Massaker während des Bürgerkriegs
6060 Jahre Haft für Ex-Soldaten in Guatemala
publiziert: Mittwoch, 3. Aug 2011 / 13:02 Uhr

Guatemala-Stadt - In Guatemala sind vier ehemalige Soldaten wegen eines Massakers während des Bürgerkriegs zu jeweils 6060 Jahren Haft verurteilt worden. Es war das erste Urteil gegen Soldaten für Vergehen während des Bürgerkriegs.

2 Meldungen im Zusammenhang
Ein Gericht befand am Dienstag den früheren Leutnant Carlos Antonio Carías sowie drei seiner Untergebenen für schuldig, zwischen dem 6. und 8. Dezember 1982 als Mitglieder der Spezialeinheit Kabil 201 Bewohner des Dorfes Dos Erres getötet zu haben.

Demnach erhielten sie für jeden der Getöteten 30 Jahre Haft sowie noch einmal 30 Jahre wegen «Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Gefährdung der Staatssicherheit». Trotz des Strafmasses ist die tatsächliche Haftzeit in Guatemala gesetzlich auf maximal 50 Jahre begrenzt.

Nach Angaben von Augenzeugen wurden bei dem Massaker alle Bewohner des Dorfes im Norden des Landes mit Ausnahme von sieben Kindern getötet. Das Gericht befand am Dienstag, die Angeklagten hätten «pervers» gehandelt, als sie nach dem Massaker das Dorf «von der Landkarte radierten».

Weitere Angeklagte

Neben den vier Verurteilten befinden sich im Zusammenhang mit dem Massaker derzeit drei weitere Männer in Guatemala und Kanada in Untersuchungshaft. Zudem wurde der Soldat Pedro Pimentel, der ebenfalls in die Tötungen verwickelt gewesen sein soll, nach seiner Auslieferung aus den USA festgenommen.

Es ist das erste Mal, dass in Guatemala frühere Soldaten wegen eines Massakers während des Bürgerkriegs verurteilt wurden. Den Befehl für das Massaker soll der frühere Militärmachthaber Efraín Ríos Montt gegeben haben, der 1982 durch einen Putsch an die Macht gelangt war.

Gegen ihn wird in Spanien und Guatemala wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit während seiner eineinhalbjährigen Gewaltherrschaft ermittelt.

Laut einem Bericht der nach dem Ende des Bürgerkrieges 1996 eingesetzten Wahrheitskommission wurden in dem 36 Jahre dauernden Konflikt zwischen Armee und linksgerichteter Guerilla rund 200'000 Menschen getötet oder verschwanden.

(bg/sda)

Lesen Sie hier mehr zum Thema
Guatemala-Stadt - Der Präsident von Guatemala, Álvaro Colom, ist von seiner Frau ... mehr lesen
Sandra Torres kandidiert für das Präsidentenamt.
.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. mehr lesen 21
Buchhaltung: Digital oder in Papierform?
Buchhaltung: Digital oder in Papierform?
Das Ausstellen einer Rechnung ist in der Schweiz rechtlich genau geregelt. Besonders Jungunternehmer und Startups sehen sich zu Beginn mit einer grossen Zahl verschiedener Anforderungen in diesem Bereich konfrontiert. Dabei herrscht Unklarheit darüber, welche Fallstricke tatsächlich beachtet werden müssen, um ein gesetzlich gültiges Papier abzugeben. Wir haben den Fokus deshalb auf die wichtigsten Grundlagen gelegt, die es zu beachten gilt. mehr lesen 
Schiedsgericht-Entscheide nach UDRP bei der WIPO  Um unsere Kunden vor unliebsamen Überraschungen zu schützen, haben wir bei domains.ch begonnen pendente und abgeschlossene Schiedsgerichtentscheide zu Domains zu sammeln. Aktuell verfügen wir über mehrere zehntausend Entscheide die bei der WIPO gefallen sind. mehr lesen  
Schiffsunglück  Florenz - Kapitän Francesco Schettino ist mehr als vier Jahre nach der Havarie der «Costa Concordia» auch in zweiter Instanz zu 16 Jahren und einem Monat Haft verurteilt ... mehr lesen
Francesco Schettino: Weil er das Schiff verliess, wurde er als  «Käptain Feigling» verspottet.
Reaktionäre Kräfte schliessen sich für das Referendum zusammen, mit dabei auch EDU-Präsident Hans Moser.
Reaktionär  Bern - Gegen die geplante Stiefkindadoption für Homosexuelle regt sich Widerstand. Sollte das Parlament das neue Adoptionsrecht in der vorliegenden Form verabschieden, ... mehr lesen   3
Titel Forum Teaser
 
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Sa So
Zürich 1°C 5°C Schneeregenschauerleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt, Regen wolkig, aber kaum Regen
Basel 4°C 7°C wolkig, aber kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wolkig, aber kaum Regen wolkig, aber kaum Regen
St. Gallen 3°C 4°C Schneeregenschauerleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wolkig, aber kaum Regen wechselnd bewölkt
Bern 0°C 5°C Schneeregenschauerleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt, Regen wolkig, aber kaum Regen
Luzern 1°C 6°C wechselnd bewölkt, Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wolkig, aber kaum Regen wechselnd bewölkt
Genf 3°C 7°C wechselnd bewölkt, Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig trüb und nass wolkig, aber kaum Regen
Lugano 2°C 4°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig wechselnd bewölkt
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten