Abfallberge in Neapel türmen sich weiter
publiziert: Sonntag, 14. Nov 2010 / 18:32 Uhr
Abfall in Neapel. (Archivbild)
Abfall in Neapel. (Archivbild)

Rom - In Terzigno bei Neapel in Italien ist am Sonntag wieder der Protest gegen den geplanten Bau einer neuen Abfalldeponie und gegen eine bereits bestehende Halde entflammt. Der Fahrer eines Kehrichtwagens wurde von einigen Demonstranten verletzt.

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Der Fahrer hatte in der Deponie von Terzigno seinen Abfall entladen wollen. Bevor er dies tun konnte, wurde sein Laster von wütenden Demonstranten umringt. Nachdem der Fahrer ausgestiegen war griffen ihn einige Demonstranten an.

Die Lage in Terzigno spitzte sich erneut zu, nachdem Bürgermeister Domenico Auricchio ein Dokument unterzeichnet hatte, das Kehrichtwagen aus 18 Gemeinden des Raums Neapel verbietet, in der Deponie von Terzigno abzuladen. Mit diesem Beschluss droht eine Verschärfung der Abfallkrise in Neapel.

«So kann man nicht weitermachen. Die Menschen klagen über den üblen Geruch aus der Deponie und befürchten Gesundheitsschäden. Ich muss mich um die öffentliche Gesundheit kümmern, daher habe ich die Schliessung der Deponie angeordnet», betonte Auricchio, der der PdL von Regierungschef Silvio Berlusconi angehört.

Angst vor neuer Deponie

Die Bürger Terzignos fürchten Gesundheitsgefahren und Umweltschäden durch die neue Deponie, die am Rande des Vesuv-Nationalparks entstehen. Die neue Deponie soll mit einer Kapazität von drei Millionen Tonnen die grösste Abfallhalde Europas werden.

In den Strassen von Neapel türmen sich bereits seit Wochen die Abfälle, da die Bürgerproteste in der Region deren Beseitigung verhindern. Die Regierung Berlusconi macht die Gemeinde Neapel und ihre Bürgermeisterin Rosa Russo Iervolino von der oppositionellen Demokratischen Partei (PD) für den Abfall-Notstand verantwortlich.

(bert/sda)

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