Zahlreiche Organisationen und Einzelpersonen haben sich nach der Abstimmung zur Anti-Minarett-Initiative zu Wort gemeldet. Aber wie sieht eigentlich die rechtliche Situation aus? news.ch sprach mit Kerstin Odendahl, Professorin am Lehrstuhl für Völker- und Europarecht, ausländisches öffentliches Recht und Rechtsvergleichung an der Universität St. Gallen.
Odendahl: Die definitive Antwort auf diese Frage wird nur der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte in Strassburg geben können. Es ist jedoch sehr wahrscheinlich, dass ein Verbot zum Bau von Minaretten einen Verstoss gegen die Religionsfreiheit (Art. 9 EMRK) und oder gegen das Diskriminierungsverbot (Art. 14 EMRK) darstellt. Darauf hatte der Bundesrat immer wieder vor der Abstimmung hingewiesen.
news.ch: Welche Aussicht auf Erfolg hat die Klage der muslimischen Organisationen?
Odendahl: Organisationen können - genauso wie Einzelpersonen - eine Klage beim Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte einreichen, wenn sie in einem ihrer Menschenrechte möglicherweise verletzt sind. Die Freiheit der Religionsausübung und das Diskriminierungsverbot stehen als Rechte auch religiösen Organisationen zu. Da ein Verstoss gegen diese beiden Rechte wahrscheinlich ist, hat die Klage durchaus Aussicht auf Erfolg.
news.ch: Wann rechnen Sie mit einem Ergebnis?
Odendahl: Es ist damit zu rechnen, dass es einige Jahre dauern wird, bis eine Entscheidung vom Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte ergeht, da grundsätzlich vorher der innerstaatliche Rechtsweg erschöpft worden sein muss. Das bedeutet, dass Einzelpersonen und Organisationen erst einmal in der Schweiz versuchen müssen, über den Rechtsweg gegen das Minarettverbot vorzugehen. Erst, wenn sie in letzter Instanz abgewiesen worden sind, können sie nach Strassburg gelangen.
news.ch: Das Volk will keine Minarette und gerät möglicherweise in Konflikt mit internationalem Recht. Ist beides doch vereinbar?
Odendahl: Ein absolutes Verbot von Minaretten ist wohl nicht mit den europäischen Menschenrechten vereinbar. Möglicherweise vereinbar wären jedoch Restriktionen beim Bau von Minaretten, etwa was ihre Gestaltung oder was ihre Platzierung innerhalb eines Ortes betrifft. Es muss aber darauf geachtet werden, dass dann alle Religionen gleich behandelt werden.
news.ch: Was passiert, wenn der Gerichtshof entscheidet, dass es eine Verletzung der Konvention ist?
Odendahl: Kommt der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte zu dem Ergebnis, dass eine Konventionsverletzung durch die Schweiz vorliegt, so ist die Schweiz verpflichtet, die Menschenrechtsverletzung zu beheben und möglicherweise auch Schadensersatz an die Kläger zu bezahlen (letzteres ist aber im konkreten Fall unwahrscheinlich, da kein materieller Schaden entstanden ist). Rechtspraktisch könnte es so aussehen, dass das Minarettverbot zwar weiterhin in der Verfassung steht, dass es aber in der Rechtspraxis nicht angewendet wird.
news.ch: Welche Möglichkeiten hat die Schweiz dann noch?
Odendahl: Die Schweiz könnte Berufung gegen das Urteil einlegen. Dann würde der Fall (der zunächst einmal nur von einer Kammer entschieden wird) noch einmal vom Plenum (sog. «Grosse Kammer») des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte überprüft werden. Sollte dieses zu demselben Ergebnis kommen, ist der Rechtsweg erschöpft. Dann darf die Schweiz das Minarettverbot innerstaatlich nicht mehr umsetzen.
Rein theoretisch könnte die Schweiz die EMRK kündigen und sich so von ihren europäischen menschenrechtlichen Verpflichtungen lösen. Das allerdings wird die Schweiz nicht tun. Sie ist international bekannt dafür und auch stolz darauf, ein Land zu sein, dass sich sehr für den Schutz der Menschenrechte weltweit einsetzt. Hinzu kommt, dass die Kündigung nur für die Zukunft gilt. Für Fälle, die vor der Kündigung passiert sind, bleibt also die Bindung an die EMRK bestehen (Art. 58 Abs. 2 EMRK). Insofern wäre die Kündigung der EMRK im Falle des Minarettverbotes ohnehin keine Lösung.
(Tino Richter/news.ch)
Ich glaube an die Vernunft und das Fortschreiten der Erkenntnis, diese beiden Dinge stammen nämlich auch von Gott!
Wenn Gott den Menschen einmal unveränderlich erschaffen hätte, dann hätte er ihn nicht in einer Sintflut ersäufen müssen. Solche Fehler kann ich einfach Gott nicht anlasten. Er hätte ihn (den Menschen) auch nicht mit Neugierde und freien Willen ausgestattet, wenn er das nicht für nötig gehalten hätte. Es bräuchte dann ja auch absolut keine wissenschaftlich und wirtschaftliche Entwicklung, die es uns vielleicht einmal erlaubt, allen Menschen ein menschenwürdiges Leben zu verschaffen. Für etwas hat uns Gott ja den Verstand gegeben!
Und an den Mohammed zu glauben fällt mir schon gar nicht ein. Ich halte gar nichts davon, dass irgend ein Mensch sich anmassen sollte, er habe mit Gott gesprochen, und daraus ableitet, andere moralisch belehren zu dürfen.
Gott ist unbegreiflich, niemand sollte sich anmassen, zu sagen, er wisse was Gott will.
Aber ich bin unbedingt für den Frieden zwischen den Religionen und stehe allen Menschen, die das auch wollen, offen gegenüber. seien das nun Hindu, Moslems, Christen oder Atheisten. Daher auch meine neutrale Haltung gegenüber den Kreuzen und Minaretten. Bitte fragen Sie mich also nie mehr, ob ich dem Koran oder der Bibel irgend etwas Positives oder Negatives abgewinnen könne. Ich halte das jeweils immer für eine durch nichts gerechtfertigte Unterstellung. So nach der Art, bist du nicht für mich, so bist du gegen mich. (Das war im Dritten Reich so die Parole, man musste dafür sein, sonst war man dagegen!) So etwas wollen Sie doch nicht?
Niemand sollte diese Bücher wörtlich nehmen. Die wirklich Gläubigen und guten Menschen tun dies auch nicht, denn sie suchen den Frieden und nicht die Zwietracht. Ich schreiben das übrigens auch Ihnen zu, Sie haben jedoch immer nur den Koran im Blick, schauen Sie doch mal, welch wirklich grausamen Dinge auch in der Bibel (AT) stehen, an die die Juden glauben.
Das eine sein doch noch angemerkt: Die Juden lehnen Ihren Christus völlig ab, die Moslems sehen in ihm doch wenigsten noch einen grossen Propheten.
Aber beenden wir diese Diskussion doch einmal, denn über Religionen kann man nicht streiten, es ist schliesslich Glaubenssache und daher eben Nichtwissen. Glauben = Nichtwissen.
Es ist auch nicht gerade hilfreich, dass manche Schweizer selbst Mühe bekunden die 2 Sprachen sauber zu trennen. Was musste doch selbst unser Sekundarlehrer immer noch das Vermeiden solcher Vermischungen beüben lassen. Es soll auch schon vorgekommen sein, dass Deutsche das Hochdeutsch eines Schweizers für Schweizer Dialekt gehalten haben.
Immerhin dürfte es jemandem der bereits Hochdeutsch gelernt hat etwas leichter fallen, auch den Dialekt verstehen zu lernen.
Ein angesehener türkischer Religionslehrer hat kürzlich geschrieben, dass der Koran zwar ein Vertrag Gottes mit den Menschen darstellen würde, den Gott aber nie unterschrieben habe. Das Lernen der Menschen, nach Gottes Wille sei noch lange nicht angeschlossen und der Vertrag müsse ständig den neusten Erkenntnissen, die Gott uns ständig erkennen lässt, angepasst werden. Das ist doch ein starkes Stück, der Koran, der vielen als absolutes, unveränderbares und endgültiges Gottes Wort gilt, ist plötzlich nur ein zeitgegebundenes Werk, das ständiger Weiterentwicklung bedarf. Das ist doch ein erster Schritt ins wirkliche Leben und Ihrer starren Haltung weit voraus, oder etwa nicht?
Ja. lieber Ariel, da können Sie jetzt ja mal anfangen, für den Frieden zu arbeiten, statt immer nur den Hass im anderen zu suchen, dann arbeiten Sie im Sinne Gottes auch am Koran. Ist das nicht ein schöner Jahresausklang?
Zu den Kreuzen: Da stehe ich voll hinter den Italienern. Wer ein Kreuz nicht mag, muss ja nicht hinschauen. Ich mag die Kreuze in der Mehrheit auch nicht, aber so schöne Werke wie die von Cellini, Grünewald oder Cimabue u.a. schon.
In öffentlichen Gebäuden braucht es sie aber nicht, es hängen dort ja auch keine Minarette! Sie verstehen schon den Unterschied?
Was ein Minarett mit Kreuzen zu tun haben soll, ist mir nämlich gar nicht einleuchtend, Kirchtürme und Minarette sind da schon eher vergleichbar, oder haben Sie da eine andere Meinung?
Ich meine, dass Sie das ganz gut auf den Punkt gebracht haben. Bezüglich Sprache ist es aber in der Deutschschweiz besonders schwer: Enweder, sie lernen eine Sprache, die fast niemand spricht (Hochdeutsch, also nichts mit Sprachaufenthalt in der Deutschschweiz!), oder eine Sprache, in der sie keinen Brief schreiben können (Mundart).
Ich hoffe, dass Sie noch lange hier schreiben werden und sich durch nichts erschüttern lassen.
Das Leben ist manchmal hart, da muss man durch.
Noch schöne Feiertage
5%: Bei den Leuten welche die Sharia (resp. das Mittelalter) wollen, denke ich in erster Linie an Muslime. Die machen im Jahr 2008 etwas weniger als 5% der Wohnbevölkerung der Schweiz aus. Diese Gleichsetzung ist aber eine bewusste Übertreibung, denn dieses Anliegen wird offenbar nicht einmal von der Mehrheit der Muslime unterstützt.
Die zu Integrierenden: alle Einwanderer der ersten Generation und ein Teil der Secondos. Die 5% betrachte ich als Teilmenge davon. 2008 lag der Ausländeranteil der ständigen Wohnbevölkerung bei etwa 22%. Da diese Zahlen aber keine Auskunft über den Integrationsgrad geben, wäre es ebenfalls eine Übertreibung zu sagen, dass der Anteil der zu Integrierenden 22% sei.
Wer muss mehr tun:
Ich bin nach wie vor der Meinung, dass der zu integrierende zumindest mental die grössere Leistung erbringen muss. Der Fremde muss nicht nur eine neue Kultur, sondern häufig auch eine neue und schwierige Sprache lernen. Es ist aber nicht zu leugnen, dass eine gewisse Offenheit seitens der Einheimischen dem Fremden gegenüber für eine gelungene Integration ebenfalls erforderlich ist.
Zeitdauer:
Allein das erlernen einer neuen Sprache dauert nicht selten viele Jahre. Ginge es nur darum liesse sich die Integration durchaus erzwingen. Dass es damit nicht getan ist, versteht sich von selbst. Das ist in der Tat oft nicht erreicht in einer Generation.
Wurzeln:
Es war mir nicht vergönnt als Kind in der Gesellschaft Wuzeln zu schlagen. Kinder können grausam sein und können kleine Unterschiede schon ausgezeichnet aufblasen.
Ich musste mir meine heutige Position hart erarbeiten, obwohl schon mein Ur-Ur-Ur .... Grossvater Schweizer war und von einem armen Elternhaus keine Rede sein kann.
Fremdes als Bereicherung:
Genau das lebe ich so gut ich kann. Allein, allzu viele Gelegenheiten bieten sich mir nicht, fremde Kulturen kennen zu lernen. Die Methode ist doch aber eigentlich dieselbe wie ich auch verwendet habe, um meine Wurzeln zu schlagen. Nur wenn es mir gelingt, alle Vorurteile beiseite zu lassen, habe ich die Chance wirklich etwas über das Fremde zu lernen.
Tradition:
Die habe ich zu grossen Teilen als Weg kennen gelernt, eine Fassade aufzubauen und nicht wirklich auf eine Sache eingehen zu müssen. Auf solche Traditionen kann ich verzichten.
Es ist nicht mein Ding, die Welt soweit zu vereinfachen bis das entstandene Bild mit der komplexen Welt nur noch wenig gemein hat. Selbst wenn ich soweit wie möglich vereinfache, wird es immer Leute gegen, die mir nicht folgen können.
Es kommt auf die Formulierung der Klage an, ob sie Erfolg hat oder nicht.
- keinschaf aus Henau 590
Quatsch mit Sauce Es wird zur Zeit Quatsch um Quatsch geschrieben. Dabei sieht es eher ... gestern 19:05 - Pacino aus Brittnau 478
Wäre ja schon mal gut . . . . . . wenn ein Flugzeug gekauft würde das noch in der Entwicklung ... gestern 18:45 - zombie1969 aus Frauenfeld 761
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Ich stimme Ihnen zu BR Maurer kann und muss nicht alles wissen und wie wichtig dieses ... gestern 16:24 - thomy aus Bern 3506
Nicht ganz so bös ... lieber JasonBond .... Auch wenn ich rein gar nichts am Hut habe mit dieser Schweizerischen ... gestern 15:34 - JasonBond aus Strengelbach 3357
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Bitterböse Ach, wusste gar nicht, dass Sie so bitterböse sein können. Leider ... gestern 12:34 - Midas aus Kinshasa 2393
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