Die Presse über Calmy-Rey
Abschied vom «Alphatier»
publiziert: Donnerstag, 8. Sep 2011 / 07:17 Uhr / aktualisiert: Donnerstag, 8. Sep 2011 / 07:34 Uhr
Micheline Calmy-Rey an der Medienkonferenz zu ihrem Rücktritt.
Micheline Calmy-Rey an der Medienkonferenz zu ihrem Rücktritt.

Bern - Die Schweizer Presse würdigt in ihren Kommentaren Originalität und Eigensinn der abtretenden Aussenministerin Micheline Calmy-Rey. Sie habe der Aussenpolitik des kleinen Landes Profil gegeben, aber mit ihrer aufreizend eigensinnigen Art auch viele irritiert.

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«Gegen die immer wieder aufflammende Kritik» habe sich Calmy-Rey «weitestgehend immun» gezeigt, schreibt die «NZZ». Sie sei «standfest, unbequem, zuweilen starrköpfig» geblieben. Ihrem Image sei dies «nicht abträglich» gewesen. «Im Gegenteil: Dass sie gegen den Strom schwamm», habe sie populär gemacht.

Mit Calmy-Reys Abgang trete «eine eckige Magistratin» ab, «eine unbequeme Departementschefin auch». Damit ende im Bundesrat eine «Ära der 'Alphatiere'», schreibt die «NZZ». Zu dieser «Spezies» zählten demnach Christoph Blocher, Pascal Couchepin - und eben auch Calmy-Rey.

Der «Tages-Anzeiger» weist darauf hin, dass Calmy-Rey mit ihrem Rücktrittstermin zum Ende dieses Jahres vor allem ihre BDP-Bundesratskollegin Eveline Widmer-Schlumpf in Schwierigkeiten gebracht habe. Mit dem Abgang der 66-jährigen Genferin würden die Chancen der 55-jährigen Bündnerin, für eine weitere Amtsdauer in die Regierung gewählt zu werden, sinken.

Für den «Blick» ist Calmy-Rey die Frau, «die in den vergangenen neun Jahren die Schweiz auf die Weltkarte der internationalen Diplomatie», aber auch «die Welt auf die Traktandenliste der Schweiz gesetzt hat». Kurz: «Sie wird dem Land fehlen», schreibt das Boulevard-Blatt.

Abrechnung in der BaZ

Einer Abrechnung gleich kommentiert die «Basler Zeitung» (BaZ) Calmy-Reys Wirken: Sie «hinterlässt eine Ruinenlandschaft, deren Krater und verbrannte Erde noch jahrelang zu besichtigen sein werden. Kaum ein Magistrat hat die Stellung der Schweiz in der Welt mehr untergraben, keine Aussenministerin den Ruf dieses Landes nachhaltiger erschüttert», schreibt der BaZ-Chefredaktor und Autor einer Biografie von Christoph Blocher, Markus Somm.

Ganz anders die «Berner Zeitung»: Sie zollt der ersten Schweizer Aussenministerin Anerkennung dafür, dass sie «die Diplomatie aus dem Dunstkreis verschlossener Hinterzimmer befreit und auch mal undiplomatisch Klartext gesprochen» habe. Allerdings habe sie auch «oft mit ihrem Hang zur Selbstdarstellung und ihrer Überinterpretation einer aktiven Neutralitätspolitik» überbordet.

Nachbarländer vernachlässigt

Die westschweizer Presse geht - neben viel Lob für eine stärkere internationale Positionierung der Schweiz («Tribune de Genève» und die Lausanner «24 heures») - mit Aussenministerin Calmy-Rey aber auch hart ins Gericht: Sie habe wenig Gespür gezeigt für strategische Fragen und darum auch die wichtigen Nachbarländer der Schweiz vernachlässigt, kritisiert die Genfer Zeitung «Le Temps».

Berlin, Paris und Rom seien in den neun Jahren Calmy-Reys als Chefin der Berner Diplomatie zu kurz gekommen. Gerade hier sei für die Schweiz am meisten zu gewinnen - aber eben auch zu verlieren.

 

(fkl/sda)

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Dann..
.. sind die anderen Zeitungen wohl die Lakaien (ai, nicht ei..) von Calmy-Rey, nach diesem rückgratlosen Geschleime zu urteilen?
Aber ein paar trauern wirklich um den Abgang. Ach-mach-mir-den-Dschihad hat anscheinend sogar geweint, als er vom Rücktritt erfahren hat. Deswegen zum Abschluss noch mal ein Foto: http://lesimprudents.files.wordpress.com/2008/03/calmyrey_tschador.jpg
BaZ und Somm
Den mehr als unangebrachten Kommentar von Markus Somm (Blocher Lakei) in der BaZ, wird ganz sicher nächste Woche nur noch von Köppels Weltwoche übertroffen werden, da kann man jetzt schon darauf wetten, das die Weltwoche MCR völlig fertig machen wird.
Beschämend. Und das soll seriöser Journalismus sein. Das nenne ich rechter Boulevard im edlen Täuschungsgewand.
.
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