AU fordert Regierung der nationalen Einheit
publiziert: Dienstag, 1. Jul 2008 / 19:58 Uhr / aktualisiert: Mittwoch, 2. Jul 2008 / 10:21 Uhr

Harare - Die Afrikanische Union (AU) hat zur Bildung einer Regierung der nationalen Einheit in Simbabwe aufgerufen. Eine entsprechende Resolution sei verabschiedet worden, verlautete aus Delegationskreisen am Rande des Gipfels in Scharm el Scheich in Ägypten.

MDC-Sekretär Tendai Biti sieht wenig Chancen für Gespräche.
MDC-Sekretär Tendai Biti sieht wenig Chancen für Gespräche.
6 Meldungen im Zusammenhang
Nach Ansicht des neuen EU-Ratsvorsitzenden Frankreich muss eine Regierung der nationalen Einheit von Oppositionsführer Morgan Tsvangirai geführt werden. «Die Europäische Union wird keine andere Regierung als eine Regierung von Herrn Tsvangirai akzeptieren», sagte der französische Aussenminister Bernard Kouchner dem Fernsehsender France 2.

Südafrikas Präsident Thabo Mbeki hat diese Forderung zurückgewiesen.Das Ergebnis eines Dialogs müsse die Zustimmung der Simbabwer haben, sagte Mbeki einem Radiosender.

Er betonte, der simbabwische Präsident Robert Mugabe habe auf dem Gipfel der Afrikanischen Union in Ägypten keine Vorbehalte gegen einen Dialog mit Oppositionschef Tsvangirai gehabt. Die AU hatte eine Resolution verabschiedet, in der sie die politischen Lager in Simbabwe zum Dialog auffordert.

Kenianisches Konzept zurückgewiesen

Das Mugabe-Regime erteilte währenddessen einer Machtteilung mit der Opposition eine klare Absage. «Kenia ist Kenia. Simbabwe ist Simbabwe», sagte der Sprecher von Machthaber Robert Mugabe, George Charamba, in Scharm el Scheich in Anspielung auf das afrikanische Land, in dem eine Teilung der Macht zwischen Opposition und Regierung möglich wurde.

Mugabe jedoch verbat sich jede Einmischung von aussen. «Wir haben unsere eigene Geschichte für den Aufbau eines Dialogs und werden den simbabwischen Weg einschlagen, um aus der politischen Sackgasse zu gelangen.» An die westlichen Staaten gerichtet, fügte er an: «Die können zur Hölle fahren!»

Gleichzeitig bestätigte Charamba, dass Mugabes Partei ZANU-PF Gespräche mit der Opposition aufnehmen wolle. «Wir versprechen aber nichts darüber hinaus.»

Neue UNO-Resolution

Der Generalsekretär der oppositionellen Bewegung für einen Demokratischen Wandel (MDC), Tendai Biti, äusserte hingegen wenig Hoffnung für solche Gespräche. Die «gefälschte» Präsidentschaftswahl vom Freitag habe alle Aussichten auf eine Teilung der Macht zwischen ZANU-PF und MDC zunichte gemacht.

Die von Harare rüde zurückgewiesenen westlichen Staaten liessen aber nicht locker. Nach Angaben des US-Botschafters bei der UNO, Zalmay Khalilzad, berieten die USA mit anderen Staaten unter Hochdruck über eine neue Resolution für den UNO-Sicherheitsrat.

Nach Angaben der Sprecherin des Weissen Hauses, Dana Perino, soll die von den USA entwickelte UNO-Resolution neue diplomatische und wirtschaftliche Sanktionen gegen Mugabe und seine Regierung enthalten. Dazu sollen ein Waffenembargo sowie Reisebeschränkungen gegen Einzelpersonen zählen.

(fest/sda)

Kommentieren Sie jetzt diese news.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Harare - In Simbabwe sind die ... mehr lesen
Morgan Tsvangirai sieht die Forderungen der Opposition noch nicht erfüllt.
Der Antrag wurde blockiert.
New York - Das Regime von Robert ... mehr lesen 1
New York - Die USA fordern ein striktes Waffenembargo gegen Simbabwe ... mehr lesen
Die USA fordern weitere Sanktionen gegen Staatschef Robert Mugabe und andere Regierungsmitglieder.
Oppositionsführer Morgan Tsvangirai.
Harare - In Simbabwe hat die Opposition die Forderung der Afrikanischen Union (AU) nach Verhandlungen über eine Regierung der nationalen Einheit zurückgewiesen. Das Umfeld für solche ... mehr lesen
Den Haag - Im ägyptischen Scharm ... mehr lesen
Südafrika vermittelt zwischen Tsvangirai (Bild) und Mugabe.
Weitere Artikel im Zusammenhang
Ziel müsse die Bildung einer Übergangsregierung in Simbabwe sein.
Scharm el Scheich - Nach der weltweit verurteilten Präsidentenwahl in Simbabwe dringen afrikanische Staaten auf einen Dialog zwischen Machthaber Robert Mugabe und der ... mehr lesen
.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. mehr lesen 21
Der erste Wahlgang soll annuliert werden.
Der erste Wahlgang soll annuliert werden.
Untersuchungskommission empfiehlt Neuwahlen  Port-au-Prince - Angesichts Haitis anhaltender Wahlkrise hat eine unabhängige Untersuchungskommission Neuwahlen für das Präsidentenamt empfohlen. Der Leiter der Kommission, François Benoit, riet am Montag zur Annullierung des ersten Wahlgangs der Präsidentenwahl. mehr lesen 
Befürworter holen auf  London - Die Gegner eines Verbleibs Grossbritanniens in der EU holen einer neue Umfrage zufolge auf. In einer am Montag vorab verbreiteten ... mehr lesen  
Noch 51 Prozent befürworten einen Verbleib in der EU.
US-Wahlen  Washington - Der US-Republikaner Marco Rubio will nicht als Vize-Präsidentschaftskandidat ... mehr lesen  
Mit 55,8 Prozent der Stimmen  Orlando - Im US-Wahlkampf hat die libertäre Partei den ehemaligen Gouverneur Gary Johnson zu ihrem Kandidaten für die Präsidentschaftswahl gekürt. Der 63-Jährige erhielt beim Parteitag am ... mehr lesen
Titel Forum Teaser
  • keinschaf aus Wladiwostok 2826
    belustigend peinlich Das kommt schon fast in die Nähe der Verwechslung von Oekonomie mit ... Mi, 28.12.16 01:21
  • Unwichtiger aus Zürich 11
    Grammatik? Wie kann Stoltenberg denn Heute schon wissen, welche Entscheidungen am ... Sa, 22.10.16 10:59
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Der phallophile Blick eines cerebrophoben Schäfleins! Frau Stämpfli schrieb am Ende ... Mo, 26.09.16 17:32
  • keinschaf aus Wladiwostok 2826
    phallophobe Geschichtsrückblicke "Und die grösste Denkerin des 21. Jahrhunderts? Verdient ihr Geld mit ... Sa, 13.08.16 17:48
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Alle Demonstranten gefilmt. Der Erdogan lässt doch keine Domo gegen sich zu! Die ... Di, 21.06.16 16:42
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Konzernrecht? Konzernpfusch! Was ist denn das? Konzerne werden vorwiegend von Vollidioten geführt. ... Fr, 10.06.16 17:49
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Das wird die Deutschen aber traurig machen. Wenn man keinen Flughafen und keinen Bahnhof ... Mi, 08.06.16 17:49
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3945
    Der... Daesh (IS) kommt immer mehr unter Druck. Davon sind inzwischen auch ... Do, 02.06.16 19:22
Jonathan Mann moderiert auf CNN International immer samstags, um 20.00 Uhr, die US- Politsendung Political Mann.
CNN-News Was würde «Präsident Trump» tatsächlich bedeuten? Noch ist absolut nichts sicher, doch es ...
 
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Sa So
Zürich 0°C 6°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wolkig, aber kaum Regen wolkig, aber kaum Regen
Basel -1°C 8°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig bedeckt, wenig Regen wolkig, aber kaum Regen
St. Gallen 1°C 8°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wolkig, aber kaum Regen wolkig, aber kaum Regen
Bern -2°C 6°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wolkig, aber kaum Regen wolkig, aber kaum Regen
Luzern -1°C 6°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wolkig, aber kaum Regen wolkig, aber kaum Regen
Genf 1°C 9°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wolkig, aber kaum Regen wolkig, aber kaum Regen
Lugano 0°C 8°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig sonnig
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten