Abe kandidiert für Koizumis Posten
publiziert: Freitag, 1. Sep 2006 / 15:12 Uhr / aktualisiert: Freitag, 1. Sep 2006 / 15:53 Uhr

Tokio - Der japanische Regierungssprecher Shinzo Abe hat offiziell seine Kandidatur für die Nachfolge von LDP-Partei- und Regierungschef Junichiro Koizumi bekannt gegeben.

Abe gilt als Favorit.
Abe gilt als Favorit.
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Der 51-Jährige gilt als klarer Favorit für den Posten. Der konservative Abe, derzeit die rechte Hand Koizumis, liegt in Umfragen weit vor Finanzminister Sadakazu Tanigaki sowie Aussenminister Taro Aso.

Die Wahl zum neuen Präsidenten der Liberaldemokratischen Partei (LDP) und damit - aufgrund der Mehrheit der LDP im Parlament - de facto auch zum neuen Ministerpräsidenten steht am 20. September an.

Verfassung ändern

Abe kündigte bei seiner Kandidatur an, er wolle die pazifistische Nachkriegsverfassung ändern. Die bisher so genannten Selbstverteidigungsstreitkräfte Japans sollen künftig eine aktivere Rolle bei Einsätzen im Ausland übernehmen.

Die Beziehungen zu Washington sollen «der Welt und Asiens willen» noch enger werden und eine Sicherheitsallianz mit Amerika geschaffen werden, wie die Nachrichtenagentur Kyodo hervorhob. Abe sprach sich gleichzeitig für ein stärkeres Vertrauensverhältnis mit China und Südkorea aus.

Shooting-Star

Abe ist ein Shooting-Star seiner Partei. Noch vor sechs Jahren war er keiner breiteren Öffentlichkeit bekannt gewesen. Das änderte sich jedoch, als er sich mediengerecht für von Nordkorea entführte Landsleute stark machte und sich mit seiner harten Haltung gegenüber Pjöngjang Respekt verdiente.

Er ist auch bekannt für seine Distanz zu China. Vor diesem Hintergrund spricht sich Abe für eine Intensivierung des strategischen Dialogs mit Australien und Indien sowie den USA und Europas aus. Zugleich befürwortet er eine feste Solidarität mit den Nachbarstaaten Japans für ein «offenes» Asien.

Der für japanische Verhältnisse noch junge Abgeordnete Abe wird für noch konservativer als Koizumi eingeschätzt. Er hat stets die umstrittenen Besuche von Koizumi am Yasukuni-Schrein für Japans Kriegstote verteidigt, in dem auch Kriegsverbrecher geehrt werden.

(ht/sda)

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