500 000 Franken Verlust von Swiss-Ski
publiziert: Montag, 21. Aug 2006 / 14:54 Uhr / aktualisiert: Montag, 21. Aug 2006 / 15:41 Uhr

Swiss-Ski schreibt tiefrote Zahlen. Das Defizit im Olympia-Jahr beträgt eine halbe Million Franken. Im Zentrum der DV am nächsten Samstag in Flims steht aber die Ergänzungswahl fürs Präsidium, für das der Ex-Weltmeister Urs Lehmann kandidiert.

Ex-Skirennfahrer Urs Lehmann und Bruno Kernen.
Ex-Skirennfahrer Urs Lehmann und Bruno Kernen.
Die Vakanz entstand durch die Beförderung von Hansruedi Laich zum Direktor und damit operativen Leiter des Skiverbandes. Das Präsidium mit dem Vorsitzenden Duri Bezzola ist für die strategische Ausrichtung und auf personeller Ebene für die Bestellung der Bereichsleiter zuständig.

Es umfasst sieben Personen: drei Vertreter der Interregionen sowie den Präsidenten, den Vizepräsidenten sowie zwei weitere Mitglieder, die von der Delegiertenversammlung gewählt werden.

Da neben Lehmann auch noch der Zentralschweizer Regionalpräsident Beat Flüeler kandidiert, kommt es am Samstag zu einer Kampfwahl. «Wir suchen einen Mann mit breitem Wissen und einem guten Beziehungsnetz», beschreibt Bezzola das Anforderungsprofil: «Er sollte sowohl von der Wirtschaft als auch vom Sport kommen, in unserem mehrsprachigen Land zumindest auch französisch sprechen und die nötige Zeit für dieses Amt aufwenden können».

Ideallösung

Unter diesen Aspekten wäre Urs Lehmann eine Ideallösung, zumal er nach seiner aktiven Karriere ein Betriebswirtschaftsstudium abschloss und zurzeit Finanzchef eines international tätigen Logistik-Unternehmens mit 900 Mitarbeitern und 300 Millionen Franken Umsatz ist. Sein Gegenkandidat Beat Flüeler führt einen Computer-Betrieb und ist als ZSSV-Präsident vor allem in den Regionen gut verankert.

Flüeler wäre aber bereits der zweite Regionalpräsident aus der Interregion Mitte im Präsidium, was grundsätzlich nicht im Sinne der Statuten ist. Hinter Urs Lehmann steht praktisch die gesamte Ski-Nationalmannschaft, und auch die Exponenten der anderen Schneesportverbände unterstützen ihn.

Michael von Grünigen hält die Präsentation. Aber die Wahl treffen die Delegierten, der Ausgang wird knapp - für Ex-Swiss-Skidirektor und alt Bundesrat Adolf Ogi, der nach wie vor Ski-Insider ist, eine unverständliche Konstellation: «Ich kenne Beat Flüeler nicht. Aber es kann nicht sein, dass ein Ex-Weltmeister mit solcher Ausbildung und solchen Qualitäten allenfalls durch eine Niederlage verheizt wird und dann für den Verband wohl für immer verloren geht.»

Sportliche Erfolge

Sportlich blickt Swiss-Ski auf eine gute Saison zurück, vor allem dank Torino 06. Mit acht Medaillen leisteten die Swiss-Ski-Athleten aus den Sparten Ski, Snowboard und Skiakrobatik den Hauptanteil an der erfolgreichen Olympia-Mission.

Doch ging auch das eigenartige Wechselspiel weiter: Läufts Swiss-Ski sportlich gut, stehts meistens finanziell schlecht - oder umgekehrt. Den Verlust von 477 530 Franken bezeichnet Präsident Bezzola als «Tolggen», der vor allem dadurch entstanden ist, dass der vierte Hauptsponsor erst im Herbst acquiriert werden konnte. 260 000 Franken Verlust waren ohnehin schon budgetiert.

«Trotzdem nehme ich dieses Defizit nicht auf die leichte Schulter», sagt Bezzola: «Das darf nicht mehr vorkommen.» Er fordert eine konsequentere Budget-Disziplin. Ein weiterer Verlust würde den Verband in arge Schwierigkeiten bringen, nachdem die Reserven bis auf 36 369 Franken aufgebraucht worden sind.

Aus diesem Grund ist für die Sportarten eine Priorisierung vorgenommen worden. Die klare Nummer 1 bleibt Ski alpin. «Daran werden wir gemessen», sagt Bezzola, «und da holen wir die Sponsorengelder.» Zweite Priorität haben Langlauf, Skisprung und Snowboard, dritte Priorität Nordische Kombination, Biathlon und Skiakrobatik/Freestyle (Springen). Die Freestyle-Disziplinen Buckelpiste, Skicross und Big Air sowie Telemark werden der vierten Kategorie zugeordnet.

(bert/sda)

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