Boote gekentert
44 Flüchtlinge in der Ägäis ertrunken
publiziert: Freitag, 22. Jan 2016 / 16:24 Uhr / aktualisiert: Freitag, 22. Jan 2016 / 18:27 Uhr

Athen - Beim Untergang von drei Flüchtlingsbooten in der Ägäis sind am Freitag mindestens 44 Menschen ums Leben gekommen, darunter 20 Kinder. Dutzende Flüchtlinge konnten gerettet werden, wie die griechische und die türkische Küstenwache berichteten.

7 Meldungen im Zusammenhang
Wie viele Menschen vermisst wurden, war unklar. Überlebende berichteten, dass dutzende weitere Flüchtlinge auf den Booten gewesen seien.

In der Nacht zum Freitag fuhr ein aus der Türkei kommendes erstes Boot auf einem Felsen zwischen den Inseln Farmakonisi und Kalolimnos auf, wie die griechische Hafenpolizei mitteilte. Knapp 50 Überlebende hätten sich an die Küste von Farmakonisi retten können. Die Küstenwache fand aber die Leichen von sechs Kindern und einer Frau.

Wenige Stunden später kenterte ein zweites Boot vor Kalolimnos. Die Hafenpolizei barg 34 Leichen, darunter 20 Kinder und neun Frauen. 26 Menschen überlebten das Unglück. Sie berichteten, auf dem Boot seien dutzende Flüchtlinge gewesen. Auch ein Helikopter der EU-Grenzschutzagentur Frontex beteiligte sich an der Suche nach den Vermissten.

Ein drittes Boot kenterte unterdessen vor dem türkischen Badeort Didim, wie die Nachrichtenagentur Dogan meldete. Die türkische Küstenwache fand dort die Leichen von drei Kindern.

Erst am Donnerstag waren mindestens zwölf Flüchtlinge ertrunken, als ihr Boot auf dem Weg von der Türkei nach Griechenland sank. 28 Menschen konnten von der türkischen Küstenwache gerettet werden.

Auch im Winter viele Flüchtlinge

Abertausende Flüchtlinge aus Syrien und dem Irak versuchen seit Monaten, über die Türkei nach Europa zu gelangen. Trotz des rauen Winterwetters wagen auch jetzt noch jeden Tag unzählige Menschen die gefährliche Überfahrt zu den griechischen Ägäis-Inseln.

Nach Schätzungen der Internationalen Organisation für Migration (IOM) starben seit Jahresbeginn 139 Menschen beim Versuch, über das Meer nach Europa zu kommen - das sind jetzt schon mehr als im gesamten Januar des vergangenen Jahres mit 82 Toten. Im Januar 2014 waren es zwölf Tote. Seit Jahresanfang erreichten laut IOM rund 36'000 Flüchtlinge die griechischen Inseln, das sind 21 Mal mehr als im Vorjahreszeitraum.

(jz/sda)

?
Facebook
SMS
SMS
0
Forum
Kommentieren Sie jetzt diese news.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Rom/Luxemburg/Mogadischu - Im Mittelmeer hat sich offenbar erneut eine Flüchtlingskatastrophe ereignet. «Es ist sicher, dass wir es ... mehr lesen
Wieder ein Unglück mit Flüchtlingsbooten. (Symbolbild)
Istanbul - Auf ihrer Flucht nach Europa sind erneut 35 Menschen gestorben. In ... mehr lesen
Ayvacik - Bei einem erneuten Bootsunglück in der Ägäis sind mindestens 37 Flüchtlinge ums Leben gekommen, unter ihnen fünf ... mehr lesen
Heute kenterte erneut ein Boot mit Flüchtlingen vor der Küste Samos.
Europäische Spitzenpolitiker äusserten sich heute am WEF zur Flüchtlingskrise.
Davos GR - Mehr Europa statt ... mehr lesen
Athen/Piräus - In den ersten 17 Tagen dieses Jahres sind nach UNO-Angaben bereits mehr als 30'000 Migranten aus der Türkei ... mehr lesen 1
UNICEF macht sich Sorgen um die Flüchtlingskinder.
Weitere Artikel im Zusammenhang
Insgesamt sollen in Griechenland fünf Hotspots eingerichtet werden. (Symbolbild)
Athen - Die Zahl der Flüchtlinge, die ... mehr lesen 4
Rom - Über das Weihnachtswochenende sind etwa 4000 Flüchtlinge vor Italien aus dem Mittelmeer gerettet worden. Von Freitag bis Sonntag seien bei 28 Einsätzen ... mehr lesen
Seit Anfang 2014 kamen mehr als 320'000 Flüchtlinge über das Mittelmeer nach Italien.
.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. mehr lesen 20
Gezi Park Proteste in Istanbul in 2013. (Archivbild)
Gezi Park Proteste in Istanbul in 2013. ...
«Überall ist Taksim, überall ist Widerstand»  Istanbul - Zum dritten Jahrestag des Beginns der Gezi-Proteste haben in Istanbul Hunderte Menschen gegen die islamisch-konservative Staatsführung der Türkei demonstriert. mehr lesen 1
Keine unabhängigen Informationen  Beirut - Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) hat ihre Offensive im Norden Syriens am Dienstag fortgesetzt. Versuche von oppositionellen syrischen Kräften, die am Freitag begonnene Offensive zurückzuschlagen, seien gescheitert. mehr lesen   1
Erster Weltkrieg  Hamburg - Zum 100. Jahrestag der Skagerrak-Schlacht haben Deutschland und Grossbritannien am Dienstag gemeinsam der tausenden Toten des grössten Seegefechts der Geschichte gedacht. mehr lesen  
Gotthard 2016  Berlin - «Tunnel» - mit sechs Riesenbuchstaben feiert die Schweizer Botschaft in Berlin die ... mehr lesen   1
Die Schweizer Botschaft in Berlin mit Tunnel-Schriftzug.
Titel Forum Teaser
  • Unwichtiger aus Zürich 11
    Grammatik? Wie kann Stoltenberg denn Heute schon wissen, welche Entscheidungen am ... Sa, 22.10.16 10:59
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Der phallophile Blick eines cerebrophoben Schäfleins! Frau Stämpfli schrieb am Ende ... Mo, 26.09.16 17:32
  • keinschaf aus Wladiwostok 2823
    phallophobe Geschichtsrückblicke "Und die grösste Denkerin des 21. Jahrhunderts? Verdient ihr Geld mit ... Sa, 13.08.16 17:48
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Alle Demonstranten gefilmt. Der Erdogan lässt doch keine Domo gegen sich zu! Die ... Di, 21.06.16 16:42
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Konzernrecht? Konzernpfusch! Was ist denn das? Konzerne werden vorwiegend von Vollidioten geführt. ... Fr, 10.06.16 17:49
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Das wird die Deutschen aber traurig machen. Wenn man keinen Flughafen und keinen Bahnhof ... Mi, 08.06.16 17:49
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3945
    Der... Daesh (IS) kommt immer mehr unter Druck. Davon sind inzwischen auch ... Do, 02.06.16 19:22
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3945
    Der... Daesh (IS) ist in diesen Tagen an allen anderen Fornten unter Druck. ... Mi, 01.06.16 12:39
Jonathan Mann moderiert auf CNN International immer samstags, um 20.00 Uhr, die US- Politsendung Political Mann.
CNN-News Was würde «Präsident Trump» tatsächlich bedeuten? Noch ist absolut nichts sicher, doch es ...
 
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Sa So
Zürich -4°C 4°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt wechselnd bewölkt
Basel -2°C 4°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt recht sonnig
St. Gallen -1°C 3°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt freundlich
Bern -4°C 3°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich wechselnd bewölkt
Luzern -1°C 4°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig bedeckt bedeckt
Genf -3°C 6°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt wechselnd bewölkt
Lugano 5°C 13°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt wechselnd bewölkt
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten