Jeder Vierte
Abgewiesene Asylbewerber kommen zurück
publiziert: Donnerstag, 10. Nov 2011 / 23:56 Uhr / aktualisiert: Freitag, 11. Nov 2011 / 07:35 Uhr
Einer von vier Asylbewerber reist in die Schweiz zurück.
Einer von vier Asylbewerber reist in die Schweiz zurück.

Bern - Seit 2006 mussten über 40'000 Asylbewerber aus der Schweiz in ihre Heimat oder in Drittstaaten ausreisen oder rückgeführt werden. Nun zeigen Zahlen des Bundesamts für Migration (BFM): Einer von vier kommt zurück.

8 Meldungen im Zusammenhang
Publik machte diese Zahlen am Donnerstagabend die Sendung «10vor10» des Schweizer Fernsehens. Demnach gehen in der Schweiz jedes Jahr bis zu 2400 so genannte Mehrfachgesuche ein.

Vergleicht man die kontrollierten Ausreisen mit den Wiedereinreisen in den Jahren 2006 bis 2011, kommt man auf ein Verhältnis von 4 zu 1 - also pro vier Ausreisen gibt es eine Wiedereinreise.

Im laufenden Jahr 2011 etwa sind bis Ende Oktober 7813 Personen aus der Schweiz weggewiesen worden. In der selben Zeit haben 2417 Personen ein erneutes Gesuch gestellt.

Justizministerin Simonetta Sommaruga relativierte im «10vor10»-Beitrag: Ein Teil der Mehrfachgesuche sei darauf zurückzuführen, dass sich die Situation der Gesuchssteller verändert habe. Der andere Teil betreibe aber klar «Asylmissbrauch» und dies sei zu verurteilen.

Verkürzung der Verfahren gefordert

Am gleichen Tag forderten der Bund und die Kantone an der Herbstversammlung der kantonalen Justiz- und Polizeidirektoren in Delsberg schnellere Asylverfahren. Sommaruga und KKJPD-Präsidentin Karin Keller-Sutter wiederholten die Notwendigkeit einer Verkürzung der Asylverfahren. Darin bestehe Einigkeit, sagte Sommaruga.

Wichtig sei auch eine gute Zusammenarbeit mit den anderen Staaten, besonders mit den Unterzeichnern des Dublin-Abkommens, um die Ausweisung abgewiesener Asylbewerber zu erleichtern. Die Schweiz sieht sich einer Zunahme der Asylgesuche gegenüber.

Bundesrätin Sommaruga kündigte am Rande der Versammlung vor den Medien ein Notfallkonzept für die Beherbergung von Asylsuchenden an, welches den Kantonen präsentiert werde. Einzelheiten wollte sie nicht nennen; zuerst müssten sich die Kantone dazu äussern können. Auf deren Wunsch sei das Konzept erarbeitet worden.

(bert/sda)

Machen Sie auch mit! Diese news.ch - Meldung wurde von einer Leserin oder einem Leser kommentiert.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Bern - Am Freitag tritt eine Anfang ... mehr lesen 1
Künftig werden kein neuen Verfahren eröffnet. (Symbolbild)
Bundesrätin Simonetta Sommaruga.
Bern - Justizministerin Simonetta ... mehr lesen 2
Bern - Die Zahl der Asylgesuche hat in der Schweiz im November den Jahreshöchststand erreicht. 2566 neue Gesuche wurden registriert, 19,8 Prozent mehr als im Oktober 2011. Die meisten Asylsuchenden kamen aus Tunesien, Eritrea und Serbien. mehr lesen  2
Bern - Die Staatskommission des ... mehr lesen
Das Asylwesen wird erneuert.
Bern - Der Bund will die Reisefreiheit von vorläufig aufgenommenen Personen wieder einschränken. Grund für die Verschärfung seien ein paar wenige Missbräuche, wie das Bundesamt für Migration (BFM) die geplante Massnahme erklärt. mehr lesen  5
Weitere Artikel im Zusammenhang
Bern - Beim Bund ist ein Notfallkonzept zum Asylwesen in Arbeit. Vorgesehen sind Massnahmen im gesamten Asylsystem, unter anderem für Unterkünfte für Asylsuchende, wie es am Freitag beim Bundesamt für Migration (BFM) auf Anfrage hiess. mehr lesen 
Aber aber
BFM - Leute, macht euch nicht lächerlicher als nötig! Eure angeblichen neuen Erkenntnisse sind bereits seit der Balkankrise ( diese sind zu fast 100% immer noch hier inkl. Familiennachzug) bekannt. Ihr zieht es aber immer noch vor von jeden vierten zu sprechen anstatt realistischerweise mindestens von jedem zweiten. Man wird sehen wie lange wie lange man in Bern die wirkliche Lage im Migrationsbereich und ihre negativen Nebengeräusche noch vertuschen kann.
.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. mehr lesen 21
Die Fluchtroute auf der Seestrecke zwischen Nordafrika ...
Erschreckende Zahlven von der UNO  Berlin - Bei Bootsunglücken im zentralen Mittelmeer sind in der zurückliegenden Woche nach UNO-Angaben wahrscheinlich mindestens 880 Flüchtlinge umgekommen - und damit weit mehr als ohnehin schon befürchtet. mehr lesen 
Amnesty International berichtet  Kabul - Die Zahl der Binnenflüchtlinge hat sich wegen des Kriegs in Afghanistan in nur drei Jahren mehr als ... mehr lesen  
Afghanische Binnenflüchtlinge vegetierten unter «abscheulichen Bedingungen gerade so am Rande des Überlebens dahin». (Symbolbild)
353 Millionen Franken für den Asylbereich  Bern - Der Nationalrat hat am Dienstag die Staatsrechnung 2015 sowie die Nachtragskredite zum laufenden Budget deutlich genehmigt. Vor allem die zusätzlichen Kosten für das Asylwesen gaben aber im Rat zu reden. mehr lesen   1
Titel Forum Teaser
 
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Di Mi
Zürich 17°C 22°C viele Gewitterleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig trüb und nass Wolkenfelder, kaum Regen
Basel 18°C 23°C gewitterhaftleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig trüb und nass Wolkenfelder, kaum Regen
St. Gallen 16°C 20°C gewitterhaftleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig anhaltender Regen wechselnd bewölkt, Regen
Bern 17°C 22°C viele Gewitterleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig anhaltender Regen Wolkenfelder, kaum Regen
Luzern 17°C 22°C viele Gewitterleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig trüb und nass Wolkenfelder, kaum Regen
Genf 18°C 24°C viele Gewitterleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig anhaltender Regen wechselnd bewölkt, Regen
Lugano 20°C 28°C gewitterhaftleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig viele Gewitter wechselnd bewölkt, Regen
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten