50 Jahre Zentralrat der Juden in Deutschland
publiziert: Donnerstag, 21. Sep 2000 / 06:57 Uhr

Hamburg - Aus Anlass des 50-jährigen Bestehens des Zentralrates der Juden in Deutschland hat Zentralratspräsident Paul Spiegel ein klares Bekenntnis zu Deutschland abgelegt.

In einem Interview der «Bild»-Zeitung (Donnerstagausgabe) sagte Spiegel: «Ich glaube fest an die deutsche Demokratie und die Freiheit und Offenheit der deutschen Gesellschaft. Die Juden werden endlich als Teil der Gesellschaft anerkannt und akzeptiert. Die Juden wollen trotz der Vergangenheit wieder in Deutschland leben.»

Daran änderten auch die vermehrt auftretenden Fälle von Ausländerfeindlichkeit und Antisemitismus nichts. Er bleibe Optimist. «Es ist ein Wunder. Auf Deutschlands Erde gedeihen wieder 83 jüdische Gemeinden. In vier Jahren werden in Deutschland wieder 120 000 Juden leben. Wir werden wieder Rabbiner ausbilden», sagte der Präsident des Zentralrates der Juden.

Kritisch äusserte sich Spiegel zum Stand der Entschädigung von NS-Zwangsarbeitern. Es sei unverantwortlich, dass die deutsche Wirtschaft es bislang nicht geschafft habe, die zugesagten fünf Milliarden Mark für den Zwangsarbeiter-Fonds aufzubringen.

(sda)

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