Aaraus Existenz gefährdet
publiziert: Samstag, 21. Mai 2005 / 08:00 Uhr / aktualisiert: Samstag, 21. Mai 2005 / 11:45 Uhr

In der 33. und vorletzten Runde der Axpo Super League sind zwei Fragen zu klären. Erzwingt YB im Ringen um den letzten UEFA-Cup-Platz die Vorentscheidung oder schafft der Tabellenletzte Aarau den Klimmzug über die Trennlinie?

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Fast unbemerkt von der Öffentlichkeit haben die drittklassierten Young Boys (45 Punkte) zuletzt eine Serie von sieben Spielen ohne Niederlage erreicht. Sofern GC, die Nummer 4 der Liga, nach dem Fehltritt gegen YB im Klassiker gegen Meister Basel heute Samstag wieder nicht gewinnt, könnten sich die Berner dem internationalen Geschäft beträchtlich nähern. Voraussetzung für den grossen Schritt Richtung UEFA-Cup ist zweifelsohne der Sieg in Aarau.

Neben den sportlichen Fakten lässt die Statistik der letzten Jahre wenig Fragen offen. Aarau gewann letztmals Mitte August vor zwei Jahren gegen YB. Berns Coach Bidu Zaugg beurteilt die Lage um Nuancen anders, der Blick aufs Papier genüge nicht: "Klar ist natürlich, dass wir sowohl gegen Aarau als auch am Schluss gegen Schaffhausen gewinnen müssen, wenn wir die Chance auf ein UEFA-Cup-Ticket wahren wollen. Es wird aber verdammt hart, weil es für beide Gegner gegen uns schlicht um alles geht."

Europacup "nicht lebenswichtig"

Trotz langer Ungeschlagenheit kann Zaugg die Kritik der Öffentlichkeit einigermassen nachvollziehen, da die Leistungen in den Heimspielen in der Rückrunde tatsächlich zu oft ungenügend gewesen seien. Den Stellenwert des 3. Platzes gelte es gleichwohl zu relativieren.

"Natürlich wollen wir den Europacup schon vor dem Einzug ins neue Stadion erreichen, aber absolut lebenswichtig ist es nicht." Den Verantwortlichen sei durchaus bewusst gewesen, "dass wir mit dieser Mannschaft im optimalen Fall Rang zwei oder drei erreichen können, dass aber auch das Risiko besteht, nur Vierter oder Fünfter zu werden."

Keine konkrete Transferziele

Sie hätten betreffend Zielsetzung nie etwas anderes kommuniziert, betont Zaugg. Eher zurückhaltend und bedeckt äussert sich der YB-Trainer auch zum Transfergeschäft. Im Fall von Hakan Yakin habe er bei einem Essen einfach mal ausloten wollen, "was er überhaupt im Sinn hat." Um mehr kümmerte sich Zaugg bislang (offiziell) nicht.

In Bezug auf Johan Vonlanthen würde er sich wünschen, der Berater denke auch an das Wohl des Spielers. Und zur Personalie "Mario Cantaluppi" sagt Zaugg klipp und klar: "Er war bei uns Verantwortlichen nicht ein einziges Mal ein ernsthaftes Thema. Hundertprozentig!"

Existenz-Ängste

Mit möglichen Zuzügen befasst sich beim FC Aarau gegenwärtig niemand. Nicht die Renovation der Mannschaft steht zur Debatte, sondern die Existenz des Vereins. Nach dem gravierenden 0:1 gegen Aufsteiger Schaffhausen stehen die Aargauer mit dem Rücken näher zur Challenge-League-Wand denn je; der Absturz in die Barrage und ungemütliche Vergleiche mit dem Zweitbesten der unteren Klasse (derzeit Vaduz) drohen.

Die Nerven der Entscheidsträger sind derart strapaziert, dass sich Andy Egli selber ein Auskunftsverbot erteilt hat. Ausser ein paar belanglosen Statements mochte er nichts mehr preisgeben. Er und Präsident Michael Hunziker, der ihn bislang so sehr abschirmte, sind sich bewusst, wieviel vom Verbleib in der Axpo Super League abhängt.

Im Herbst wird die Aargauer Bevölkerung über einen 25-Millionen-Kredit der Stadt für das Gesamtprojekt "Mittelland-Park" befinden. Ob die Stimmbürger einen Stadionneubau für einen Challenge-League-Klub befürworten, ist fraglich.

Keine Hardturm-Derniere

"Es werden im ´GC-Stadion´ auf jeden Fall noch weitere Spiele zur Austragung kommen", versicherte Mediensprecher Eugen Desiderato der Hoppers-Gemeinde im aktuellen Matchmagazin der Zürcher. Nach der Partie gegen Basel werden somit noch keine Bagger auffahren, um den im April 1929 eingeweihten Hardturm niederzureissen.

Eine Derniere der anderen Art kündigt sich dagegen in Basel an. Beni Huggel liegt offenbar ein konkretes Angebot von Eintracht Frankfurt vor. Sollte der Gigant vom Main in die Bundesliga aufsteigen, ist ein Wechsel des stämmigen Mittelfeldspielers nicht mehr auszuschliessen. Für Christian Gross wäre ein Abgang Huggels "nicht nachvollziehbar".

Grasshoppers - Basel (Spiele der Saison/chronologisch: 1:8, 2:3, 1:4)
Samstag, 17.30 Uhr (SF2). -- Absenzen: Stepanovs (gesperrt), Seoane, Senesie (beide verletzt), Schwegler (U21); Carignano, Huggel, Petric (alle verletzt), Chipperfield (Nationalmannschaft). -- Fraglich: Muff; Mesbah. -- Gegen die Champions aus Basel holten die Hoppers in dieser Saison keinen Punkt und kassierten in drei Partien bei nur vier Plustoren 15 Gegentreffer. Murat Yakin figuriert erstmals seit Oktober 2004 wieder in der Basler Startformation.

Neuchâtel Xamax - FC Zürich (1:1, 2:1, 0:0)
Sonntag, 16 Uhr. -- Absenzen: Griffiths (gesperrt); Capria, Stanic, Petrosjan, Hohl, Filipescu, Ilie (alle verletzt), Akhalaia (abwesend). -- Fraglich: Nef, Dzemaili (Ellbogenprellung). -- Vor sechs Jahren siegten die Zürcher letztmals auswärts gegen Xamax. Die Neuenburger enttäuschten im "Exil" in La Chaux-de-Fonds im Frühjahr ihrerseits schwer; aus sechs Heimspielen gabs nur fünf Punkte.

Thun - St. Gallen (1:1, 1:3, 2:1)
Sonntag, 16 Uhr. -- Absenzen: Pallas, Baykal, Savic, Moser, Sinani (alle verletzt); Agouda, Fabinho, Wolf (alle verletzt), Schicker (gesperrt). -- Fraglich: Hodzic, Milicevic (krank); Zellweger. -- Seit dem 1:4 im Spitzenkampf gegen Meister Basel musste sich Thun mit zwei Remis gegen YB und Xamax begnügen und liess sich von Cupsieger FCZ beim 3:6 regelrecht vorführen. St. Gallen tankte mit dem 5:0 gegen Xamax viel Selbstvertrauen.

Aarau - Young Boys (1:3, 1:1, 1:1)
Sonntag, 16.15 Uhr (Sat1). -- Absenzen: Wardanjan, Christ (beide verletzt); Sermeter (gesperrt), De Napoli, Aziawonou (beide verletzt). -- Seit sechs Spielen und dem 3:1 am 16. August 2003 haben die Aarauer gegen YB nicht mehr gewonnen. Die Berner sind seit sieben Runden ungeschlagen.

Rangliste
1. Basel 32/67. 2. Thun 33/57. 3. Young Boys 32/45. 4. Grasshoppers 31/43. 5. FC Zürich 32/42. 6. Neuchâtel Xamax 31/38. 7. St. Gallen 32/35. 8. Schaffhausen 33/32. 9. Aarau 32/31.

(bert/Si)

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