70 Aufrührer in Usbekistan gefasst
publiziert: Montag, 16. Mai 2005 / 10:16 Uhr / aktualisiert: Mittwoch, 18. Mai 2005 / 12:35 Uhr

Taschkent/Moskau - Nach der blutigen Niederschlagung des Aufstands in Andischan hat die usbekische Polizei nach eigenen Angaben 70 Aufrührer festgenommen.

Das Fergana-Tal liegt im Zentrum Usbekistans.
Das Fergana-Tal liegt im Zentrum Usbekistans.
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Die Lage in der Stadt im Fergana-Tal normalisiere sich langsam.

Dies sagte Innenminister Sakir Almatow nach russischen Medienberichten. Ein Teil der befreiten Untersuchungshäftlinge sei freiwillig ins Gefängnis zurückgekehrt.

Bewaffnete Stadtbewohner hatten in der Nacht zum Freitag Gefängnisse gestürmt und tausende Gefangene befreit. Usbekisches Militär soll darauf wahllos gegen Aufrührer und friedliche Demonstranten vorgegangen sein.

Hunderte Tote

Dabei wurden nach inoffiziellen Berichten mehrere hundert Menschen getötet. Die Regierung geht dagegen von etwas mehr als 70 Getöteten aus, wie ein Sprecher in Andischan erklärte.

In der usbekisch-kirgisischen Grenzstadt Karassu war die Lage weiterhin angespannt. Ein Diplomat in Bischkek berichtete von nächtlichen Schüssen in der Stadt, in der hunderte von usbekischen Flüchtlingen derzeit versuchen, über die Grenze nach Kirgistan zu gelangen.

Zusammenstösse

Die Grenze zwischen Usbekistan und dem Nachbarland Kirgistan war am Freitag geschlossen worden. Am Sonntagmorgen wurde der Übergang in Karassu geöffnet, nachdem es dort Zusammenstösse zwischen Demonstranten und Sicherheitskräften gegeben hatte.

Rund 900 Usbeken konnten inzwischen das Land verlassen; an der Grenze warteten nach UNO-Angaben aber weiterhin zwischen 2000 und 4000 Menschen auf die Ausreise.

(bsk/sda)

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