80 Prozent aller US-Polizisten ermitteln im Internet
publiziert: Dienstag, 24. Jul 2012 / 14:53 Uhr
Werden solche Fahndungsfotos in Zukunft auch über Facebook veröffentlicht?
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San Francisco/Wien - Vier von fünf der US-Polizeibeamten setzen für die Aufklärung und Prävention von Kriminalfällen regelmässig soziale Medien ein.

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Das besagt eine Studie des Informationsdienstleisters LexisNexis unter 1.200 Polizeibediensteten aus allen Bereichen der Kriminal-Bekämpfung. Bundesbehörden und lokale Ämter verwenden Facebook & Co. häufiger als Kriminalämter mit weniger als 50 beeideten Angestellten.

Nicht nur Facebook wird beobachtet

«Wir nutzen soziale Medien ständig für unsere Ermittlungen, um Personen zu finden oder Informationen über deren Privatleben zu bekommen. Mittlerweile sind die Nutzer von Facebook deutlich vorsichtiger geworden und treffen dementsprechende Vorkehrungen. Wir beobachten auch, dass Freundschaftsanfragen oft nicht mehr beantwortet werden», sagt der private Ermittler Bernhard Maier gegenüber pressetext. Es gibt laut dem Experten aber andere Netzwerke, auf denen es diese Sensibilität noch nicht gibt und man an Informationen leichter kommt.

Diesen Trend zur Datensicherheit auf sozialen Netzwerken bestätigt eine Untersuchung des Bundesverbands Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien, die zum Schluss kommt, dass die Deutschen für Sicherheitsbelange innerhalb sozialer Netzwerke sensibilisiert sind. So würden 68 Prozent der deutschen Nutzer nie auf Links klicken, wenn diese von einem unbekannten Absender kommen. 66 Prozent der Befragten nehmen keine Freundschaftsanfragen von Fremden an.

Beweise vor US-Gerichten haltbar

Die Identifikation von Personen und Orten, das Entdecken von kriminellen Aktivitäten und das Sammeln von Beweismitteln gehören zu den beliebtesten Anwendungszwecken von sozialen Medien der Polizeibediensteten. Zwei Drittel der Befragten sind der Meinung, dass sich durch das Absuchen von sozialen Medien die Aufklärungszeit verkürzt hat. Vor US-Gerichten werden Informationen aus dem Internet immer alltäglicher. In 87 Prozent aller Fälle ist es erlaubt derartige Beweismittel vorzubringen.

Maier stellt die Eignung von solchem Beweismaterial unter Frage: «Ich bezweifle, dass man es vor Gericht verwendet werden kann. Der Beschuldigte wird immer Ausreden finden und die Beweiskraft von Statusmeldungen und YouTube-Videos ist sehr dürftig. Als reine Informationsquelle ist das Internet für uns aber sehr nützlich.»

Nur jeder Zehnte ausgebildet

«Die Nachforschung und Analyse von Inhalten aus dem Internet bietet eine grosse Möglichkeit für die Prävention von Kriminalität», sagt Forschungsleiterin Samantha Gwinn. Mit der Ausbildung des Personals werde laut Gwinn die Nutzung von sozialen Medien in der Kriminal-Bekämpfung immer effektiver. Die meisten US-Polizeibediensteten haben die Nutzung von sozialen Medien selbst erlernt, nur jeder Zehnte kann eine professionelle Ausbildung auf diesem Gebiet vorweisen.

(knob/pte)

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