AKW-Zwischenfall - Lage unter Kontrolle
publiziert: Mittwoch, 4. Jun 2008 / 20:02 Uhr / aktualisiert: Mittwoch, 4. Jun 2008 / 22:22 Uhr

Brüssel - Nach einem Zwischenfall im Kühlsystem des slowenischen Atomkraftwerks Krsko hatte die EU-Kommission europaweiten Alarm ausgelöst. Ein Entweichen von Radioaktivität in die Umwelt sei bisher nicht festgestellt worden.

Das Atomkraftwerk in Krsko wurde abgeschaltet. (Archivbild)
Das Atomkraftwerk in Krsko wurde abgeschaltet. (Archivbild)
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Am späten Mittwochabend bestätigten die slowenischen Behörden, dass der Reaktor des Atomkraftwerks im Südosten des Landes vollständig abgeschaltet, das Leck abgedichtet und die Situation unter Kontrolle sei.

Eine kleine Menge Wasser sei aus dem Primärkreislauf innerhalb der Reaktor-Abschirmung entwichen, teilte die EU-Kommission. Nach Angaben der slowenischen Behörden sei kein radioaktives Material in die Umwelt gelangt. Die Lage sei unter Kontrolle.

EU-Staaten und die Schweiz alarmiert

Nach Angaben der EU-Kommission wurde das Notfallsystem zum Informationsaustausch bei radioaktiven Vorfällen (ECURIE) zur Information aller 27-EU-Staaten eingeschaltet, dies aus Gründen der Transparenz, wie ein EU-Sprecher weiter sagte. Auch die Schweiz ist nach Angaben den UVEK über den Zwischenfall informiert worden.

Bei der EU-Zentrale sei um 17.38 Uhr ein Alarm aus Slowenien eingangen, nachdem das Entweichen des Kühlwassers in dem Atomkraftwerk bemerkt worden sei, heisst es in der EU-Erklärung weiter.

Kurz nach Revision

Das Atomkraftwerk in Krsko wurde im vergangenen November wieder in Betrieb genommen, nachdem es einen Monat für Revisionsarbeiten vom Netz genommen worden war. Während der Arbeit wurde der Reaktor mit weiterer Dämmung versehen. 53 der 121 Brennstoffelemente wurden ausgetauscht.

Zur Erhöhung der Sicherheit wurden zudem die technischen Systeme überarbeitet. Das Atomkraftwerk, das Slowenien und dem Nachbarland Kroatien gemeinsam gehört, wurde von dem japanisch-amerikanischen Unternehmen Westinghouse gebaut und ging 1983 ans Netz.

Es produziert derzeit 20 Prozent des slowenischen und 15 Prozent des kroatischen Strombedarfs. Greenpeace Deutschland stufte eine europaweite Warnung auf Anfrage als «sehr ungewöhnlich» ein.

(smw/sda)

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