Abbas bricht Europareise ab
publiziert: Dienstag, 14. Mrz 2006 / 23:45 Uhr

Paris/Jericho/New York - Palästinenserpräsident Mahmud Abbas hat wegen des israelischen Militäreinsatzes in Jericho seine Europareise abgebrochen.

Mahmud Abbas kehrt nach Palästina zurück.
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Abbas wolle unverzüglich zurückkehren, um «vor Ort» die Entwicklung zu verfolgen, sagte der palästinensische Chefunterhändler Sajeb Erakat am Abend.

Abbas glaube, dass die israelische Armee mit ihrem Sturm auf das palästinensische Gefängnis von Jericho eine «extrem gefährliche» Situation geschaffen habe.

Schlag gegen Autonomie-Behörde

Erakat warf Israel, Grossbritannien und den USA vor, den im Gefängnis von Jericho inhaftierten Chef der Volksfront für die Befreiung Palästinas (PFLP), Ahmed Saadat, entführt zu haben.

Der Einmarsch der israelischen Armee in das Gefängnis sei ein Schlag gegen die Autonomiebehörde. Es zeige, dass die israelische Regierung keinen Fortschritt im Friedensprozess wolle.

Gefängnis belagert

Nach der Festnahme mehrerer gesuchter Häftlinge beendete die israelische Armee die Belagerung des Gefängnisses. Die Soldaten hätten begonnen, mit ihren Panzerfahrzeugen und schwerem Baugerät abzurücken, berichteten Augenzeugen am Abend.

Die Armee hatte das Gefängnis seit dem Morgen belagert und mit Granaten beschossen, um die wegen des Mordes an dem israelischen Tourismusminister Rechwam Seewi im Jahr 2001 gesuchten Männer in ihre Gewalt zu bringen.

Die israelische Luftwaffe bombardierte am Abend eine Region im nördlichen Gazastreifen, von der aus Raketen auf Israel abgefeuert worden waren. Das sagte ein israelischer Armeesprecher.

(bsk/sda)

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