Abbas warnt Palästinenser
publiziert: Sonntag, 17. Jul 2005 / 08:15 Uhr

Gaza-Stadt - Der palästinensische Präsident Mahmud Abbas hat radikale Palästinenser-Gruppen zur Einhaltung der Waffenruhe aufgefordert.

Für die Israelis geht Abbas noch immer zu sanft mit den Terrorgruppen um.
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"Ich rufe alle Gruppen und Parteien auf, ihr Bekenntnis zu dem zu erklären, auf das wir uns geeinigt haben - dem Bekenntnis zu Ruhe", sagte Abbas im palästinensischen Fernsehen.

Aus israelischen Kreisen verlautete als erste Reaktion auf die Rede, Abbas müsse endlich gegen die Terrorgruppen vorgehen und sie stoppen.

Israel fordert bereits seit längerem, dass die Palästinenser-Regierung gegen Organisationen wie die Hamas und den Islamischen Dschihad vorgeht.

Abbas versucht aus Angst vor einem Bürgerkrieg stattdessen, sie in bestehende Strukturen einzubinden.

"Schockierend und Verurteilungswürdig"

Auch UNO-Generalsekretär Annan rief Israelis und Palästinenser zu einem Ende der Gewalt auf.

Die Tötung von israelischen Zivilisten sei "schockierend und verurteilungswürdig", erklärte Annan in New York. Die Aktionen müssten dringend aufhören.

Israel seinerseits habe ein "legitimes Recht zur Selbstverteidigung". Dieses müsse jedoch verhältnismässig und in Übereinstimmung mit internationalem Recht eingesetzt werden.

Es bestehe weiter ein Schimmer der Hoffnung, dass zwei Staaten Seite an Seite existieren könnten. Alle, die an eine Verhandlungslösung glaubten, müssten deshalb ihren Blick weiter auf dieses Ziel richten.

Raketen

Nach dem Tod einer Israelin durch Raketen der Hamas am Donnerstag hatte Israel sieben Hamas-Mitglieder bei Luftangriffen getötet.

Auch in der vergangengen Nacht feuerten israelische Helikopter Raketen auf Ziele im Gaza-Streifen. Palästinensische Aktivsten reagierten mit Kassam-Raketen auf jüdische Siedlungen.

Die Waffenruhe gilt als eine der Voraussetzung für einen dauerhaften Nahost-Frieden. Anhaltende Gewalt könnte auch den für August geplanten Abzug Israels aus dem Gaza-Streifen gefährden.

(rr/sda)

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