Drama in der Westschweiz
71-Jähriger erschiesst seine Frau aus Eifersucht
publiziert: Samstag, 19. Sep 2015 / 13:03 Uhr / aktualisiert: Samstag, 19. Sep 2015 / 15:52 Uhr
Die vom Ehemann verwendete Waffe war auf dessen Name registriert. (Symbolbild)
Die vom Ehemann verwendete Waffe war auf dessen Name registriert. (Symbolbild)

Boudry NE - Ein 71-jähriger Mann hat am Freitagabend in Boudry NE mit einem Revolver seine Ehefrau umgebracht. Zum Tatzeitpunkt hatte sie sich bei ihrem Liebhaber befunden, wie die Untersuchungsbehörden am Samstag bekannt gaben. Der Täter wurde in Untersuchungshaft genommen.

Der Mann habe seine Ehefrau verdächtigt, eine aussereheliche Beziehung zu haben. Als sie am Freitagabend das Haus unter dem Vorwand verlassen habe, Freunde zu sehen, sei ihr der Mann nach Boudry gefolgt, schilderte Staatsanwalt Nicolas Feuz den Tatablauf.

Anschliessend habe er sich dem Haus genähert, in das seine Ehefrau gegangen sei. Ein halb geöffnetes Fenster zur Küche und zum Wohnraum, in dem sich seine Ehefrau und der Liebhaber befanden, stiess der Mann auf und machte sich bemerkbar.

Als der Liebhaber ans Fenster gekommen sei, habe der Täter nach seiner Ehefrau gefragt. Nach einer kurzen Diskussion des Ehepaars habe der Mann den Revolver gezogen und seiner Frau in die Brust geschossen.

Der Täter alarmierte selber kurz vor 23.00 Uhr die Polizei und gestand, auf seine Frau geschossen zu haben. Er sei bereits von der Kriminalpolizei im Beisein seines Anwalts zur Tat befragt worden. Zudem werde er auch vom Staatsanwalt noch befragt.

Es habe sich um eine Beziehungssituation gehandelt, die ausser Kontrolle geraten sei, sagte Staatsanwalt Feuz weiter. Das Opfer sei 19 Jahre jünger gewesen als der Ehemann. Die beiden Schweizer Staatsangehörigen hätten zusammen in Neuenburg gewohnt und seien seit vielen Jahren verheiratet gewesen. Aus ihrer Ehe stammen auch die beiden Kinder, die heute 18 und 26 Jahre alt sind.

Keine Hinweise auf bevorstehende Tat

Bis anhin sei es in der Beziehung des Ehepaares nie zu Problemen gekommen. Sie hätten keine Vorstrafen und es sei auch nie zu häuslicher Gewalt gekommen. Auch habe es keine Anzeichen gegeben, die auf die bevorstehende Tat hätten hindeuten können.

Die vom Ehemann verwendete Waffe war auf dessen Name registriert. Der Täter besitze mehrere Waffen und sei auch Mitglied einer Schützengesellschaft. Den Liebhaber seiner Ehefrau habe er persönlich gekannt.

Für die Tatbestandesaufnahme wurde die Strasse in Boudry, wo sich die Tat ereignet hatte, während mehrerer Stunden gesperrt. Die Leiche der Frau sei für eine Autopsie ins gerichtsmedizinische Institut nach Lausanne gebracht worden.

(bert/sda)

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