit des Christentums setzen und seine Botschaft der Liebe und Einheit aller Menschen und Konfessionen weitertragen. Heute zählt die Gemeinschaft unter der Leitung seines Nachfolgers, des deutschen Katholiken Frère Alois Löser, rund 120 Brüder aus etwa 25 Staaten.

(fkl/sda)

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