Abbas fordert Israel zu Verhandlungen auf
publiziert: Montag, 15. Mai 2006 / 23:48 Uhr

Ramallah - Der palästinensische Präsident Mahmud Abbas hat Israel in einer Fernsehansprache zu Verhandlungen aufgerufen.

Mahmud Abbas.
Mahmud Abbas.
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Die radikal-islamische Hamas forderte er zur Anerkennung internationaler Abkommen im Nahost- Konflikt auf. Die Ansprache von Abbas zum Gedenktag an die Massenvertreibung von Palästinensern im ersten Nahostkrieg von 1948 war bereits zuvor aufgezeichnet worden. Abbas war am Sonntag zu Gesprächen mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin in dessen Residenz in Sotschi am Schwarzen Meer gereist.

Dort appellierte der palästinensische Präsident an die internationale Gemeinschaft, die Hilfe für die Palästinenser ungeachtet des Hamas-Wahlsiegs fortzusetzen.

Putin für Einhaltung der Road Map

Gastgeber Putin rief Israelis und Palästinenser auf, die Vereinbarungen der «Road Map» einzuhalten und wieder zu verhandeln, wie der russische Vizeaussenminister Alexander Saltanow mitteilte. Putin und Abbas hätten auch über den Konflikt zwischen Fatah und Hamas gesprochen.

Die Hamas müsse «ihren Teil des Wegs gehen» und sich dem Friedensprozess mit Israel anschliessen, forderte Putin nach Saltanows Angaben. Über weitere Finanzhilfen sei nicht gesprochen worden.

Wiederaufnahme humanitärer Hilfe

Die EU-Kommission wird frühestens im Juni Vorschläge für die Wiederaufnahme der humanitären Hilfen für die palästinensische Bevölkerung vorlegen. Die Weltbank habe bisher keine Bereitschaft gezeigt, bei der Einrichtung eines neuen Treuhandfonds mitzuwirken, sagte EU-Aussenkommissarin Benita Ferrero-Waldner.

Mit diesem Fonds sollte Geld vorbei an der von der Hamas geführten Regierung direkt an die Bevölkerung geleitet werden. Die Hamas wird von der EU als Terrororganisation betrachtet.

Die EU-Kommission soll im Auftrag des so genannten Nahost-Quartetts (UNO, USA, EU, Russland) Vorschläge machen, wie Geld an hilfsbedürftige Palästinenser gegeben werden kann.

(ht/sda)

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