Sonderjagd unter Druck
5300 Bündner Jäger erneut vor unlösbarer Aufgabe
publiziert: Montag, 1. Sep 2014 / 11:51 Uhr / aktualisiert: Montag, 1. Sep 2014 / 13:55 Uhr
Hirschpfeffer! (Archivbild)
Hirschpfeffer! (Archivbild)

Chur - In Graubünden hat die grösste Jagdveranstaltung der Schweiz begonnen. Die 5200 Bündner Jäger und gut 100 Jägerinnen finden auf der diesjährigen Hochjagd sehr hohe Wildbestände. Darum wird im Spätherbst sehr wahrscheinlich zur politisch umkämpften Sonderjagd geblasen.

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Die Bündner Hochjagd auf Hirsch, Reh, Gemse und Murmeltier begann am Montagmorgen und dauert vorerst bis zum nächsten Sonntag. Danach wird eine Woche Pause eingelegt, bevor es von Mitte bis Ende September weiter geht.

Die Jäger sind gefordert: Die Hirschpopulation wurde im Frühling auf 15'000 Tiere geschätzt und seither dürften 5000 Kälber dazu gekommen sein. Damit ist laut dem Bündner Jagdinspektor Georg Brosi die Grenze des Erträglichen erreicht.

Entsprechend hoch ist die Abschussvorgabe: 4655 Hirsche müssen erlegt werden. Für die anderen bejagten Tierarten gibt es keine Vorgaben, da die Bestände im Gegensatz zu den Hirschen schlicht nicht zählbar sind. Es dürften aber rund 2500 Rehe, knapp 3000 Gemsen und etwa 4500 Murmeltiere geschossen werden.

Abschussvorgabe kaum erfüllbar

Die Abschussvorgabe für Hirsche werden die Jäger auf der 21 Tage dauernden regulären Hochjagd erfahrungsgemäss nicht schaffen. In den letzten Jahren erlegten sie im September jeweils um die 3000 Tiere.

Um den Abschussplan dennoch zu erfüllen, wird im November und Dezember zur Sonderjagd geblasen. Die 1986 eingeführte Sonderjagd soll die Regulierung der Wildbestände letztlich gewährleisten.

Die Sonderjagd ist allerdings stark umstritten. Weil es darum geht, den Abschussplan zu erfüllen, kommt es laut den Gegnern zu moralisch, ethisch und jagdlich verwerflichen Szenen. Aktuell ist die Opposition besonders stark.

Zwei Initiativen gegen Sonderjagd

Letztes Jahr reichten die Sonderjagd-Kritiker eine kantonale Initiative zur Abschaffung der Sonderjagd ein, mit der rekordhohen Anzahl von über 10'000 Unterschriften. Die Bündner Regierung ist allerdings der Ansicht, das Begehren verstosse gegen das Bundesrecht und will, dass das Parlament die Initiative für ungültig erklärt.

Sollte der Bündner Grosse Rat der Regierung folgen, ist der Druck auf die Sonderjagd dennoch nicht vorbei. Der Verein Wildtierschutz Schweiz sammelt zur Zeit Unterschriften für eine kantonale Volksinitiative «Für eine naturverträgliche und ethische Jagd».

Die Initiative verlangt, dass das Bündner Jagdgesetz nach neun Grundsätzen angepasst wird. Ins Visier genommen werden neben der Sonderjagd die Vogeljagd, das Jagen mit Fallen sowie die Jagdbehörden selber.

(bert/sda)

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