Der materielle Schaden hielt sich in Grenzen, denn das etwa 100 Jahre alte "Ecce Homo"-Werk war nirgends katalogisiert und galt künstlerisch nicht als besonders wertvoll. Die an Unbeholfenheit kaum zu übertreffende Pinselei geriet jedoch zu einem Schwank, an dem die Medien und Internetforen in aller Welt ihre Freude haben.
In Online-Zeitungen in Spanien und anderen Ländern waren Berichte über die missglückte Restauration am Donnerstag die am häufigsten angeklickten Artikel. "Le Monde" in Paris spottete: "Holy Shit: Die Restauration eines Christus-Gemäldes endet in einem Massaker". "The Guardian" in London fand, das Bildnis sehe jetzt nicht mehr wie Jesus aus, sondern wie ein "aufgeblasener Igel", "Spiegel Online" fühlte sich eher an ein Äffchen erinnert.
Das Jesus-Bild sei "völlig zerstört" worden. Dennoch sollten professionelle Restauratoren versuchen, das Werk noch zu retten. Allerdings zeigte Ojeda auch Mitgefühl mit der alten Dame. Sie habe ein schweres Leben und einen 60 Jahre alten, behinderten Sohn zu pflegen. Für den Ort mit seinen 5000 Einwohnern hat das Wandgemälde vor allem einen emotionalen Wert. Der Maler Elías García Martínez hatte in Borja häufig seine Ferien verbracht und das Bild dort Anfang des 20. Jahrhunderts gemalt.
Die Amateur-Restaurateurin wehrte sich gegen den Vorwurf, sie habe sich heimlich an dem Bild zu schaffen gemacht. "Der Pfarrer wusste davon", sagte sie dem staatlichen Fernsehen TVE. "Ausserdem haben mich die Besucher der Kirche malen gesehen." Sie sei mit ihrem Ausbesserungswerk noch nicht fertig gewesen. Ihre Schwester Esperanza Giménez betonte: "Cecilia wollte nur etwas Farbe in die Kirche bringen."
(fest/news.ch mit Agenturen)