Abbas mit Vorwürfen an Israel
publiziert: Montag, 15. Mai 2006 / 13:53 Uhr

Ramallah - Der palästinensische Präsident Mahmud Abbas hat Israel die Blockade einer Zwei-Staaten-Lösung im Nahost-Konflikt vorgeworfen.

Abbas hält sich seit gestern Abend zu Gesprächen in Russland auf.
Abbas hält sich seit gestern Abend zu Gesprächen in Russland auf.
Dies anlässlich des 58. Jahrestags der «Nakba», den die Palästinenser als Beginn ihrer Vertreibung angesehen. «Israel nutzt alle möglichen Ausreden, um der Welt zu sagen, dass es keinen palästinensischen Partner für Verhandlungen gibt», sagte Abbas in Ramallah. Israel wolle seinen Plan zur Annexion von Teilen des Westjordandlands vorantreiben. Damit werde die Möglichkeit einer Zwei-Staaten-Lösung auf dem Verhandlungsweg «praktisch zerstört».

Die internationalen Geberländer rief Abbas auf, die Hilfe für die Palästinenser ungeachtet der Wahlsiegs der radikal-islamischen Hamas, die auch die neue palästinensische Regierung stellt, fortzusetzen. Die Palästinenser dürften nicht für ihre demokratische Wahl bestraft werden.

In Putins Residenz am Schwarzen Meer

Die Rede von Abbas war aufgezeichnet worden. Abbas hält sich seit gestern Abend zu Gesprächen mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin in dessen Residenz in Sotschi am Schwarzen Meer auf.

Am so genannten Tag der «Nakba» («Tag der Katastrophe»), dem 14. Mai 1948, hatte David Ben Gurion den Staat Israel ausgerufen. In der Folge flüchteten hunderttausende Palästinenser aus dem bis dahin unter britischem Mandat stehenden Palästina.

(fest/sda)

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