Ausrüstung hat kein menschliches Gewebe
3D-Druck ermöglicht neuen Anatomie-Unterricht
publiziert: Dienstag, 15. Jul 2014 / 16:00 Uhr
«3D Printed Anatomy Series»
«3D Printed Anatomy Series»

Clayton - Wissenschaftler der Monash University haben mit Hilfe von 3D-Drucken eine völlig neue Serie von anatomischen Körperteilen geschaffen, die nach eigenen Angaben die medizinische Ausbildung und das Training von Ärzten vor allem in Ländern revolutionieren könnten, in denen der Einsatz von menschlichen Körpern oft problematisch ist.

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Im Fachmagazin «Anatomical Sciences Education».
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Die sogenannten «3D Printed Anatomy Series» gelten als das erste im Handel erhältliche Produkt dieser Art. Die Ausrüstung enthält kein menschliches Gewebe. Trotzdem sind alle wichtigen Teile des Körpers enthalten, die erforderlich sind, um die Anatomie der Gliedmassen, des Brustkorbes, des Bauchraumes, des Kopfes und des Nackens in Anatomieklassen zu unterrichten.

Laut Paul McMenamin, Direktor des Centre for Human Anatomy Education http://med.monash.edu.au , verbessert die einfache und kostengünstige Ausrüstung die Ausbildung von Ärzten drastisch. Der Experte kann sich sogar vorstellen, dass ein Beitrag zu neuen chirurgischen Behandlungsansätzen denkbar ist. Denn das Lernen am toten wie auch am lebenden Körper sei oft nicht ganz einfach.

Markteinführung noch 2014

Ohne Möglichkeit in den Körper hineinzuschauen, ist es laut McMenamin für Studenten unendlich schwer, die menschliche Anatomie zu verstehen. «Wir glauben, dass unsere Ausrüstung, die wie ein echter menschlicher Körper aussieht, wirklich einen Fortschritt in diesem Bereich ermöglichen kann.» Die Ausrüstung soll noch in diesem Jahr auf den Markt kommen. Zudem würden sehr religiöse Länder profitieren.

Auch wenn Leichen zur Verfügung stehen, ist ihre Anzahl häufig nicht ausreichend. Sie sind teuer und können aufgrund der Konservierung einen unangenehmen Geruch haben. Es kann also laut dem Experten auch dazu kommen, dass es Menschen unangenehm ist, mit ihnen zu arbeiten. «Unsere Serie ist mit dem 3D-Drucker einfach und rasch herzustellen. Anders als bei Leichen kommt es auch zu keiner Veränderung.»

Auch Farbgenauigkeit gegeben

Nach dem Scannen menschlicher Körper entweder mittels CT oder einem Oberflächen-Laserscanner werden die Körperteile mit einem grossen Pulver oder in Plastik ausgedruckt. Dabei wird auf eine hohe Auflösung und Farbgenauigkeit Wert gelegt. McMenamin zufolge werden so Informationen in sehr dünnen Schichten gewonnen, die fast wie die Seiten eines Buches erscheinen.

«Über ein gerendertes 3D-Modell können wir dieses Modell einfärben und es in jenes Format umwandeln, das für den Drucker geeignet ist. So entsteht Schicht für Schicht ein dreidimensionales Modell eines Körperteils», betont McMenamin.

(bert/pte)

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