Verschärft Konflikt mit Syrien
Abschuss von Jet laut Syrien ein Versehen
publiziert: Samstag, 23. Jun 2012 / 09:41 Uhr / aktualisiert: Samstag, 23. Jun 2012 / 20:16 Uhr
Abschuss von türkischem Kampfjet verschärft Konflikt mit Syrien.
Abschuss von türkischem Kampfjet verschärft Konflikt mit Syrien.

Damaskus - Nach dem Abschuss eines türkischen Militärflugzeugs durch Syrien berät Ankara über Konsequenzen. Nach einem solchen Zwischenfall könne man nicht zur Tagesordnung übergehen, sagte Präsident Abdullah Gül. Damaskus bezeichnete den Abschuss als Versehen.

6 Meldungen im Zusammenhang
Es sei kein feindlicher Akt gegen das Nachbarland gewesen, sagte der syrische Aussenministeriumssprecher Dschihad Makdisi am Samstag dem türkischen Nachrichtensender A Haber. Syrien habe seine Souveränitätsrechte gegen ein unbekanntes Flugzeug verteidigt, das in seinen Luftraum eingedrungen sei.

Makdisi wurde mit den Worten zitiert, es gebe keine Feindseligkeit gegenüber der Türkei, Syrien habe nicht erkannt, dass das Flugzeug türkisch gewesen sei. «Über einen derartigen Zwischenfall kann man nicht einfach hinweggehen», erklärte der türkische Präsident Gül. Was immer notwendig sei, werde unternommen.

Gleichzeitig bemüht sich Ankara um Zurückhaltung. In einem Versuch der Deeskalation räumte Gül eine mögliche versehentliche Verletzung des syrischen Luftraums durch den Jet ein. Ein kurzzeitiges Überfliegen von Staatsgrenzen gerade über dem Meer sei bei Kampfjets «Routine» und geschehe ohne «böse Absicht».

Der stellvertretende türkische Regierungschef Bülent Arinc rief zu Zurückhaltung auf. Es handle sich zwar um einen «bedenklichen Zwischenfall», dieser müsse jedoch zunächst vollständig aufgeklärt werden. Nach türkischer Darstellung war die abgeschossene F-4 ein Aufklärer und kein Kampfflugzeug.

Piloten vermisst

Das Flugzeug wurde nur einen Kilometer vor der Küste getroffen und stürzte rund zehn Kilometer westlich der Ortschaft Um al-Tujur ins Meer. Das Schicksal der zweiköpfigen Flugzeugbesatzung blieb zunächst unklar. Türkische und syrische Marineeinheiten suchten am Samstag weiter nach den vermissten türkischen Piloten.

Die F-4 war auf dem Luftwaffenstützpunkt Malatya gestartet und flog in der Nähe des engen Luftkorridors, der die Türkei mit den türkischen Truppen auf Nordzypern verbindet.

Der Zwischenfall könnte die ohnehin angespannten Beziehungen beider Staaten weiter verschlechtern. Die Türkei gehört zu den schärfsten Kritikern des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad, seitdem dieser mit militärischer Gewalt gegen die Opposition in seinem Land vorgeht. Rund 30'000 Syrer haben auf der Flucht vor den Auseinandersetzungen in der benachbarten Türkei Schutz gesucht.

Regierung umgebildet

Assad bildete derweil seine Regierung um. Dem neuen Kabinett von Ministerpräsident Riad Hidschab gehören ausschliesslich loyale Parteigenossen und alte Gefolgsleute an. Die Schlüsselpositionen blieben gegenüber der Vorgänger-Regierung unverändert und in den Händen von Hardlinern.

Aussenminister Walid al-Muallim, Verteidigungsminister Daud Radschha und Innenminister Ibrahim Schaar behalten ihre Posten. Der frühere Landwirtschaftsminister Hidschab, den Assad zum neuen Regierungschef bestimmte, gilt ebenfalls als «Falke».

(asu/sda)

?
Facebook
SMS
SMS
0
Forum
Kommentieren Sie jetzt diese news.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Istanbul - Der syrische Präsident Baschar al-Assad hat den Abschuss eines türkischen Aufklärungsflugzeugs bedauert. Er ... mehr lesen
Baschar al-Assad will keinen offenen Kampf mit der Türkei. (Archivbild)
New York - Die Türkei hat wegen des Abschusses eines Kampfflugzeuges durch Syrien den NATO-Rat angerufen. Dies ... mehr lesen
Die Türkei will wegen des Jet-Abschusses durch Syrien die NATO konsultieren.
New York - UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon hat sich «tief besorgt» über den Abschuss eines türkischen Kampfjets durch die ... mehr lesen
UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon
Weitere Artikel im Zusammenhang
Recep Tayyip Erdogan
Ankara - Der Absturz eines türkischen Kampfflugzeugs vor der syrischen ... mehr lesen
UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon. (Archivbild)
UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon. ...
Treffen in New York  New York - Nach den Tragödien im Mittelmeer und in Österreich hat UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon einen Flüchtlingsgipfel nach New York einberufen. «Wir müssen mehr tun», sagte er am Freitag in New York. 
Unterstützung durch al-Sadr  Bagdad - Tausende Iraker haben am Freitag in Bagdad gegen die Korruption und Ineffizienz der ...  
Irakisches Kabinett um ein Drittel verkleinert Bagdad - Nach dem Beschluss von Reformen zur Bekämpfung der allgegenwärtigen Korruption im Irak hat ...
Haidar Al-Abadi streicht auch drei seiner Stellvertreterposten.
Titel Forum Teaser
  • Kassandra aus Frauenfeld 1482
    Unsinn? Ja, und keinerlei Geschichtskenntnisse! Gut, Schäfchen brauchen das nicht, aber es gibt mir wieder einmal ... gestern 23:56
  • keinschaf aus Wladiwostok 2715
    Im Unterschied zum Zebu... ...muss ich nicht lügen und dem Zebu ausgerechnet seinen Erzfeind als ... gestern 23:22
  • keinschaf aus Wladiwostok 2715
    Unsinn. Ein völlig abstruser Vergleich! Im dritten Reich wurde auf andere Weise ... gestern 23:02
  • Kassandra aus Frauenfeld 1482
    Ja, ja, und nochmals ja! Das Sch... Schreibt: "(Kennen wir doch auch schon: wer sich nicht vom ... gestern 17:20
  • Kassandra aus Frauenfeld 1482
    So falsch, in jeder Beziehung falsch! Unser alles Sch.. schreibt: "Das sind mir die scheinheiligsten aller ... gestern 17:10
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3259
    Für... die wenigen verbliebenen undogmatischen Verteidiger von Vernunft und ... gestern 15:08
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3259
    Der... Grenzschutz wird noch immer überschätzt. Es reicht, wenn man aufhören ... gestern 13:34
  • Kassandra aus Frauenfeld 1482
    So sieht das aus, wenn Schafe die Macht hätten. Sie würden schon rein auf äusserliche ... gestern 12:51
Wettbewerb
Unvergessliche Momente auf der OCHSNER SPORT CLUB Fanbank.
Hautnah dabei  OCHSNER SPORT CLUB bringt dich hautnah an die Stars der Super League.
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
SA SO MO DI MI DO
Zürich 17°C 25°C leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos
Basel 17°C 26°C leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos
St.Gallen 20°C 27°C leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos
Bern 17°C 30°C leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig
Luzern 17°C 30°C leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos
Genf 19°C 31°C leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos
Lugano 18°C 28°C sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos
mehr Wetter von über 6000 Orten