8 Jahre: Verurteilung im Fluglotsen-Fall
publiziert: Mittwoch, 26. Okt 2005 / 19:30 Uhr / aktualisiert: Mittwoch, 26. Okt 2005 / 21:22 Uhr

Zürich - Wegen vorsätzlicher Tötung eines Skyguide-Fluglotsen hat das Zürcher Obergericht einen 49-jährigen Russen am Mittwoch zu einer achtjährigen Zuchthausstrafe verurteilt.

Das Gericht folgte im wesentlichen den Anträgen des Staatsanwalts.
Das Gericht folgte im wesentlichen den Anträgen des Staatsanwalts.
8 Meldungen im Zusammenhang
Weiterführende Links zur Meldung:

UVEK
Dossier Flugzeugkollision über Süddeutschland.
www.uvek.admin.ch/verkehr/div/00262/index.html?lang=de

skyguide
Dossier zum Absturz von Überlingen bei skyguide.
www.skyguide.ch/de/Dossiers/DossierUeberlingen/

BFU
Untersuchungsbericht der BFU zu Überlingen im Mai 2004. (pdf, 3,5 Mb)
www.bfu-web.de/berichte/02_ax001dfr.pdf

Staatsanwalt und Verteidiger fassen einen Weiterzug des Urteils ins Auge.

Mit seinem Antrag, die Tat als Totschlag zu qualifizieren und mit drei Jahren Gefängnis zu bestrafen, hatte Verteidiger Markus Hug keine Chance. Der Tatvorsatz sei klar gegeben gewesen, befand das Gericht, das in diesem Punkt Staatsanwalt Ulrich Weder folgte.

Die brutale Ausführung der Tat lasse viel eher an eine Qualifikation als Mord denken. Aufgrund der in mittlerem bis hohem Grad verminderten Zurechnungsfähigkeit des Angeklagten zum Zeitungpunkt der Tat fällte es aber eine Strafe, die deutlich unter den von Weder geforderten 12 Jahren lag.

Begründung

Zu Gunsten des Angeklagten sprachen sein untadeliges Vorleben, sein Geständnis, die Entschuldigung, zu der er sich ganz zum Schluss der Verhandlung durchrang, und die Tatsache, dass er sich mit der Familie seines Opfers in Sachen Entschädigungen aussergerichtlich geeinigt hatte.

Zu seinen Ungunsten sprachen gemäss Referent unter anderem seine Uneinsichtigkeit, das objektiv schwere Tatverschulden und die Rachegefühle, die mit eine Rolle spielten. Zudem wäre es ihm durchaus zuzumuten gewesen, sich über den Stand der Untersuchungen nach dem Flugzeugunglück zu erkundigen.

Racheakt

Am 24. Februar 2004 hatte der Architekt aus Nord-Ossetien in Kloten den Skyguide-Fluglotsen auf dem Gartensitzplatz von dessen Wohnung mit zahlreichen Messerstichen getötet. Der 36-jährige Däne hatte allein Dienst am Flughafen Kloten, als am 1. Juli 2002 bei Überlingen D zwei Flugzeuge zusammenstiessen.

71 Menschen kamen bei dem Crash ums Leben, darunter die Frau und die beiden Kinder des Russen. Dieser sah die Flugsicherungsfirma Skyguide und insbesondere den Fluglotsen als Hauptschuldige für den Tod seiner Lieben an.

(bert/sda)

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