Kein Zusammenbruch seiner Behörde
Abbas weist Spekulationen zurück
publiziert: Mittwoch, 6. Jan 2016 / 23:45 Uhr
Mahmud Abbas tritt wieder vor die Öffentlichkeit. (Archivbild)
Mahmud Abbas tritt wieder vor die Öffentlichkeit. (Archivbild)

Bethlehem - Palästinenserpräsident Mahmud Abbas ist Spekulationen über einen möglichen Zusammenbruch der Palästinensischen Autonomiebehörde entgegengetreten. Die Autonomiebehörde werde nicht aufgegeben, sagte Abbas am Mittwoch in Bethlehem.

4 Meldungen im Zusammenhang
Abbas zeigte sich erstmals öffentlich, seit vergangene Woche Gerüchte über seinen angeblich schlechten Gesundheitszustand laut wurden. Der 80-Jährige ging nicht darauf ein, schien aber in guter Verfassung zu sein.

«Ich habe in den vergangenen Tagen viel gehört über die Autonomiebehörde, die Zerstörung der Autonomiebehörde, den Zusammenbruch der Autonomiebehörde», sagte Abbas bei einer Veranstaltung anlässlich des orthodoxen Weihnachtsfestes in Bethlehem. «Die Autonomiebehörde ist eine Errungenschaft von uns, die wir nie aufgeben werden.»

«Behörde bleibt bis zu unabhängigem Staat»

Die Behörde werde bis zur Einrichtung eines unabhängigen Palästinenserstaates bestehen bleiben, betonte er. Die Palästinensische Autonomiebehörde war 1993 in den zwischen Israel und den Palästinensern ausgehandelten Friedensverträgen von Oslo geschaffen worden. Die Selbstverwaltung war als Provisorium bis zur Gründung eines Palästinenserstaates innert fünf Jahren gedacht.

Die Verhandlungen über eine Zwei-Staaten-Lösung haben jedoch immer wieder Rückschläge erlitten, und derzeit besteht keinerlei Hoffnung auf eine baldige Einigung. Die Autonomiebehörde verlor zuletzt zunehmend an Rückhalt in der eigenen Bevölkerung.

Im Gegensatz zur radikalislamischen Hamas-Bewegung im Gazastreifen hat die von der Fatah-Bewegung geführte Autonomiebehörde stets auf Verhandlungen mit Israel gesetzt. In der Bevölkerung stösst dieser Kurs kaum noch auf Zustimmung: In einer aktuellen Umfrage sagten zwei Drittel der befragten Palästinenser, ein bewaffneter Aufstand würde den «nationalen Interessen» mehr nützen als Verhandlungen.

Weiter an Verhandlungen interessiert

Ungeachtet der fortwährenden israelischen Besatzung seien die Palästinenser weiterhin an einer Verhandlungslösung interessiert, sagte Abbas. «Wir strecken Israel unsere Hand entgegen, trotz aller Probleme.» Die Friedensgespräche waren im April 2014 zusammengebrochen.

Die israelische Regierung beriet am Montag laut einem Bericht der Zeitung «Haaretz» bereits darüber, wie ein Zusammenbruch der Autonomiebehörde verhindert werden kann.

US-Aussenminister John Kerry hatte Anfang Dezember auf die Hoffnungslosigkeit und Frustration der Palästinenser verwiesen und vor einem Kollaps der palästinensischen Selbstverwaltung gewarnt.

Die Frustration äusserte sich in den vergangenen drei Monate in einer deutlichen Zunahme bewaffneter Angriffe junger Palästinenser auf Israelis. Die Autonomiebehörde bekam das Sicherheitsproblem bislang nicht in den Griff. Zuletzt gingen palästinensische Sicherheitskräfte immer brutaler gegen palästinensische Aktivisten vor.

(bg/sda)

?
Facebook
SMS
SMS
0
Forum
Kommentieren Sie jetzt diese news.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Berlin - Die deutsche Kanzlerin Angela Merkel und Palästinenserpräsident ... mehr lesen
Kanzlerin Merkel und der Präsident der palästinensischen Autonomiebehörde Abbas in Berlin.
Vatikan in Rom. (Archivbild)
Rom - Der Vatikan erkennt Palästina ... mehr lesen
Athen - Das griechische Parlament ... mehr lesen
Griechenlands Parlament begrüsst Palästina als unabhängiger Staat.
US-Aussenminister John Kerry äusserte sich besorgt über die israelische Siedlungspolitik, auch mit Blick auf das Ziel eines Palästinenserstaates.
Washington - US-Aussenminister John Kerry hat sich besorgt über die immer grösser werdenden Spannungen im Nahen Osten geäussert. Das Misstrauen zwischen Israelis und Palästinensern ... mehr lesen
.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. mehr lesen 21
Benjamin Netanjahu macht einen weiteren Schritt Richtung Frieden.
Benjamin Netanjahu macht einen weiteren Schritt Richtung ...
Positive Elemente für Friedensinitiative  Jerusalem - Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat sich zu neuen Verhandlungen über einen Friedensplan arabischer Staaten bereit erklärt. Netanjahu sagte am Montagabend in Jerusalem, die Friedensinitiative von 2002 enthalte positive Elemente. mehr lesen 
Israel  Jerusalem - Der rechts-nationalistische Politiker Avigdor Lieberman ist im Parlament als Israels neuer Verteidigungsminister vereidigt worden. 55 von 120 Abgeordneten ... mehr lesen
Avigdor Lieberman.
Andreas Kyriacou Die Klage des türkischen Möchtegern-Alleinherrschers Recep Erdogan gegen den Deutschen Satiriker Jan Böhmermann führte zur Einsicht, dass es für moderne Staaten an der Zeit ist, ihre Strafgesetzbücher zu entschlacken... mehr lesen   2
Titel Forum Teaser
  • keinschaf aus Wladiwostok 2826
    belustigend peinlich Das kommt schon fast in die Nähe der Verwechslung von Oekonomie mit ... Mi, 28.12.16 01:21
  • Unwichtiger aus Zürich 11
    Grammatik? Wie kann Stoltenberg denn Heute schon wissen, welche Entscheidungen am ... Sa, 22.10.16 10:59
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Der phallophile Blick eines cerebrophoben Schäfleins! Frau Stämpfli schrieb am Ende ... Mo, 26.09.16 17:32
  • keinschaf aus Wladiwostok 2826
    phallophobe Geschichtsrückblicke "Und die grösste Denkerin des 21. Jahrhunderts? Verdient ihr Geld mit ... Sa, 13.08.16 17:48
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Alle Demonstranten gefilmt. Der Erdogan lässt doch keine Domo gegen sich zu! Die ... Di, 21.06.16 16:42
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Konzernrecht? Konzernpfusch! Was ist denn das? Konzerne werden vorwiegend von Vollidioten geführt. ... Fr, 10.06.16 17:49
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Das wird die Deutschen aber traurig machen. Wenn man keinen Flughafen und keinen Bahnhof ... Mi, 08.06.16 17:49
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3945
    Der... Daesh (IS) kommt immer mehr unter Druck. Davon sind inzwischen auch ... Do, 02.06.16 19:22
Jonathan Mann moderiert auf CNN International immer samstags, um 20.00 Uhr, die US- Politsendung Political Mann.
CNN-News Was würde «Präsident Trump» tatsächlich bedeuten? Noch ist absolut nichts sicher, doch es ...
 
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Fr Sa
Zürich 3°C 7°C trüb und nassleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig bewölkt, starker Regen recht sonnig
Basel 2°C 9°C bedeckt, wenig Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig bewölkt, etwas Regen recht sonnig
St. Gallen 0°C 3°C starker Schneeregenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig starker Schneeregen starker Schneeregen
Bern 3°C 8°C bedeckt, wenig Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig starker Schneeregen recht sonnig
Luzern 4°C 6°C trüb und nassleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig anhaltender Regen recht sonnig
Genf 4°C 9°C bedeckt, wenig Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig bewölkt, etwas Regen recht sonnig
Lugano 10°C 13°C trüb und nassleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt, Regen sonnig
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten